Diamantene, Eiserne und Gnadenkonfirmanden feiern in Leeste ein Wiedersehen und schwelgen in Erinnerungen Hühnersuppe und Pastorenstreiche

Weyhe-Leeste. 'Weißt du noch damals?' oder 'Kannst du dich noch erinnern?' - diese Fragen fielen gestern besonders häufig. Der Grund lag auf der Hand, denn in der Leester Marienkirche und anschließend im Gemeindehaus feierten über 70 Frauen und Männer ihre Diamantene, Eiserne und Gnadenkonfirmation. In Zahlen ausgedrückt, trafen sich genau diejenigen wieder, die vor 60, 65 und sogar 70 Jahren gemeinsam ihre Konfirmation feierten. Viele der Anwesenden hatten dabei keinen langen Anfahrtsweg, denn sie sind in der Umgebung von Leeste wohnen geblieben.
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Von FEMKE SCHIERENBECK

Weyhe-Leeste. 'Weißt du noch damals?' oder 'Kannst du dich noch erinnern?' - diese Fragen fielen gestern besonders häufig. Der Grund lag auf der Hand, denn in der Leester Marienkirche und anschließend im Gemeindehaus feierten über 70 Frauen und Männer ihre Diamantene, Eiserne und Gnadenkonfirmation. In Zahlen ausgedrückt, trafen sich genau diejenigen wieder, die vor 60, 65 und sogar 70 Jahren gemeinsam ihre Konfirmation feierten. Viele der Anwesenden hatten dabei keinen langen Anfahrtsweg, denn sie sind in der Umgebung von Leeste wohnen geblieben.

Für die Jubilare war das Treffen ein schöner Anlass, um Bekannte wiederzutreffen und in Erinnerungen zu schwelgen. So kamen sowohl lustige Anekdoten aus dem Konfirmationsunterricht als auch traurige Nachkriegserinnerungen zur Sprache.

'Ich freue mich besonders, dass wir 20 Jubilare dabei haben, die im Jahr 1940 konfirmiert wurden. Diese Zahl zeigt deutlich den demografischen Wandel auf. Die Menschen werden immer älter und sind zugleich noch sehr rüstig', freute sich Pastor Ele Brusermann beim gemeinsamen Mittagessen im Gemeindehaus. Zuvor hatte er den Gottesdienst geleitet.

Zu den rüstigen Gnadenkonfirmanden zählten Hilde Brünjes und Edith Rack aus Leeste. 'Ich kann mich noch gut an mein schwarzes Konfirmationskleid erinnern, den Stoff habe ich mir selbst ausgesucht. Damals mussten wir zur Konfirmation alle schwarze Kleidung tragen', dachte Hilde Brünjes zurück. Auch an das gemeinsame Essen im Anschluss an den Konfirmationsgottesdienst können sich die beiden Leesterinnen noch gut erinnern: 'Da durfte die Hühnersuppe nicht fehlen, und anschließend gab es Schmorbraten. Gefeiert wurde aber nur zu Hause und mit der engsten Familie, für größere Feierlichkeiten war kein Geld da', verrieten sie. Auch an ihren Pastor Püße haben sie noch Erinnerungen. 'Wir waren der letzte Jahrgang, den er konfirmiert hat. Bei ihm mussten wir viel auswendig lernen', bemerkte Edith Rack.

Auswendig lernen und vor allem viel singen mussten auch Christa Schlacke, Marga Klinker und Heiner Böttcher. Dies hatten sie allerdings nicht Pastor Püße zu verdanken, denn sie wurden von dessen Nachfolger, Pastor May, konfirmiert - damals vor 60 Jahren. 'Ich weiß noch, dass es an dem Tag genauso geregnet hat wie heute', bemerkte Heiner Böttcher. 'Und unser Pastor hatte immer seine Lieblinge, die hat er besonders bevorzugt behandelt. Ich gehörte nicht dazu, denn von 30-mal Konfirmandenunterricht habe ich bestimmt 15-mal gefehlt - der Weg von Erichshof nach Leeste war mir einfach zu weit, denn wir hatten ja noch keine Fahrräder', erzählte Christa Schlacke schmunzelnd. Aber nicht nur die Entfernung hatte sie in schlechter Erinnerung, auch die Kirchenlieder mochte sie gar nicht. 'Wir haben zwar als Kinder und Jugendliche viel gesungen, wenn wir von der Schule nach Hause gegangen sind - aber ganz bestimmt keine Kirchenlieder', sagte sie.

Auch für einen Jubilar aus Melchiorshausen war der Konfirmandenunterricht eher eine Qual. 'Ich hätte in der Zeit lieber Fußball gespielt', erinnerte er sich. Und auch seine Mitkonfirmanden am Tisch haben keine guten Erinnerungen an die Konfirmationszeit vor 60 Jahren. 'Wir mussten soviel auswendig lernen, und dann gab es noch eine Prüfung, bei der wir alle einzeln vor die Gemeinde treten und etwas aufsagen mussten - schrecklich', erinnerte sich eine weitere Diamant-Konfirmandin.

'Ich mochte das auch nicht, und deshalb haben wir unserem Pastor auch mal einen Streich gespielt und ihm Hühnerfüßchen an sein Fahrrad gebunden', plauderte eine weitere Jubilarin lachend aus dem Nähkästchen.

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