Syke in Aktion

Großreinemachen in der Hachestadt

Zum achten Mal sind bei Syke in Aktion Freiwillige durch die Straßen gezogen und haben Abfall aufgesammelt. Mit dabei waren unter anderem der Angelsportverein und eine Abordnung von McDonald's.
15.03.2020, 18:49
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Bödeker
Großreinemachen in der Hachestadt

Aufräumen am Mühlenteich: Auch Mitglieder des Angelsportvereins Syke beteiligten sich an der Aktion.

Michael Braunschädel

Syke. Die Belohnungsbockwurst gab es an der frischen Luft. Auf dem Parkplatz der Freien evangelischen Gemeinde plauderten rund 50 Menschen, die zuvor den Vormittag über fleißig Müll gesammelt hatten. Insgesamt waren es noch mehr Helfende gewesen, die im Syker Stadtgebiet aufgeräumt hatten.

„Wir sind mit der Resonanz zufrieden. Mehr Helfende können es natürlich immer sein“, meinte Regina Pasenau von der Freiwilligenagentur der Stadt Syke. Ihre Kollegen vom Bauhof sammeln die Müllsäcke und den Sperrmüll ein und entsorgen ihn. Kopfschüttelndes Erstaunen herrschte wieder mal ob der Dinge und der Menge, der achtlos oder auch vorsätzlich weggeworfenen Gegenstände. „Unglaublich, wie viel Müll auf dem Parkplatz der Berufsschule lag. Irgendwie passt das nicht, wenn das auch die Generation ist, die andererseits für Fridays For Future demonstriert“, so Pasenau.

Auf der westlichen Seite des Bahnhofs war unter anderem eine Kommode die Ausbeute; Scherben, Papier und Plastik gehören da schon eher zum Alltag. Windeln mit Füllung wurde auch gefunden – ein Phänomen, mit dem auch der Jugendförderkreis des TuS Syke (JFK) immer wieder konfrontiert ist, wenn er das Umfeld der Altglascontainer kontrolliert.

Andere Vereine legten ihre Arbeitsdienste auf den Aufräumtag, sogar das Moderne Orchester half Outdoor mit. Der Angelsportverein war rund um den Mühlenteich und den Teich gegenüber des Hachestadions unterwegs. Dort lehnte ein altes Fahrrad an einem Baum, das im Wasser Rost angesetzt hatte – dieser glänzte im strahlenden Sonnenschein in Rottönen beinahe künstlerisch.

Mit Gummistiefeln stapfte Rico Nagrotzki über den nassen Rasen. Handschuhe, Greifgeräte zum rückenschonenden Bücken und grüne Warnwesten sowie vor allem die grauen Müllsäcke gehörten zur Ausstattung. „Wir machen das sowieso regelmäßig im Jahr, wollen uns an einem solchen Tag aber auch zeigen“, erklärte der Mann vom Angelsportverein.

Abordnung von McDonald's

Gut hundert Meter weiter war ein Dreierteam unterwegs. „Mich kann nichts mehr schocken, ich mache das schon viele Jahre“, sagte Anna Alaschvili. Diesmal war sie mit ihren Kollegen Carsten Zilske und Vincent Fink dabei. Sie waren ein Teil der Abordnung von McDonald's. „Wir produzieren nun mal viel Müll und wollen unseren Beitrag leisten“, so Fink. „Freiwillig“, wie die drei betonten, seien sie dabei. Fink trug Arbeitsschuhe und Alaschvili schmunzelte beim fragenden Blick auf ihre rose-farbenden Schnürschuhe: „Die sind wenigstens wasserdicht.“ Pasenau hatte schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der Abfall des Fast-Food-Betriebs nicht der einzige ist, der in der City herum liegt. Gleichwohl sind Hachepark und Schulzentren die müllmäßigen Hotspots in der Stadt im Grünen.

Im Europagarten sammelten Menschen in gelben Westen, farblich passend zu den frühlingshaft blühenden in Wellenform gepflanzten Blumen auf der anderen Straßenseite. In den Büschen im Schulzentrum findet sich traditionell viel Müll. Amira Schmidhuber und Anita Kurth zogen mit Müllsäcken los. „Wir wollen unseren Beitrag leisten“, erklärten die jungen Damen. „Das hat schon Tradition, meine Eltern hatten mich schon als kleines Kind mitgenommen“, erzählte Kurth.

Imbiss als Belohnung

Auch in den Stadtteilen Ristedt und Wachendorf waren Teams unterwegs. Gut 30 Menschen meldete Wachendorfs Ortsbürgermeister Jochen Harries. „Die Jugendfeuerwehr konnte mitmachen, weil ihr Turnier ausgefallen war.“

Vor allem im Wachendorfer Bruch fanden sich Planen und Möbel. Gut, dass die Helfer dort sowieso mit Treckern und Anhängern unterwegs waren. Im Ortskern dagegen war es auf dem Dorf vergleichsweise sauber. Einen Imbiss gab es dort zum Abschluss auch. In Syke hatte Regina Pasenau einen echten klimpernden Schatz gefunden. Ein Bund mit Schulschlüsseln lag in der Landschaft herum. „Die werden zurzeit ja sowieso nicht gebraucht“, schmunzelte ein Helfer.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+