Benefizturnier für die Deutsche Krebshilfe

Golfen für den guten Zweck

Um der Deutschen Krebshilfe unter die Arme zu greifen, hat der Golf-Club Syke am Wochenende ein Benefizturnier veranstaltet. Präsident Caspar Willich engagiert sich dabei aus einem persönlichen Grund.
12.07.2021, 17:44
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Von Joshua Leive
Golfen für den guten Zweck

Insgesamt 787 Euro erspielten die 80 Teilnehmer am vergangenen Sonntag.

Michael Galian

Syke. Mit einer ganz besonderen Motivation gingen die Sportler des Golf-Clubs Syke am Sonntag ihrem Hobby nach. Die Erlöse des Benefizturniers werden nämlich an die Deutsche Krebshilfe gespendet. Die Benefizturnierserie wird nach Angaben der gemeinnützigen Organisation seit fast 40 Jahren durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit insgesamt 245.000 Euro erspielt. Durch das vollbesetzte Turnier mit 80 Teilnehmern wurden am Wochenende 787 Euro in Okel gesammelt. Der Präsident des Golfclubs, Caspar Willich, rundete die Summe auf 1000 Euro auf – "weil mir das wichtig ist".

Während des Turniers bahnte sich ein Gewitter an. Caspar Willich verglich den Wetterumschwung mit der Nachricht einer Krebserkrankung. „Es bricht plötzlich über einen hinein“, beschreibt er das Gefühl der Betroffenen. Und er muss es wissen: Den 61-Jährigen verbindet eine persönliche Geschichte mit diesem Thema. Er selbst erkrankte an Speiseröhrenkrebs und ist heute deshalb besonders sensibel für das Thema. „Krebs ist eine der Geißeln der Menschheit“, sagt er.

Es sei erschreckend, wie viele Menschen Kontakt mit Krebs haben. Viele seien selbst betroffen oder würden Erkrankte kennen. Caspar Willich möchte daher einen normalen Umgang mit dem Thema pflegen. „Ich würde mir wünschen, dass Erkrankte offen damit umgehen.“ Es sollte laut ihm keine Schwäche sein, Krebs zu haben. Die Unterstützung der Deutschen Krebshilfe liegt ihm daher besonders am Herzen, wie er sagt.

Laut des Präsidenten des Syker Golf-Clubs ist es darüber hinaus kein Geheimnis, dass die Sportart mit Klischees zu kämpfen habe. Golf-Clubs stünden jedoch nicht außerhalb des Geschehens, sondern seien ein aktiver Teil der Gesellschaft. Die Sportler würden Initiativen wie die Krebshilfe unterstützen, aber auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel im Umweltschutz tätig sein. Ein Golfplatz könne auch ein Ort der Biodiversität sein. Unterschiedlichste Flora und Fauna sei auf dem Gelände zu finden: Möwen und Reiher in der Luft, Graskarpfen in den Teichen. "Wir möchten beim Golf-Club Syke dem Problem der Monokultur entgegenwirken", sagt der 61-Jährige.  

Daneben sei Golf auch ein inklusiver Sport: Einige Golfer würden mit nur einer Hand spielen und Blinde würden gemeinsam mit einem Partner, der ihnen sage, wie weit das Loch entfernt sei, golfen. Es gebe auch querschnittsgelähmte Menschen, die sich mit einem Aufrichtstuhl helfen würden. „Es gibt fast nichts, was einen davon abhält, das zu tun, was man möchte“, findet Caspar Willich.

Wer Golf lerne, übe außerdem auch Fähigkeiten fürs Leben: Die Spieler seien alleine auf dem Platz und müssten selbst Entscheidungen fällen und mit deren Konsequenzen leben. "Auf gewisse Weise könnte man sagen, Golf festigt auch für das Unvorhergesehene", sagt Willich.

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