Gesseler Goldhort Verlängerung für den Goldhort

Die Ausstellung des vollständigen Gesseler Goldhorts geht in die Verlängerung. Die Originalteile können noch bis 20. Juni in Syke bleiben. Der Landkreis hofft nun auf eine rasche Öffnung der Museen.
18.02.2021, 17:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing

Syke. Die Ausstellung des originalen Gesseler Goldhorts im Forum am Syker Kreismuseum geht in die Verlängerung. Das gaben Landrat Cord Bockhop, Museumsleiter Ralf Vogeding und Kuratorin Nele Miethig am Donnerstag bekannt. Ursprünglich war seitens des Landesmuseums Hannover eine Ausstellung des vollständigen Originalschatzes nur bis Ende März zugesagt. Danach sollten lediglich drei Originalteile in Syke verbleiben und der Rest durch Replikate ergänzt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte das Forum Gesseler Goldhort jedoch bereits Anfang November 2020 seine Pforten wieder schließen müssen. So war das Original der Öffentlichkeit nur einen Monat lang zugänglich. Nach Rücksprache mit dem Land Niedersachsen als Eigentümer des Goldhorts wird die Ausstellung daher nun bis zum 20. Juni verlängert.

Im Landkreis freut man sich darüber, denn das Interesse am Gesseler Goldhort war groß, bis der Lockdown kam. Allein im ersten Monat der Öffnung zählte die Ausstellung insgesamt 2281 Einzelbesucher, hinzu kamen sieben Gruppen mit insgesamt 72 Personen – alles unter den damals geltenden Infektionsschutzmaßnahmen mit beschränktem Zugang. „Es bildeten sich sogar Schlangen“, freut sich Vogeding über das rege Interesse.

Auch das Feedback sei überaus positiv ausgefallen, nicht nur zum Schatz sondern auch zum neuen Anbau und zur Präsentation der Ausstellung. Diese beinhaltet nicht nur den Goldschatz, sondern auch ergänzende Funde zur Bronzezeit und vor allem auch zur besonderen Situation der Pipeline-Archäologie, die das Interesse der Besucher geweckt habe. Das sei besonders im Mitmachlabor zu beobachten gewesen, in dem sich Besucher nicht selten durch alle sechs Forscherstationen gearbeitet haben. „Wenn man das sieht, weiß man, dass man mit dieser Idee auf dem richtigen Weg ist“, ist der Museumsleiter überzeugt. Den Besuchern nun so schnell wie möglich wieder die Gelegenheit zu geben, den Goldhort wie die gesamte Ausstellung in Augenschein zu nehmen, liegt ihm daher am Herzen.

Unterstützung gibt es dabei seitens des Landkreises, der mit der Hilfe von Sponsoren den Anbau ans Kreismuseum mit drei Millionen Euro finanziert hat. „Wir warten gespannt darauf, wann wir im März wieder öffnen können“, sagt Cord Bockhop. Denn nicht nur der Friseurbesuch werde schmerzlich vermisst, sondern „auch in diesem Bereich warten wir dringend darauf, den Menschen wieder etwas anbieten zu können“. Damit meine er Kultur im Allgemeinen, im Besonderen jedoch die Museen. Der Besuch eines Museums sei viel eher unter Einhaltung der gebotenen Abstands- und Hygieneregeln durchführbar als beispielsweise das Einkaufen in einem Supermarkt.

Bockhop möchte die Ankündigung der Ausstellungsverlängerung daher auch als Signal an die Landesregierung verstanden wissen, dass bei der aktuellen Diskussion um die Öffnung von Friseuren und Schulen die kulturellen Einrichtungen nicht vergessen werden. Aufgrund der aktuellen Zahlen im Landkreis, die mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 41,5 nur noch knapp über der anvisierten Zahl von 35 liege, und der geleisteten Vorarbeit in Sachen Hygiene- und Abstandskonzept, habe man im Landkreis nicht nur den Wunsch, so Bockhop, sondern stelle sogar die Förderung, dass mit der Öffnung der Schulen auch die Museen ihre Türen wieder öffnen dürfen. Das solle in der kommenden Woche auch bei einem Besuch von Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler Thema werden.

„Wir haben bereits viele Veranstaltungen und Aktivitäten erarbeitet und hoffen, dass auch Schulklassen bald wieder das Forum entdecken und erforschen können“, sagt Nele Miethig mit Blick auf die erhoffte Öffnung im März. So habe man unter anderem die Öffnungszeiten erweitert, um möglichst vielen Menschen den Besuch des Goldhorts bei den geltenden Hygiene- und Abstandsregeln möglich zu machen. Insbesondere am Dienstag und am Donnerstag wurden die Zeiten bis in die Abendstunden ausgedehnt, „um auch Berufstätigen einen Besuch unter der Woche zu ermöglichen.“ In Zeitfenstern von jeweils anderthalb Stunden haben zeitgleich 20 Besucher Zugang zu den Räumlichkeiten des Museums. So sei gewährleistet, dass Abstände eingehalten werden können. Dafür ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, die ab März online unter www.forum-gesseler-goldhort.de oder unter der Rufnummer 0 42 42 / 9 76 43 30 erfolgen kann.

Mit der Öffnung werden auch wieder Veranstaltungen und Führungen angeboten, kündigt Miethig zudem an. So sollen ab April unter dem Motto „Abends im Forum“ auch wieder die Vorträge zu archäologischen Themen im Landkreis Diepholz stattfinden. Für den ersten Vortrag konnte Bernd Rasink, der damalige Teamleiter der Ausgrabungen in Gessel, gewonnen werden.

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