Gartenkultur-Musikfestival Am Rand des Weser-Urstrom-Tals

Noch ehe der offizielle Startschuss zum Gartenkultur-Musikfestival fiel, waren auf dem Hohen Berg in Syke-Ristedt bereits Besucher unterwegs. Ergänzend zum Konzert gab es einen informativen Kulturspaziergang.
01.08.2021, 16:07
Lesedauer: 2 Min
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Von Rita Behrens/rbe

Syke-Ristedt. Das Eröffnungskonzert des Gartenkultur-Musikfestivals fand am Freitagabend auf dem Hohen Berg in Syke-Ristedt statt. Doch schon nachmittags lud ein informativer Kulturspaziergang ein, die Besonderheiten des Aussichtspunkts und der Region zu erkunden. Der Erste Stadtrat Thomas Kuchem, Jochen Voigt vom Bioland-Betrieb "Frischekiste", Anni Wöhler-Pajenkamp und Fritz Wilkens von den Gästeführern und Nele Miethig vom Kreismuseum Syke nahmen die mehr als 20 interessierten Teilnehmer mit. 

Zunächst steuerte Jochen Voigt die Teilnehmer bei sommerlichem Wetter direkt zu seinen Hauptanbauflächen für Gemüse. Anschaulich erklärte er, wie das Bio-Gemüse großflächig angebaut wird. „Der Lehmboden ist nicht so einfach“, führte der Fachmann aus. Besonders die Verschlämmung durch Nässe sei ein Problem. Der Anbau von Kleegras solle dem entgegenwirken. Es lockere den Boden und der natürliche Stickstoff diene diesem als Nährstoff. Auch der Wechsel der Gemüsearten ermögliche eine gute Ernte, die per Hand erfolge.

Im weiteren Verlauf informierte die Syker Gästeführung über die Historie des Hohen Bergs. So stellte Fritz Wilkens die Geologie der hiesigen Landschaft vor. Die natürliche Erhebung ist demnach ein Relikt der eiszeitlichen Moränenlandschaft. Noch heute seien „Urstromtäler der Weser“ vom Turm aus sichtbar, fügte er hinzu. Zudem wurde die einstige militärische Nutzung des Geländes und der Gebäude angesprochen. Während des Kalten Krieges in den 1970er- und 1980er-Jahren nahmen US-Streitkräfte ihre Stellung in der speziellen Raketen-Abwehrstation ein. Unterstützt wurden sie von Soldaten aus der Delmenhorster Kaserne.

Anni Wöhler-Pajenkamp lenkte den Blick auf die künstlerisch gestalteten Tore eines der verlassenen Militärgebäude. Mit ihren expressiven Bildern legte ein Kunstkurs des Syker Gymnasiums 2008 das „damalige Verständnis des entstandenen Europas“ offen. Weiterhin berichtete sie über den abgezäunten Naturentwicklungsbereich. Der Naturschutzbund (Nabu) habe dort zuletzt mehr als 40 Vogelarten gezählt. Aus den früheren Feuerlöschteichen seien zudem naturbelassene Kleingewässer entstanden, die Libellen und Amphibien als Lebensraum dienen.

Zuletzt ergänzte Nele Miethig das attraktive Kulturangebot. Die Kuratorin des Syker Kreismuseums referierte über den Fund des Gesseler Goldhorts: In der Nähe des Hohen Bergs waren im Jahr 2011 117 prähistorische Goldobjekte aus der Bronzezeit entdeckt worden. Auch über die aktuelle Forschung informierte sie, an der inzwischen auch das Fraunhofer Institut beteiligt sei. Zur Anschauung hatte sie Fotos und Repliken aus dem 3D-Drucker dabei. Letztere entstünden infolge gewonnener Daten, führte sie aus, die das international agierende Unternehmen Clonstudios auswerte. Des Weiteren legte sie Erkenntnisse über Handelsrouten in der Bronzezeit und eigene Vergrabungstheorien offen. Der konkrete Fundort wird aber nicht preisgegeben.

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