Seit 60 Jahren im Syker Schützenverein

Goldene Ehrennadel für Günter Meyer

Seit 60 Jahren hält Günter Meyer "seinem" Schützenverein Syke die Treue. Dafür wurde er nun in der Jahreshauptversammlung geehrt. Er hätte auch schon 62 Mitgliedsjahre hinter sich haben können.
24.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Elfi Bultjer
Goldene Ehrennadel für Günter Meyer

60 Jahre Treue: Günter Meyer ist immer noch im Syker Schützenverein, obwohl es ihm seine Mutter anfangs verboten hatte.

UDO MEISSNER

Seit 60 Jahren hält Günter Meyer "seinem" Schützenverein Syke die Treue. Dafür wurde er nun in der Jahreshauptversammlung geehrt. Er hätte auch schon 62 Mitgliedsjahre hinter sich haben können.

Seit 60 Jahren Mitglied in einem Verein zu sein, ist nicht mehr alltäglich. Viele treten in Vereine ein und nach wenigen Monaten oder Jahren gleich wieder aus. Die Gründe sind vielseitig. Mal ist es der Wechsel des Arbeitsplatzes, mal mangelnde Zeit, Gesundheit oder einfach fehlende Lust. Günter Meyer hielt seinem Verein gleich 60 Jahre die Treue und hat immer noch nicht vor aufzuhören. Dafür wurde er jetzt während der Jahreshauptversammlung mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet (wir berichteten).

Mit 18 Jahren trat er zusammen mit Freunden in den Syker Schützenverein ein. „Ich wollte schon zwei Jahre früher in dem Verein mitmachen, aber meine Mutter hatte es mir verboten“, erzählte Meyer. „Zu der Zeit war ich noch in der Ausbildung und hätte den Beitrag für den Verein nicht selber zahlen können.“

Kein Wettkampftyp

Im Juli 1957 wurde Günter Meyer Mitglied im Syker Schützenverein, später kamen auch seine Frau und die Tochter dazu. Die beiden Familienmitglieder sind inzwischen wieder ausgetreten, ebenso wie seine Freunde, die damals mit ihm eintraten, erzählte Meyer. „Ich schieße selber auch nicht mehr. Seit einigen Jahren verbringe ich mehr Zeit mit der Familie, aber ich bin immer mal wieder dabei, wenn gefeiert wird oder sehe beim Übungsschießen zu.“ Für Meyer waren die Gemeinschaft und der Zusammenhalt in dem Verein immer wichtiger als das Schießen in Wettkämpfen, aber: „Wenn man dabei ist, will man auch gewinnen“, sagte er. Zu Wettkämpfen ist er nur einmal mit gefahren.

„Es hat Spaß gemacht, an den Schützenfesten gemeinsam zu den Königen zu marschieren. Egal, was für ein Wetter war, wir sind dahin gelaufen, und das waren oft einige Kilometer. Nicht selten waren wir am Ende komplett durchgeregnet“, erzählte er lachend. Er erinnerte sich noch sehr gut an die Schützenfeste, die damals so gut besucht waren, dass es gleich drei Zelte gab. „Heute ist es nur noch ein Zelt, und das ist nicht mehr so voll wir früher“, bedauerte er die Entwicklung.

Auch das Schießen selber habe sich verändert. Die Gewehre sind leichter und präziser geworden. Das Schießen selbst werde mit Elektronik begleitet. „Es ist leichter geworden. Aber beim Schießen muss man immer voll bei der Sache sein“, meinte Meyer. Solange es ihm möglich ist, will der 78-Jährige in dem Verein bleiben, die Veranstaltungen besuchen und die Gemeinschaft unter Freunden genießen.

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