Kindergarten Grashüpfer Grashüpfer suchen Nachschub

Fast alle Kindergärten sind überlaufen. Der in Syke-Osterholz nicht. Die Grashüpfer haben zum 1. August noch vier Plätze frei.
17.03.2020, 17:09
Lesedauer: 2 Min
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Grashüpfer suchen Nachschub
Von Micha Bustian

Syke-Osterholz. Der Bedarf an Kinderbetreuung steigt und steigt. Es werden wieder mehr Kinder geboren in Deutschland. Und die Eltern wollen so früh wie möglich in ihren Job einsteigen. Außerdem sind Kindergärten und Krippen mittlerweile beitragsfrei. Alles Gründe für den fortschreitenden Ansturm auf die Kindertagesstätten. Auch in Syke. Ein kleiner Kindergarten in Osterholz allerdings hat noch Plätze frei: Die Kita Grashüpfer kann zum 1. August noch vier Kinder aufnehmen.

Seit 25 Jahren gibt es die Grashüpfer an der Straße Bi'n Spritzenhus. Das kleine Häuschen, in dem Ute Hannekum-Schmidt zehn Mädchen und Jungen betreut, liegt zwischen Wiesen, Waldstück und Sportanlage. Auf dem Außengelände gibt es reichlich Platz sich auszutoben. Rutsche, Sandkasten und Schaukeln locken. Innen ist es verwinkelt, gemütlich. Mattes fläzt sich auf das Sofa im Erdgeschoss. Er ist bockig, hatte gerade einen Streit. Trost bringt das Buch vom „Maulwurf Grabowski“. Minuten später geht es raus. Da ist Mattes einer der ersten, der mit Regenhose und Gummistiefeln hinausstürmt. Weg ist die schlechte Laune.

Es gibt einen Bewegungsraum für die Grashüpfer, eine Puppenecke, eine Bauecke und eine Werkstatt. Die Nähe zur Sportanlage ermöglicht einmal wöchentlich Sport in der angrenzenden Halle. Auch das Barrier Hallenbad wird regelmäßig besucht. Ausflüge zur Polizei, zur Post, der Bücherei, zu Bauernhöfen oder zum Flughafen runden das Programm ab. Doch das größte Plus dieser Kita ist laut Ute Hannekum-Schmidt die Lage, das Außengelände, die Nähe zum Wald.

Die Kita Grashüpfer ist ein privater Kindergarten mit Elterninitiative. Das bedeutet: Ute Hannekum-Schmidt ist die einzige Angestellte, hat an jedem Tag einen Vater oder eine Mutter als Unterstützung. „Großeltern gehen auch“, sagt sie. Der Nachwuchs der Kindergärtnerin gehörte vor 25 Jahren zu den ersten betreuten Kindern. „Seitdem bin ich auch da.“

Es ist also alles geregelt bei den Grashüpfern. Nur: Wieso sind dann für das kommende Kindergartenjahr noch vier von zehn Plätzen frei? Ute Hannekum-Schmidt vermutet, dass die Öffnungszeiten vielen nicht genügen. Die Kita hat von Montag bis Freitag von 7.30 bis 13 Uhr geöffnet. Auch werde angezweifelt, dass Elterninitiativen gebührenfrei laufen. Ist aber so. Drittes Problemfeld: der Einzugsbereich. „Wir nehmen Kinder von überall aus dem Syker Umfeld auf“, sagt die Leiterin. Es habe bereits Anfragen aus Thedinghausen und Emtinghausen gegeben, „aber das geht nicht, dafür bezahlt die Stadt Syke nicht“. Letztlich „fehlen uns auch die Krippenkinder“. Eltern würden ihre Kinder zumeist dort in den Kindergarten geben, wo sie auch in die Krippe gegangen sind, meint Hannekum-Schmidt.

Sie rührt die Werbetrommel für ihren kleinen Kindergarten. „Manche Kinder kommen in großen Gruppen nicht gut klar“, sagt sie. „Die wären bei uns möglicherweise besser aufgehoben.“ Es kämen immer wieder Spenden von außen herein, die Elternschaft habe beispielsweise die Überdachung der Terrasse finanziert. „So können wir jeden Tag zumindest eine Stunde draußen sein.“ Anni stürmt den Raum neben der Garderobe. Auf die Frage, wie sie es denn im Kindergarten finde, antwortet sie kindgemäß: „Schön.“ Ute Hannekum-Schmidt lacht. „Meistens schimpfen die Kinder, wenn die Eltern sie abholen kommen. Das ist ein gutes Zeichen.“

Wer sein Kind bei den Grashüpfern unterbringen will, kann Ute Hannekum-Schmidt unter Telefon 0 42 40 / 6 04 anrufen. Zur Not geht dort ein Anrufbeantworter ran.

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