Syke räumt auf

Gemeinsam gegen das Müllproblem

Zum mittlerweile achten Mal findet in Syke die Aktion „Syke in Aktion“ statt. Gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen werden Vereine durch die Straßen ziehen und den Abfall aufsammeln.
11.03.2020, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Gemeinsam gegen das Müllproblem
Von Micha Bustian
Gemeinsam gegen das Müllproblem

Zugepackt: Heike Wilhelm von der Stadt Syke (links) und Regina Pasenau sind für "Syke in Aktion" bereits vorbereitet.

Micha Bustian

Hinter den Gräueln des Klimawandels und dem Corona-Virus ist eines von der Bildfläche verschwunden: das Müllproblem. Vor allem Plastik und Zigarettenkippen verschandeln nicht nur die Natur, sondern sind auch nur überaus schwer abbaubar. Jahr für Jahr stemmt sich an einem Tag die ganze Stadt Syke gegen dieses unangenehme Phänomen. Dann heißt es: „Syke in Aktion“, wieder am Sonnabend, 14. März. Los geht es um 10 Uhr, nur am Mühlenteich startet das Projekt schon eine Stunde früher.

Zum achten Mal findet „Syke in Aktion“ jetzt statt, lässt Regina Pasenau von der Freiwilligen-Agentur Syke wissen. Sie ist Hauptveranstalterin. Und jetzt schon zufrieden mit dem Interesse. „Es haben sich deutlich mehr Menschen angemeldet als sonst“, erklärt sie, „viele davon Privatpersonen, die in ihrem eigenen Umfeld aufräumen wollen“. Der Angelsportverein ist dabei, dazu kommen Awo-Trialog, das Diakonische Werk, der Verein Erlebnis Ristedt, die Freie evangelische Gemeinde Syke, die Freiwilligen-Agentur, die Gästeführerinnen, die Lebenshilfe, das Moderne Orchester des TuS Syke, Mc Donald's, der Ortsrat Gödestorf, der Ortsrat Syke und der Seniorenbeirat.

Zu tun dürfte es genug geben, denn in Syke gibt es einige Orte, die ganz offensichtlich gerne zur Entsorgung genutzt werden. Die Gisela-Wenderoth-Straße beispielsweise, „da liegt sehr viel Grobes im Gebüsch“, weiß Bürgermeisterin Suse Laue. Auch Sozialamtsleiterin Heike Wilhelm kennt einen solchen Hotspot: die La-Chartre-Straße zwischen Schule und Theater.

Die irrsinnigsten Dinge wurden bei „Syke in Aktion“ bereits gefunden: Bildschirme, Laptops, Schränke. Derart große Sachen passen naturgemäß nicht in Müllsäcke, für die wieder die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) sorgt. Deswegen werden Finder gebeten, den Fundort großer Stücke an den Sammelpunkten anzugeben. Dort werden gegen 12 Uhr auch Säcke voll von normalem Müll abgegeben. Präziser: am Bahnhof, auf dem hinteren Parkplatz am Bahnhof, in der Berliner Straße, an der Mensa der Grundschule Am Lindhof, am Europagarten, an der Freien evangelischen Gemeinde, an der Luise-Chevalier-Schule, am Mühlenteich, am Edgar-Deichmann-Park, auf dem Hof Reinecke in Ristedt und auf dem Hof Harries in Wachendorf. An diesen Stellen beginnt das fröhliche Suchen auch.

Was bisher dem Sammeltrieb nicht zum Opfer fiel, waren Zigarettenkippen. Auch die werden diesmal aufgeklaubt und in extra dafür gesammelten Plastikflaschen verstaut. „In so eine Flasche passen etwa 700 Zigarettenstummel“, sagt Heike Wilhelm. Die Filterwatte in den Kippen – Celluloseacetat – würde 15 Jahre benötigen, ehe sie komplett abgebaut sei. „Und der Tabak enthält mehr als 7000 Schadstoffe“, 50 davon sind laut Bund für Umwelt und Naturschutz nachweislich krebserregend. „Die picken dann die Enten auf“, ekelt sich Heike Wilhelm.

Plastikmüll, Kaffeebecher, Fast-Food-Verpackungen, Zigarettenkippen – all das wartet darauf, von möglichst vielen Menschen in Syke und umzu am Sonnabend aufgelesen zu werden. Wer mitmachen möchte, sollte sich um 10 Uhr an den Sammelpunkten einfinden, sich dort mit Gleichgesinnten zusammenschließen und der Umwelt etwas Gutes tun. Es gibt aber durchaus auch die Möglichkeit, auf eigene Faust loszuziehen. Dann sollten sich Interessierte während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros am Donnerstag und Freitag dort Müllsäcke abholen. Die gefüllten Säcke können bis Sonnabendmittag an den Treffpunkten abgelegt werden.

„Häufig ist Ehrenamt fast unsichtbar, aber an diesem Tag wollen wir das freiwillige Miteinander sehen und zeigen“, freut sich Regina Pasenau auf „Syke in Aktion“. Und wer sich fragt, was in Barrien, Osterholz, Gödestorf, Schnepke und Steimke geschieht – dort wird eine Woche später der Müll aus Gebüschen und von den Straßenrändern entfernt.

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