Sanierung Syker Hallenbad

Planung aus einer Hand

Die Stadt Syke hat die Planung für die Sanierung des Hallenbades vergeben. Die Firma Janßen und Bär übernimmt diese Aufgabe. Mit dem Baubeginn wird Anfang 2021 gerechnet. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre.
03.05.2020, 18:15
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Von Sarah Essing
Planung aus einer Hand

So könnte das Syker Hallenbad nach der erfolgten Renovierung aussehen. Mit der Fertigstellung rechnet man allerdings erst zum Jahreswechsel 2022/2023.

Janßen Bär Partnerschaft

Syke. Vordergründig mag das Leben ein wenig langsamer vonstatten gehen in Corona-Zeiten, doch im Hintergrund wird natürlich weiter kräftig gearbeitet – auch am Hallenbad Syke. Per Umlaufbeschluss entschied der Verwaltungsausschuss jetzt über die Vergabe der Planungsleistung für das Großprojekt der Stadt. Dabei entschied man sich für das Planungsbüro Janßen und Bär aus Bad Zwischenahn, das auch bereits beratend in Syke tätig war, teilte Bürgermeisterin Suse Laue bei einem Pressetermin mit. „Sie haben uns nicht nur fachlich überzeugt, sondern auch die Anforderungen erfüllt“, so Laue. Ausgeschrieben war die Planung europaweit. Erstmals wurde bei diesem Projekt eine Generalplanung ausgeschrieben und vergeben, bei der die gesamte Planung des Projekts – von der Energetik über Schallschutz, Statik und Sanitär bis hin zur Elektrik – in einer Hand liegt, gab die Bürgermeisterin bekannt.

Christian Bär, Architekt, Diplom-Ingenieur und geschäftsführender Gesellschafter, stellte die bereits erfolgte Planung vor. Bäderbau sei etwas „sehr Spezielles“, vor allem wegen der erforderlichen Anlagen und Technik, betonte er dabei. Der größte Teil der Kosten liege im Keller, wo es für den Besucher auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Dennoch werde sich auch das Aussehen des Syker Hallenbades durch die Renovierung verändern, und das nicht nur durch den geplanten Anbau eines sogenannten Kursbeckens, versicherte er. Das Syker Hallenbad werde von innen einmal „komplett umgekrempelt“. „Wir sprechen dabei immer von einmal Rohbau und zurück“, sagte er. Das betreffe sowohl den gesamten Umkleidebereich als auch die Sanitäranlagen und die Schwimmhalle. Alles erhält einen neuen Estrich, neue Wandoberflächen, neue Fliesen. Lüftung, Toiletten und Duschen sowie der Fönbereich werden neu gestaltet und so ertüchtigt, dass „es modernen Ansprüchen genügt“. Das schließe auch die energetischen Aspekte mit ein sowie die Erneuerung der Trinkwasserhygiene in den Duschen, die den neuesten Verordnungen in diesem Bereich angepasst wird.

In der Schwimmhalle selbst wird es neben neuen Oberflächen auch bauliche Veränderungen geben. So wird der bisherige Raum für die Badeaufsicht verlegt. An seiner Stelle sollen eine Behindertenumkleidekabine und ein breiterer Durchgang entstehen, der ein barrierefreies Betreten des Bades erlaubt. Dabei werde nicht allein an Menschen gedacht, die schlecht zu Fuß oder auf Hilfsmittel angewiesen sind, sondern auch an Menschen mit Seheinschränkungen, führte Bär aus. Kontraste und Türen mit großen Piktogrammen soll ihnen helfen, sich auch ohne Sehhilfen im Bad zurecht zu finden.

Der bisherige Kleinkinderbeckenbereich werde zum Liegebereich; das Nichtschwimmerbecken zu einem Kleinkindererlebnisbecken mit Spielgrotte, kleiner Kinderrutsche und Wärmebänken, auf denen sich die kleinen Badegäste zwischendurch aufwärmen können, führte Bär weiter aus. Während die Beckenumrandung ebenfalls erneuert und neu gestaltet wird, soll das vorhandene Schwimmbecken möglichst erhalten bleiben. „So weit es geht“, schränkt Bär ein. Beckenboden und -wände seien zwar in Ordnung, dennoch müssen sie in der Bauphase genau im Blick behalten werden, erläuterte er. Wenn die dort angebrachten Fliesen während des Baus trocken fallen, könnten Schäden entstehen, die dann ebenfalls beseitigt werden müssen.

Angebaut wird ein weiteres Becken mit einem Vario-Hubboden der in Schritten von 30 Zentimetern bis auf 1,80 Meter vertieft werden kann. Enthalten sei eine mitfahrende Treppe, die auch flach gelegt werden kann, sodass das Becken in vollem Umfang für verschiedenste Angebote – von Aquafitness über Aqua-Cycling bis hin zu Baby-Schwimmkursen genutzt werden kann. Ein neuer Schwimm-Meister-, Erste-Hilfe-Raum und ein Geräteraum für die Vereine sind ebenso vorgesehen wie großflächige Schiebetüren zum Außenbereich. Sie sollen zum grünen Außenbereich mit Liegewiese weit geöffnet werden können, um im Sommer für mehr „Außenfeeling“ zu sorgen. Dennoch werde aus dem Syker Bad kein Freizeitbad oder ein Wellnesstempel, betonte Bär. Es bleibe ein Hallenbad, dessen Schwerpunkt auf dem Freizeitschwimmen und dem Schwimmsport liege.

Mit der Vergabe der Generalplanung an die Firma Janßen und Bär konnte bereits mit der gestalterisch und technisch detaillierten Planung begonnen werden. Erst wenn diese fertig ist, könne die Stadt die gewünschte Leistung ausschreiben, informierte Suse Laue. Da aufgrund der hohen Investitionssumme – mit insgesamt rund 8,5 Millionen Euro rechnet die Stadt derzeit – 80 Prozent der Bauleistungen EU-weit ausgeschrieben werden muss, wofür eine Vorankündigungszeit von 54 Tagen gilt, sei dies weiterhin ein „sehr komplexes Verfahren“, so Suse Laue. „Und dann muss das Ganze auch noch haushaltsrechtlich beschlossen werden.“ Das mache man „nicht mal eben so“, so Laue. Ende Juni soll der Bauplan eingereicht werden. Wird dieser genehmigt, rechnet man bei der Stadt damit, dass im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres mit den Ausschreibungen für die Arbeiten begonnen werden kann. Dementsprechend ist der Baubeginn für das erste Quartal 2021 geplant. Zum Jahreswechsel 2022/2023 rechnet Christian Bär dann mit der Eröffnung. Das hänge zum einen mit dem hohen Aufwand der technischen Installationen zusammen, zum anderen mit den erhöhten Anforderungen bei einem Bäderbau. So benötige der Beton allein sechs Monate zum Trocknen, ehe dort Fliesen aufgebracht werden können. „Für ein Schwimmbad braucht man einfach ein bisschen mehr Zeit.“

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