Fußball Die Wiederholung ist bereits geplant

30 Kids, sieben Stationen und ein Nachwuchsnationaltorhüter. All diese Zutaten sorgten für einen gelungenen ersten Torwartaktionstag der Soccer-Goalies Stuhr.
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Von Thorin Mentrup

Ristedt. Es war ungewohnt. Es regnete. Jetzt ist das wahrlich kein seltenes Naturphänomen. Nur es passt nicht zu den Erfahrungen der Soccer-Goalies Stuhr. Denn wenn die Torwartschule, die seit einiger Zeit auch ein eingetragener Verein ist, ihre Einheiten auf der Sportanlage des TSV Ristedt anbietet, „scheint eigentlich immer die Sonne“, wie Martin Nittscher, der Mann für die Organisation und Kommunikation im Team, feststellte. Die Laune ließ sich an diesem grauen Oktobertag allerdings niemand verderben. Nittscher nicht, seine Mitstreiter nicht und die 30 Kinder und Jugendlichen schon gar nicht. Die Teilnehmer des ersten Torwartaktionstages schienen Spaß daran zu sein, ihre neongrünen Trikots auf dem matschigen Untergrund einem besonderen Stresstest zu unterziehen.

Die Arbeit der Soccergoalies hat sich herumgesprochen, denn für die Premiere der Veranstaltung gab es zwischenzeitlich sogar eine Warteliste. „Wir haben da offenbar eine Nische entdeckt“, sagte Nittscher. Sieben Stationen hatte das Hauptteam, zu dem zusätzlich zu Nittscher noch Katja Hellmers und Timo Gundlach sowie Fionn Zierden und Niklas Mahlstedt gehören, aufgebaut. Mit Elias Ammonn, der in der A-Jugend-Regionalligamannschaft des FC Oberneuland spielt, sowie Jonah Hellmers von den A-Junioren und Sebastian Gohla von den B-Junioren des TuS Sudweyhe hatten sich die Soccer-Goalies sogar noch Verstärkung geholt. Keiner der Coaches betreute also mehr als fünf Kinder auf einmal. „So wollen wir das auch: Wir wollen uns Zeit nehmen“, erklärte Nittscher. Schließlich kommt längst nicht jedes Kind in den Genuss eines regelmäßigen Torwarttrainings mit ausgebildeten Trainern oder Akteuren vom Fach.

Ein Lob von Lord

Das nötigte dem Ehrengast der Veranstaltung Respekt ab. Wobei Louis Lord bereits zu Beginn seiner Laufbahn beim FC Gessel-Leerßen und später beim TV Stuhr regelmäßig betreut wurde. Auch das war sicherlich ein Grund dafür, dass er es in die U18-Nationalmannschaft und in die U19-Bundesliga geschafft hat. Der 17-Jährige steht an der Schwelle zu den Profis – und ist dennoch der Keeper von nebenan geblieben. Lord ist der beste Beweis dafür, dass man es auch dann weit bringen kann, wenn man vom Dorf kommt. „Louis hat genauso angefangen wie ihr“, wandte sich Nittscher an die Talente.

Für Lord war die Dorfplatz-Idylle eine Abwechslung im Vergleich zu den Top-Plätzen, die er mittlerweile gewohnt ist. Völlig fremd ist ihm die Welt der Amateure aber nicht geworden. Er schaut bei seinem FC Gessel-Leerßen immer noch regelmäßig vorbei. „Ich gucke mir immer mal wieder Spiele an. Mein Kumpel steht beim FC im Tor“, verriet er.

Die Torwartschule hält er für sehr wichtig. „Torwarttraining kommt in den Dorfvereinen oft zu kurz“, weiß er. Das ist kein Vorwurf, sondern ein realistischer Blick auf die Ist-Situation. „Oft gibt es keine Trainer für diesen Bereich.“ Deshalb komme die Arbeit der Soccer-Goalies so gut an. „Wenn man sieht, wie groß das Ganze geworden ist, dann ist das schon eine richtig gute Entwicklung“, sagte das Ehrenmitglied, das nicht nur fleißig Autogramme schrieb, sondern auch die eine oder andere Frage beantwortete.

Erinnerungen ans erste Länderspiel

Gespannt lauschten die Kids, als Lord einen Einblick in seine Laufbahn gab, etwa von seinem ersten Länderspieleinsatz in der U16 beim 3:1 gegen Tschechien erzählte. Das Gegentor habe ihn sehr geärgert, man dürfe sich aber nicht unterkriegen lassen. „Man muss immer weitermachen“, riet er seinen Zuhörern. Das bedeute, auch auf die Zähne zu beißen. „Es geht einem nicht immer gut. Manchmal möchte man lieber zu Hause bleiben. Aber das ist Leistungssport, da muss man Leistung auf den Platz bringen.“ In den Einheiten, auf die man sich so gar nicht gefreut hatte, lerne man oft sogar noch am meisten.

Enthusiastisch stürzten sich die jungen Torhüter wieder ins Training. Denn eines hatten sie schnell begriffen: Ohne Fleiß wird es nichts. Diesen haben auch die Soccer-Goalies selbst investiert im Vorfeld der Veranstaltung. „Die Idee des Torwartaktionstages gab es ja schon seit Langem. Jetzt sind wir froh, dass es endlich geklappt hat. Und es dürfte nicht der letzte gewesen sein“, verriet Nittscher, dass weitere Auflagen folgen sollen.

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