Die Stadt Syke entwickelt ein neues Verkehrskonzept rund um die Grundschule Am Lindhof Haltezonen sollen für Sicherheit sorgen

Syke. Die Schilder, die derzeit noch im Syker Bauhof gelagert sind, sehen auf den ersten Blick aus wie Bushaltestellen-Schilder. Doch unter dem großen grünen „H“ sind ein Auto abgebildet und Kinder, die aussteigen.
19.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Dominik Flinkert

Syke. Die Schilder, die derzeit noch im Syker Bauhof gelagert sind, sehen auf den ersten Blick aus wie Bushaltestellen-Schilder. Doch unter dem großen grünen „H“ sind ein Auto abgebildet und Kinder, die aussteigen. Sie verweisen darauf, dass es sich hier um eine Elternhaltestelle handelt. Damit sollen die Hol- und Bringzonen gekennzeichnet werden, die die die Stadt Syke zum Schulstart nach den Osterferien in der Nähe des Gymnasiums und der Grundschule Am Lindhof einrichten will: Am Riederdamm, am Parkplatz Schloßhof und an der Berliner Straße. Das Ziel: Die Stadt möchte die unübersichtliche Verkehrssituation auf der Lindhofstraße entschärfen.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Suse Laue habe sich das neue Verkehrskonzept ergeben, weil die Lindhofstraße derzeit sowieso saniert wird. Die Planungen, die bereits im Jahr 2015 begonnen haben, sehen einige Veränderungen vor: Erstens wird wieder Begegnungsverkehr zugelassen. „Der Vorteil ist, die Geschwindigkeit wird automatisch reduziert“, betont Freya Söchtig, Verkehrsplanerin der Stadt. Zweitens sollen Aufpflasterungen auf der Fahrbahn zur Geschwindigkeitsreduzierung der Fahrzeuge beitragen.

Drittens sollen die Gehwege verbreitert und die Haltebuchten in Pflanzbeete umgewandelt werden. „Die Eltern haben oft in zweiter Reihe geparkt. Das war sehr gefährlich“, nennt Söchtig den Grund. Viertens wird ein Mini-Kreisel mit einem Durchmesser von 14 Metern an der Kreuzung Lindhofstraße/Am Riederdamm gebaut. „Wenn man vom Riederdamm kommt, hat man dann auch die Möglichkeit, in einem Rutsch zu wenden“, sagt Söchtig. Zebrastreifen sollen den Kindern und Jugendlichen eine ungefährliche Überquerung in Höhe des Kreisels und beim Übergang zur La-Chartre-Straße ermöglichen.

Söchtig zufolge wurden für das Verkehrskonzept Daten zum Verkehrsverhalten in diesem Bereich erhoben. An der Planung seien Polizei, Schulen, Verkehrsplaner, Elternvertreter und der Landkreis Diepholz beteiligt gewesen. Das Konzept der Hol- und Bringzonen basiere auf den Erfahrungen des Wuppertaler Ingenieurs Jens Leven. Er habe herausgefunden, dass Kinder in der Regel Fußwege bis zu einer Länge von 450 Metern akzeptieren. Da die Schüler von den Elternhaltestellen bis zu den Schulen 150 bis 300 Meter zu Fuß gehen müssen, werde auch deren Selbstständigkeit gefördert. Denn Laue zufolge trauen viele Eltern ihren Kindern nicht mehr viel zu, immer mehr Kinder würden mit dem Auto zur Schule gefahren. Weitere positive Effekte durch die Bewegung seien: Anstieg der Konzentrationsfähigkeit im Unterricht und der Fitness. Ein Ansporn, den ganzen Schulweg oder den Weg von der Hol-und Bringzone zur Schule zu laufen, soll ein Punktesystem sein. Für jeden Fußweg erhält ein Schüler einen Stern. Wenn die Klasse eine festgelegte Stern-Zahl erreicht, wird sie belohnt – zum Beispiel mit einem Film, der im Unterricht gezeigt wird.

Die Lindhofstraße ist derzeit halbseitig gesperrt, es gilt eine Einbahnstraßen-Regelung, bei der die Abfahrt über den Riederdamm möglich ist. Anfang Juni wird die Lindhofstraße in bestimmten Abschnitten bis Dezember voll gesperrt, weil die Fahrbahn erneuert wird.

"Die Eltern haben oft in zweiter Reihe geparkt. Das war sehr gefährlich.“ Freya Söchtig, Verkehrsplanerin
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