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Heiligenfeldes Albtraum heißt Paczkowski

Vier Tore schießt Drakenburgs Angreifer und erledigt den Spitzenreiter quasi im Alleingang. Die Heiligenfelder zeigen dagegen ihre schwächste Saisonleistung.
26.09.2019, 23:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup
Heiligenfeldes Albtraum heißt Paczkowski

Ein Lichtblick: Lars Diedrichs gab sein Comeback.

Thorin Mentrup

Heiligenfelde. Torben Budelmann saß noch nicht einmal wieder, da hätte er eigentlich auch schon wieder gehen können: Gerade noch hatte er mit seinem SV Heiligenfelde einen Plan geschmiedet, um den 0:1-Pausenrückstand gegen den TuS Drakenburg noch zu drehen. Doch die Aufbruchstimmung hielt nur 46 Sekunden, denn dann gab es Elfmeter für die Gäste, Konstantin Paczkowski verwandelte unten links zum 0:2. „Und da war dann auch klar, dass das nichts mehr wird“, seufzte Budelmann nach der 0:4-Niederlage. Paczkowski wurde dabei zum SVH-Schreckgespenst: Der Angreifer erzielte alle vier Tore für die Gäste, die dem Spitzenreiter die zweite Saisonniederlage beibrachten.

Die Elfmetersituation war nur eine von vielen Unzulänglichkeiten, die sich ins Heiligenfelder Spiel einschlichen. Den Gastgebern unterliefen Fehler, die man lange nicht mehr von ihnen gesehen hatte. Sie waren zu keinem Zeitpunkt so richtig im Spiel. „Wir hatten ein schlechtes Aufbauspiel“, sah Budelmann, wie viele Angriffe schon versandeten, bevor sie richtig begonnen hatten. Es hakte jedoch nicht nur im Ballbesitz, sondern auch im Spiel gegen den Ball. „Das, was in den letzten Wochen unser Prunkstück war, hat dieses Mal gar nicht funktioniert“, monierte der Trainer, dass die defensive Stabilität fehlte. „Damit meine ich nicht nur die Arbeit der Abwehr. Das geht schon vorne los“, sah er eher einen gemeinschaftlichen Totalausfall, wie seine Elf ihn zuletzt beim 0:5 in Twistringen in der vergangenen Saison erlebt hatte. Die Suche nach Lichtblicken gestaltete sich dementsprechend schwierig. Immerhin feierte Lars Diedrichs nach seinem Schlüsselbeinbruch beim Württemberg-Cup sein Comeback. Ansonsten „waren viele heute nicht bereit für die Aufgabe“, wie Budelmann feststellte.

Als Diedrichs den Platz in der 85. Minute betrat, war das Spiel längst gelaufen. In den ersten 20 Minuten nach der Pause machte der TuS alles klar, oder anders: verspielte Heiligenfelde alle Chancen auf Zählbares. Nach dem 0:2 war der SVH angezählt. Das nutzten die Gäste, die sich mit ihren schnellen Angreifern aufs Kontern verlegten und letztlich nur auf die Fehler der Gastgeber warten mussten. Paczkowski schlug noch zweimal zu (56., 64.). An ein Heiligenfelder Comeback der Gastgeber war nicht zu denken.

Dabei war nach dem ersten Durchgang noch alles drin gewesen, schließlich lief der SVH nicht zum ersten Mal einem Rückstand hinterher. Paczkowski hatte die Gäste mit Hilfe des Innenpfostens in Front gebracht (42.). Insgesamt hatte Drakenburg die besseren Möglichkeiten. Dennoch hätte der Abend aus Sicht der Gastgeber auch anders laufen können, wenn Joshua Brandhoffs Schlenzer ins Tor und nicht gegen die Latte geflogen wäre. Doch das war eine der wenigen richtig gefährlichen Abschlusssituationen der Budelmann-Elf, die ihrerseits bei Dustin Meinkings Aluminiumtreffer ebenfalls Glück hatte (52.). Treffen konnte offenbar nur Paczkowski. „Vielleicht war das zur rechten Zeit ein Schuss vor den Bug“, hoffte Budelmann darauf, dass sein Team im Derby in Okel nun eine Trotzreaktion zeigt. Das freie Wochenende zuvor dürfte zumindest beim Verarbeiten dieser vor allem in der Höhe überraschenden Niederlage helfen.

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