Start des Gartenkultur-Musikfestivals in Syke

Dunkle Wolken und heiße Grooves

Mit der R&B/Rock-Band „Cliff Barnes And The Fear Of Winning" feiert das Gartenkultur-Musikfestival einen gelungenen Auftakt. Auf dem Hohen Berg in Syke-Ristedt genießen circa 200 Zuschauer einen "tollen Abend".
01.08.2021, 16:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Otto Kirmse
Dunkle Wolken und heiße Grooves

In die Pedale treten und los geht's: Cliff Barnes and The Fear Of Winning sorgten mit ihrer Musik für wippende Köpfe und Füße, das Publikum mit Muskelkraft für den nötigen Strom.

Michael Galian

Syke. Es war ein starkes Auftaktkonzert für das Gartenkultur-Musikfestival. Auf dem Hohen Berg spielte am Freitagabend die R&B/Rock-Band „Cliff Barnes And The Fear Of Winning“. Dunkle Wolken zogen herauf, aber Tropfen fielen erst bei den letzten Klängen der mitreißend spielenden Formation, die sich in der Region berechtigt schon seit Jahren einen Namen gemacht hat. So konnten die vielen Besucher, die zu diesem außergewöhnlichen Spielort gekommen waren, einen rundum gelungenen Abend bis zum Ende genießen und mussten nicht wie einst in Woodstock den Regen mit "No rain..." fernhalten.

Ein Banner kündigte an, man werde von einer „CO2-neutralen Bühne“ aus spielen. Die Erklärung steuerte Bürgermeisterin Suse Laue in der Eröffnungsansprache bei. Denn man werde den Strom für die Musik mit Muskelkraft von Fahrrad-Generatoren "erstrampeln". Bevor sie selbst mit gutem Beispiel voranging und zusammen mit der vor Freude über das Gelingen einer so außergewöhnlichen Veranstaltung strahlenden Leiterin des veranstaltenden Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen, Susanne Krebser, in die Pedale trat, wies sie auf die einmalige Lage des Hohen Bergs hin. Von hier könne man beinahe den gesamten Zuständigkeitsbereich des Kommunalverbundes unter sich liegen sehen. „In unserer Zusammenarbeit gibt es keine Grenzen, weder für die Kultur noch für die Fortentwicklung von Mobilitätskonzepten zur Förderung des Umweltschutzes noch für die Entwicklung von Wohnungsmarktstrategien.“ Zu danken habe sie den vielen Helferinnen und Helfern, die ihre Kraft eingesetzt haben, diese erste Veranstaltung nach der Corona-Schließung fast aller Kulturveranstaltungen auf die Beine zu stellen. Da sei unbedingt die Syker Fachfrau für Kultur, Kathrin Wilken, zu nennen, ebenso wie die Führer für den „Kulturspaziergang“, die Gastronome, die feine mediterrane Leckereien kredenzten und die vielen helfenden Hände der Bühnen-und Lichttechnik, ohne die nichts gehen würde.

Mit der Ankündigung für die Band des Abends stiegen sowohl Suse Laue als auch Susanne Krebser mit noch zwei weiteren Helfern auf die vier bereitgestellten Fahrräder zur Stromerzeugung. Zur großen Freude von Musikern und Zuhörern machten kraftvolle Sounds deutlich: Die Sache klappt, wie auf dem Banner verkündet: CO2-neutrale Bühne.

Passend zum Projekt eröffneten Cliff Barnes und seine Mannen den musikalischen Abend mit dem Titel „Ride My Bike“ mit kräftigen R&B-Grooves. Die gut eingespielte Band konnte die inzwischen mehr als 200 Zuhörer sofort von sich überzeugen, wie die mitswingenden Beine und Köpfe rundherum bewiesen. Allerdings unterbrach ein Kabelfehler immer wieder den Pedalstrom, aber dank einer zusätzlich verlegten Verkabelung für Band und Beleuchtung konnte man sich schnell aus der Misere helfen. Nach dem ersten Set wurden dann die ersten Strommacher gegen neue Freiwillige ausgetauscht. Diese fanden sich problemlos.

Weiter ging es mit kräftigen Beats und dank der guten Anlage auch klanglich hervorragendem Gesang durch ein zweites Set, in dem eine der brillant gespielten E-Gitarren Erinnerungen an Pink Floyd aufklingen ließ. Man covere nicht gerne, hieß es, aber mit dem Stück „Gimme Shelter“ der Rolling Stones wolle man ein politisches Statement noch einmal in Erinnerung rufen. Da sei in der dritten Strophe davon die Rede, dass die Wasser über die Ufer treten, daher der Ruf um Hilfe, um Schutz. „Gimme Shelter“, also passend zu den jüngsten Ereignissen bei der Überschwemmungskatastrophe in Süddeutschland. Mit dem pedalbetriebenen Demonstrationsprojekt sei man auf einer großen Tour vor einiger Zeit störungsfrei durch Kasachstan gereist, man bedauere ein wenig, dass der aktuelle Kabelfehler zum Gebrauch konventionellen Stroms zwinge. In ihrem Stück „Meaning Of Life“ in dem letzten Set drücke sich aus, dass man sich schon mitunter Gedanken machen solle, abzuwägen, was für das eigene Leben wirklich von Wichtigkeit sei. Wie man allerseits hören konnte, waren sich die aufbrechenden Zuhörer einig, wonach es ein toller Abend war auf dem Hohen Berg.

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