Freiwillige Feuerwehren aus Ristedt und Gessel fusionieren

Fusion der Flammenbändiger

Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ristedt steht ein alter Spritzenwagen aus dem Jahre 1902. Das Schmuckstück muss sich demnächst wohl an einen neuen Ausstellungsraum gewöhnen.
09.05.2015, 00:00
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Fusion der Flammenbändiger
Von Micha Bustian
Fusion der Flammenbändiger

Demnächst gemeinsam: Manfred Poggenburg (links) und Peter Lehrfeld, Ortsbrandmeister aus Ristedt und Gessel.

Björn Hake

Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ristedt steht ein alter Spritzenwagen aus dem Jahre 1902. Das Schmuckstück muss sich demnächst wohl an einen neuen Ausstellungsraum gewöhnen. Denn das Gebäude an der Feuerwehrstraße ist – gelinde gesagt – renovierungsbedürftig. „Wir hatten Schimmel in der Damen-Toilette“, berichtet Ortsbrandmeister Manfred Poggenburg. Zudem habe das Mauerwerk Feuchtigkeit durchgelassen, und die Garage sei für jedes neuere Feuerwehrauto schlicht zu klein. Ein Umzug hätte für die Ristedter also so oder so demnächst angestanden. Jetzt wird’s gleich eine Zusammenlegung. Denn in die neue Behausung werden auch die Feuerwehrmänner aus Gessel einziehen. Das haben die Blauröcke beider Ortschaften in außerordentlichen Mitgliederversammlungen beschlossen.

Mehr als 70 Prozent der aktiven Flammenbändiger haben sich laut Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Ihno Fißer für diese Fusion ausgesprochen. Damit ist der Weg frei, den Plan umzusetzen, den die beiden Initiatoren Elderd Borisch und Manfred Poggenburg gemeinsam mit dem Gesseler Ortsbrandmeister Peter Lehrfeld erarbeitet haben. Wenn dabei alles gut laufe, „strahlt dieses Projekt über den ganzen Landkreis Diepholz“, lässt Sykes Stadtbrandmeister Stefan Schütte wissen. Denn es gebe viele Wehren, die über einen Zusammenschluss reden würden. Daran habe der demografische Wandel einen großen Anteil, wie Kreisbrandmeister Michael Wessels erzählt. Für die Bürger beider Ortschaften sei das eine Win-Win-Situation.

Die ursprüngliche Idee zur Zusammenlegung sei von seinem Stellvertreter Elderd Borisch, einen Bremer Berufs-Feuerwehrmann, gekommen, schmückt sich Manfred Poggenburg nicht mit fremden Federn. Grund: „Da oben am Sportplatz ging’s nicht weiter.“ Da oben am Sportplatz – da sollte das neue Gerätehaus der Ristedter Brandbekämpfer stehen. Jetzt soll das neue Domizil am Ristedter Kirchweg gebaut werden. Laut Angaben von Sykes Bürgermeisterin Suse Laue hat die Stadt sogar schon eine schriftliche Vereinbarung mit dem Besitzer des Grundstücks unterzeichnet. „Das war der Wunsch beider Wehren, weil das Gerätehaus von beiden Orten aus gut zu erreichen ist.“

Einen Plan haben Peter Lehrfeld und Manfred Poggenburg bereits erarbeitet. „Daran soll sich kein Architekt verwirklichen können“, schmunzelt der Ristedter Ortsbrandmeister. Und sein Gesseler Kollege fasst den Entwurf in werbewirksamen Worten zusammen: „Quadratisch, praktisch, gut.“ Ein echter Nutzbau solle es werden, mit viel Platz für vier Fahrzeuge und vor allem für Kinder und Jugendliche. Sykes Ordnungsamtsleiter Horst Meyer weist darauf hin, dass auch Vorgaben zu berücksichtigen sind: So seien pro aktivem Brandbekämpfer 1,5 Quadratmeter Umkleidekabine und 1,2 Quadratmeter im Aufenthaltsraum einzuplanen. Und zwischen offener Fahrzeugtür und Mauer habe ein halber Meter Platz zu sein. Doch Suse Laue hegt keinen Zweifel daran, dass Peter Lehrfeld und Manfred Poggenburg an alles gedacht haben: „Sie haben ja sogar bedacht, dass man im Feuerwehr-Gerätehaus auch wählen können muss. Wir werden versuchen, es so zu bauen, wie es die Feuerwehr möchte.“ Und dann folgt ein dickes Lob: „Diese Fusion wurde fantastisch vorbereitet.“

Für eine Kostenschätzung sei es indes noch viel zu früh, erklärt Suse Laue. Selbst ein Baubeginn sei noch nicht terminiert, da vorher ja noch eine Flächennutzungsplanänderung vorgenommen werden müsste. Peter Lehrfeld hofft, dass das Projekt bis Februar 2019 fertig ist – quasi als sein Abschiedsgeschenk. Beide Wehren erhoffen sich von der Fusion einen großen Motivationsschub und einige Neuzugänge. Von einer Absegnung des Konzeptes durch den Rat Syke gehen alle aus. Ach, übrigens: Als erstes erkennbares Zeichen der Fusion wird der Nachwuchs beim Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Marhorst bereits unter dem Namen Freiwillige Feuerwehr Gessel/Ristedt antreten.

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