Geschäftseröffnung

Entscheidung für die Leidenschaft

Kleider, Jacken, T-Shirts, Stühle, Handtücher und Schmuck – all dies wird es im neuen Geschäft „Herrlichkeit“ geben. Jüngst wurde die Boutique an der Syker Hauptstraße feierlich eröffnet.
06.10.2020, 17:21
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Yannik Sammert
Entscheidung für die Leidenschaft

Da ist die Freude groß: Zwei Besucherinnen überreichen Vanessa Pencereci (rechts) einen Präsentkorb.

Michael Braunschädel

Syke. Vanessa Pencereci ist eine mutige Frau. Sie hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Vor Kurzem wurde ihr Geschäft „Herrlichkeit“ an der Syker Hauptstraße feierlich eröffnet. Luftballons, Stehtische vorm Eingang und Prosecco durften da natürlich nicht fehlen. Unter dem Oberbegriff Lebensstil vereint der Laden Kleidung und Wohnartikel – einerseits also Kleider, Jacken sowie T-Shirts und auf der anderen Seite Stühle, Handtücher sowie Schmuck. Von nun an lädt die zweigleisige Boutique unter der Woche von 10 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr zum Shoppen ein.

Mit dem Verlauf des ersten Tages war Pencereci zufrieden: „Der Laden ist voll, die Leute sind interessiert und es hat bisher alles gut geklappt. Zudem haben mich schon viele Freunde und Bekannte besucht und Glückwünsche überbracht.“ Die Neu-Selbstständige ist in Syke keine Unbekannte. Seitdem sie vier Jahre alt ist, wohnt die Ladenbesitzerin in Syke.

Auch die jugendliche Tochter war bei der Eröffnung dabei. „Sie hilft mir, wo sie kann“, erzählt die Mutter. Unterstützung erhält Pencereci zudem von zwei Mitarbeiterinnen. Eine davon ist Gaby Kern. Früher betrieb diese selbst ein Geschäft in Syke. Nun ist sie in der neuen Lokalität die „Dekoqueen“, wie sie Pencereci wertschätzend nennt. Kerns Tochter ist ebenfalls involviert. Sie wird an einem Tag in der Woche im Laden arbeiten und zudem den Online-Shop betreuen. Auch auf Facebook und Instagram ist die „Herrlichkeit“ vertreten.

Am großen Tag kamen auch die Besitzer der umliegenden Läden vorbei. Sie freuten sich über die neuen Gesichter, berichtet Pencereci: „Hoffentlich werden wir uns gegenseitig befruchten. Überhaupt bin ich mit der zentralen Lage sehr glücklich.“ Dennoch: Syke hat seit geraumer Zeit Probleme mit Leerstand. Da ist es ohne Zweifel mutig, trotz dieser Entwicklung eine neue Boutique einzurichten. Und die Sykerin hat sich sogar ganz bewusst für ihre Heimatstadt entschieden.

Vermieter ist übrigens ihr ehemaliger Fahrlehrer. Wieder zeigt sich Pencerecis Verwurzelung im Ort. Seit August wurde renoviert. Die Gründerin blickt zurück: „Wir haben alles innerhalb kürzester Zeit geregelt.“ War das stressig? „Durchaus, aber es war eine zufriedenstellende und positive Anstrengung. Wir konnten ja auf ein Ziel hinarbeiten“, erklärt Pencereci.

Angesichts des Coronavirus galt es das ein oder andere zu bedenken. Unter anderem musste ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet werden. Überhaupt ist es nicht selbstverständlich, in Zeiten der Pandemie einen Laden zu eröffnen. Da ist er wieder der Mut. Die Selbstständige betont: „Ich möchte den Kunden gerade in dieser schwierigen Zeit ein schönes Erlebnis bieten.“ Wohlfühlen wird deshalb bei ihr großgeschrieben.

„Die Leute sollen gerne reinkommen und stöbern, ohne Kaufdruck zu verspüren“, ergänzt die Geschäftsführerin. Da verwundert es wenig, dass Pencereci auch auf Wünsche der Kundschaft eingehen möchte. Grundsätzlich wird das Sortiment fortlaufend an Jahreszeiten und Anlässe angepasst. So sollen zum Beispiel in der Weihnachtszeit Kleinigkeiten für selbst gemachte Adventskalender angeboten werden. Auch Events wie ein „Mädelsabend“ sind geplant. „Ich möchte eine gewisse Lockerheit ausstrahlen“, skizziert die Inhaberin.

Sie hat einen bemerkenswerten Berufswechsel hinter sich. Zuvor war Pencereci als Juristin tätig. „Ich hatte durchaus Angst, für diesen Jobwechsel belächelt zu werden“, räumt sie ein. Doch am Ende war es eine Entscheidung für ihre Leidenschaft: die Mode. „Freundinnen haben mich immer für meinen guten Geschmack gelobt und gesagt, ich müsse doch eigentlich in dem Bereich arbeiten“, erinnert sich die Rechtsgelehrte. Vor einem Jahr ist die Idee dann ernsthaft gereift. Nun hat Vanessa Pencereci den Plan in die Tat umgesetzt. Denn sie hatte den notwendigen Mut.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+