Fußball

Gelebte Inklusion beim FC Syke 01

Kicken mit Handicap: Das geht nun auch in der Hachestadt. Immer donnerstags wird traininert.
15.01.2020, 13:26
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Jannis Klimburg
Gelebte Inklusion beim FC Syke 01

Die Augen nur auf den Ball: Die zwölf Teilnehmer hatten viel Spaß beim Inklusions-Schnuppertraining.

Vasil Dinev

Syke. Inklusion ist in der heutigen Gesellschaft ein wichtiges Thema. Natürlich auch im Sport. Vor diesem Hintergrund setzt sich zum Beispiel der SV Werder Bremen dafür ein, die Inklusion in Bremen und Umgebung voranzutreiben. Deshalb hat der Verein bereits vor einigen Jahren eine eigene Inklusions-Mannschaft gegründet, die Werder Youngstars. Auch der FC Syke 01 will sich zukünftig dahingehend mehr engagieren. Und genau deswegen hat der Klub erst kürzlich ein Probetraining für fußballinteressierte Jugendliche und Erwachsene mit Handicap veranstaltet. In Kooperation mit der Lebenshilfe Syke ist es das Ziel, langfristig eine eigene Mannschaft auf die Beine zu stellen. Und irgendwann auch mal wettbewerbsfähig zu sein.

Die Resonanz war mehr als positiv bei der ersten Schnuppereinheit. Insgesamt zwölf Teilnehmer fanden den Weg in die Ballsporthalle der GTS Syke, um ein 60-minütiges Training zu absolvieren. „Das ist für den Anfang gar nicht schlecht“, befand der Vereinsvorsitzende Friedrich Potthast, der zusammen mit Mona Jacobs von der Lebenshilfe das Projekt antreibt. „Das ist noch ein weißer Fleck in Syke, den wir mit Leben füllen wollen. Wir wollen eine Plattform zum gemeinsamen Kicken bieten“, meint Potthast, der mit Übungsleiter Nevzat Erdogdu, Co-Trainer Dimitri Heinrich und Betreuer Klaus-Peter Ohlrogge auch das passende Personal dafür gefunden hat. Geplant ist zunächst, ein Mal die Woche donnerstags von 17.30 bis 18.30 Uhr das Training stattfinden zu lassen. Wenn das Wetter besser wird, geht es nach draußen auf das grüne Geläuf. „Wir wollen hier langfristig etwas aufbauen“, betont Potthast. „Der Fußballkurs spricht noch einmal mehrere Leute an. Weil es etwas Offizielles im Verein ist“, meint Jacobs. Das zeigt: Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit für den FC Syke 01.

So auch für den Trainer Nevzat Erdogdu, der nicht lange zögerte und sofort zusagte. „Ich fand die Idee auf Anhieb faszinierend und habe mich über das Thema Inklusion sofort informiert. Weil es das in der Art in Syke noch nicht gibt. Wichtig ist für mich, dass hier auf Dauer ein Gemeinschaftsgefühl entsteht“, unterstreicht der Coach, der im Verein darüber hinaus auch die A-Junioren trainiert. Aber auch für ihn ist es eine neue Erfahrung, Menschen mit Handicap zu unterrichten. „Man muss sich eben vor Augen führen, dass es etwas anderes ist, als wenn ich meine Jugend trainiere. Viele Dinge müssen dabei berücksichtigt werden.“

Doch das hatte der Trainer bei der ersten Einheit schon gut im Griff. Nach einer kurzen Kennenlernrunde machten sich die Teilnehmer gemeinsam warm. Und zum Abschluss wurde dann auf beide Tore noch ein Spielchen Sechs-gegen-sechs absolviert. Die gute Nachricht für Potthast und Co.: Alle Teilnehmer waren mit Eifer dabei, bejubelten jeden einzelnen Treffer mit großer Freude. Und so wird die Inklusionsmannschaft bei der Einheit an diesem Donnerstag vielleicht schon den einen oder anderen Neuzugang in ihren Reihen begrüßen dürfen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+