Friedhof Barrien

Ein Ort der Einkehr

Die Begräbniskultur ändert sich. Die Kirchengemeinde Barrien trägt dem Rechnung und gestaltet den Friedhof um. Kinder aus den Tagesstätten halfen dabei.
18.11.2020, 16:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
Ein Ort der Einkehr

Der Friedhof in Barrien wird umgestaltet. Kerstin Bach (von links), Katja Hedel und Gisela Schwarz begleiten das Projekt.

Michael Galian

Syke-Barrien. Der Friedhof in Barrien hat sieben neue Bäume und drei neue Blumenbeete, in denen im Frühjahr Narzissen, Winterlinge, Schneeglöckchen und Tulpen blühen werden. Beim Pflanzen und Anlegen haben die Kinder der Tagesstätte Talita Kumi geholfen. „Sie haben das super gemacht“, freut sich Pastorin Katja Hedel über die Unterstützung der kleinen Gärtner bei dieser Aktion, die nur ein Baustein eines größeren Vorhabens ist: die Umgestaltung des unteren Teils des Friedhofs.

„Die Begräbniskultur ändert sich“, sagt Katja Hedel. Das sei Teil einer sich wandelnden Gesellschaft, die mobiler ist als das noch vor zwei oder drei Generationen der Fall gewesen ist. Pflegeleichtere Begräbnisformen werden stärker nachgefragt, die Vielfalt nimmt zu, wie man auch am Barrier Friedhof sehen kann. Einzel- und Doppelgrabstätten, halbanonyme und anonyme Bestattungen, Urnengräber, Doppel-Urnengräber sind dort zu finden. Große Familiengräber, wie sie hauptsächlich im unteren Teil an der Bundesstraße 6 angelegt wurden, werden hingegen immer weniger nachgefragt. Im Laufe der Zeit sind daher dort einige Lücken entstanden. „Darauf müssen wir reagieren“, sagt Gisela Schwarz vom Kirchenvorstand und Vorsitzende des Friedhofausschusses.

Wichtig ist der Kirchengemeinde, dass diese Grabstätten „weiter im Blick bleiben“, ergänzt Kerstin Bach vom Kirchenvorstand, und dass sie weiterhin „gewürdigt werden“, betont Katja Hedel. Denn diese alten Familiengrabstätten seien auch ein Teil der Familiengeschichte. Das Ziel der Kirchengemeinde sei daher, diesen Bereich des Friedhofs in „etwas Parkähnliches“ zu verwandeln, wie Katja Hedel ankündigt. In einen Ort der Ruhe und der Besinnung, an dem die Besucher Einkehr halten und dem Alltag für einen Moment entfliehen können. Mit den nun gepflanzten Bäumen, unter denen in Zukunft dann auch Bänke stehen können, und den angelegten Blumenbeeten wurde ein Grundstock dafür gelegt. Auf die Idee, die Kinder der kirchlichen Tagesstätten dabei einzubinden, kam Katja Hedel. Grund dafür war, dass aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr viel ausfallen musste. Sehr zum Bedauern der Pastorin, die die Bewahrung der Schöpfung als festen Bestandteil der religionspädagogischen Arbeit nennt. Um den Kindern trotzdem ein Erlebnis in und mit der Natur zu ermöglichen, entstand daher die Idee, die Lütten im Zuge der Kindernaturschutzwoche der niedersächsischen Bingo-Umweltlotterie an der Umgestaltung des Friedhofs zu beteiligen. Sowohl bei Talita Kumi als auch im Lüttjen Speelhuus sei sie mit diesem Vorschlag auf offene Ohren gestoßen.

Mit Gummistiefeln und Schaufeln ausgestattet hätten die Talita-Kumi-Kinder „so fleißig“ geholfen, dass spontan sogar ein eigentlich gar nicht geplantes drittes Blumenbeet angelegt wurde, freuen sich die drei Köpfe hinter der Aktion. Die Kinder vom Lüttjen Speelhuus bauen und bemalen hingegen Nistkästen, die auch noch aufgehängt werden. Gepflanzt wurden heimische Bäume wie Eichen und Linden, die sich positiv aufs Klima auswirken. „Da gibt es Listen, an denen man sich orientieren kann“, erläutert Kerstin Bach. Und nun wartet man aufs Frühjahr. Dann soll zudem ein weiterer Blühstreifen angelegt werden, „damit das ganze Jahr etwas blüht und die Insekten Nahrung finden können“, lässt Kerstin Bach wissen, die als gelernte Floristin das Projekt fachkundig begleitet. Im Frühjahr, wenn alles grünt und blüht, sollen die Kinder dann erneut eingeladen werden, um sich ihr Werk in voller Pracht anzuschauen, kündigt Katja Hedel außerdem an.

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