Fußball

Heiligenfelde nimmt die Favoritenrolle an

Wenn es um die Plätze in der Aufstiegsrunde geht, haben viele Trainer den SV Heiligenfelde auf dem Zettel. Kein Problem, sagen dessen Trainer Torben Budelmann und Mustafa Cali. Denn genau dort wollen sie hin.
02.09.2020, 14:45
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup
Heiligenfelde nimmt die Favoritenrolle an

Das starke Duo an Heiligenfeldes Seitenlinie: Mustafa Cali (v.) und Torben Budelmann teilen sich die Verantwortung.

Fotos: Thorin Mentrup

Heiligenfelde. Mountainbike fahren, klettern, wandern – so sah Torben Budelmanns Wochenende vor dem Saisonstart aus. Der Trainer des SV Heiligenfelde gönnte sich im Harz eine Auszeit vom Alltag, wobei das Programm dann doch eher sportlich war. Irgendwie passt dieser Aktiv-Urlaub auch zu seinem Klub: Denn wenn es nach der Konkurrenz geht, wird der SVH eine gewaltige Rolle in der starken Fußball-Bezirksliga spielen. Und am Ende in die Landesliga „klettern“?

Der Platz auf dem Favoritenschild ist wahrlich nichts Neues mehr für die Heiligenfelder. Schon in der vergangenen Saison fanden sie sich dort wieder. „Man muss diese Rolle annehmen“, sagt Budelmann. Sprich: Wer Ambitionen hat, muss damit auch umgehen können. Außerdem hat sich der SVH selbst in diese Position gebracht: „Wir haben uns in den letzten zwei Jahren etwas Schönes aufgebaut und jetzt noch einmal einen Schritt gemacht“, weiß Budelmann um die Entwicklung, die die ohnehin schon gut besetzte Mannschaft in den beiden Spielzeit unter seiner Regie gemacht hat. Jetzt hat sich Heiligenfelde noch breiter aufgestellt.

Das gilt auch für die Trainerposition: Mustafa Cali steht Budelmann seit dem Sommer zur Seite. Eine Zusammenarbeit, von der sich beide im Vorfeld viel versprochen haben. Und es scheint, als hätte sich das Duo wirklich gesucht und gefunden. „Es läuft genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es ist eine sehr angenehme Zusammenarbeit mit Torben. Wir pushen uns gegenseitig“, hat Cali, der zuvor die U23 des TuS Sulingen trainierte, den Schritt nicht bereut. Beim SVH habe er sich gut eingelebt. „Hier wird es einem sehr leicht gemacht“, fühlt er sich bestens aufgenommen. Und auch Budelmann schwärmt von seinem Partner: „Ich glaube, jeder hat seine Rolle gefunden. Ich bin eher der Typ Laptoptrainer, mache viel am PC, und 'Musti' hat ein ganz feines Gespür für das, was abgeht, eine sehr menschliche Art. Aber er weiß auch, wann er laut werden muss. Er findet die richtigen Worte. Wir telefonieren sehr viel, selbst im Urlaub.“ Noch entscheidender sei jedoch, eine zweite Meinung zu hören: „Es tut gut, eine zweite Idee zu bekommen.“ Es mache „einfach unheimlich viel Spaß“.

Ein Kader für hohe Ansprüche

Der SVH hat einen Kader für hohe Bezirksliga-Ansprüche, auch in der Breite. „Grundsätzlich zumindest“, wie Budelmann anfügt. Denn Verletzungssorgen haben die Vorbereitung begleitet, auch ohne den fast schon SVH-typischen Kreuzbandriss beim in diesem Jahr ausgefallen Württemberg-Cup in Ristedt. „Wir haben einen großen Kader, aber immer ist mindestens ein Spieler weggebrochen. Was das angeht, war es schwierig“, beschreibt Cali die vergangenen Wochen eher als schleppend, auch wenn es Höhepunkte wie den Sieg über den Regionalliga-Aufsteiger FC Oberneuland gab. „Vielleicht“, hofft Budelmann, „gibt uns der Punktspielstart noch einmal einen Motivationsschub.“

Der Kader ist in der Lage, Ausfälle zu kompensieren – und zwar auf hohem Niveau. Denn auch in der Spitze hat das Team dazugewonnen. „Maxi (Maximilian Wirth, Anm. d. Red.) ist ein Ausnahmefußballer“, ist Budelmann voll des Lobes für den Neuzugang vom Brinkumer SV. Insgesamt kamen acht Akteure zum Team, darunter mit Yanik Klenke und Bennet Hansen sowie Tobias Marquardt bezirksliga-erfahrene Kräfte. Hansen zählt dennoch auch zur Riege der Talente, genau wie Nick Gerken, Nick Plate, Jannis Meyer und Torben Lieker. Insbesondere Lieker und Hansen haben Cali in der Vorbereitung überrascht. „Beide haben wirklich einen richtig guten Eindruck hinterlassen.“ Der Weg in die Stammformation ist dennoch kein leichter. Dafür ist die Konkurrenz zu groß. Schließlich war mit Tobias Dickmann, Björn Isensee, Roman Obst, Marvin Godesberg und Co. schon zuvor jede Menge sportliche Qualität im Aufgebot.

Darüber hinaus gibt es so etwas wie interne Neuzugänge. Sören Schütte und Jannis Könenkamp nehmen wieder Fahrt auf. Könenkamp sei ein Präsenzspieler, einer, der viel Wucht entfalte und als Wandspieler agieren könne. Schütte, der Kreuzband-Verletzte des Württemberg-Cups 2019, hatte zwischenzeitlich erneut Knieprobleme und wurde geschont, doch Budelmann und Cali setzen voll auf den talentierten Angreifer. „Dass Sören ein Knipser ist, hat er in den paar Spielen, die er für uns gemacht hat, bewiesen“, traut „Budel“ dem Stürmer einige Treffer zu.

Eine spannende Staffel

Cali glaubt, „dass wir für die Saison gerüstet sind“. Er weiß aber auch um die Stärke der Konkurrenz. Der TuS Sudweyhe, der TV Stuhr und die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst sehen die Heiligenfelder Trainer als Konkurrenten um die ersten beiden Plätze, die die Qualifikation für die Aufstiegsrunde bedeuten. „Es wird sehr spannend“, ahnt Budelmann, „denn wenn du zwei, drei Spiele verlierst, dann kannst du schon raus sein.“ Und gegen den Favoriten Heiligenfelde werden sicherlich viele Teams besonders motiviert sein. „Aber deshalb machen wir uns keinen Druck“, bekräftigt Cali, was sein Partner ebenfalls betont. Für den Erfolg bedarf es eben auch einer gewissen Lockerheit. „Und was in der Aufstiegsrunde passiert, ist sowieso komplett offen“, weiß Cali, dass Teams aus Parallelstaffeln wie der FC Sulingen, der SV BE Steimbke, der TSV Mühlenfeld auch mächtig aufgerüstet haben. „Ich bin schon lange dabei, aber das ist bis jetzt die stärkste Bezirksliga“, sagt er. Ein Stück weit muss der SVH also auch mit seinen Aufgaben wachsen.

Weitere Informationen

Der Kader

Zugänge: Jannis Meyer (FC Gessel-Leerßen), Yanik-Luca Klenke (TuS Sulingen), Bennet Hansen (TV Stuhr), Maximilian Wirth (Brinkumer SV), Nick Gerken (JFV Stuhr-Weyhe), Nick Plate (TSV Melchiorshausen), Tobias Marquardt (TSV Weyhe-Lahausen), Torben Lieker (FC Oberneuland U19),

Abgänge: Mirko Garlich (TSG Osterholz Gödesdorf)

Restkader: Steffen Struß, Jörn Wachtendorf, Björn Isensee, Felix Wagner, Gianluca Nolte, Göksan Vurgun, Hendrik Rode, Janek Piontek, Jannis Könnenkamp, Joshuas Brandhoff, Lars Diedrichs, Malte Garlich, Malte Löffler, Marcel Albers, Marvin Godesberg, Mirko Labbus, Roman Obst, Sören Schütte, Till Meiners, Tobias Dickmann, Tristan Godesberg

Trainer: Torben Budelmann und Mustafa Cali.

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