Hape Kerkelings Sketchpartner Achim Hagemann musste sich am Klavier festkrallen Hurz wohnt in Düsseldorf

Der Hurz-Auftritt von Hape Kerkeling im Stuhrer Rathaus, mit dem er die musikalische Avantgarde auf den Arm nahm, ist für viele Fernsehzuschauer unvergessen. Am Klavier saß damals Achim Hagemann. Heute hat Hagemann seine eigene kleine Fernsehshow im dritten Programm, "Der Popolski Show". Dort mimt der Recklinghäuser Pavel Popolski. Der ist das Oberhaupt einer polnischen Musikerfamilie, die fest davon überzeugt ist, dass es eigentlich ihr Opa Piotrek war, der den Pop erfunden und mehr oder weniger sämtliche Nummer-1-Hits der Geschichte komponiert hat. Für das Gespräch mit Gaby Wolf versetzte sich Achim Hagemann jedoch noch einmal 20 Jahre nach Stuhr zurück.
22.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Der Hurz-Auftritt von Hape Kerkeling im Stuhrer Rathaus, mit dem er die musikalische Avantgarde auf den Arm nahm, ist für viele Fernsehzuschauer unvergessen. Am Klavier saß damals Achim Hagemann. Heute hat Hagemann seine eigene kleine Fernsehshow im dritten Programm, "Der Popolski Show". Dort mimt der Recklinghäuser Pavel Popolski. Der ist das Oberhaupt einer polnischen Musikerfamilie, die fest davon überzeugt ist, dass es eigentlich ihr Opa Piotrek war, der den Pop erfunden und mehr oder weniger sämtliche Nummer-1-Hits der Geschichte komponiert hat. Für das Gespräch mit Gaby Wolf versetzte sich Achim Hagemann jedoch noch einmal 20 Jahre nach Stuhr zurück.

Frage: Wer ist eigentlich damals auf den Titel "Hurz" gekommen? Und wie kommt man überhaupt auf so etwas?

Achim Hagemann: In meinem Düsseldorfer Studio, in dem wir diese Nummer aufgenommen haben, wohnte damals ein Mieter - er wohnt glaube ich immer noch da - mit dem Namen "Hurz". Der Name stand auf dem Klingelschild, und er erschien uns so schräg, dass wir gedacht haben, da muss man was draus machen. Und so ist er bis heute stolzer Namensgeber von "Hurz".

Der Hurz-Auftritt fand dann im Rathaus der Gemeinde Stuhr statt. Waren auch andere Orte im Gespräch - und warum fiel die Wahl auf Stuhr?

Auf Stuhr fiel die Wahl, weil dort an diesem Abend ein Konzert stattfand, an welches wir uns einfach drangehängt haben. Ich glaube, es war Musik mit Klavier, Cello und Flöte. Wir haben dann einfach vor dem eigentlichen Konzert mit den Leuten die Performance durchexerziert.

Wie haben Sie selbst die Szene mit Hape Kerkeling und die Reaktionen des Publikums damals erlebt? Was ging Ihnen durch den Kopf?

Es war sichtbar schwierig, ernst zu bleiben, da das Publikum nach einer trägen Anfangsphase doch sehr engagiert in die Diskussion mit einstieg. Je ernster es dann wurde und je beleidigter die Leute wurden, umso lustiger wurde es natürlich für uns auf der Bühne. Das wurde tatsächlich zu einer Schwierigkeit.

Wie schafft man es, in dem Moment nicht laut loszuprusten?

Indem man sich am Klavier festkrallt, mit starrem Blick nach vorne guckt und sich daran erinnert, dass man dieses Lied schon einhundertmal vorher gespielt hat. Und dann versucht man es so lange wie möglich durchzuhalten.

Abgesehen von unserer Anfrage - verfolgt "Hurz" Sie bis heute?

In der Tat! Ich werde immer wieder darauf angesprochen und freue mich, dass sich die Menschen auch 20 Jahre später noch an diesen Sketch erinnern. Das scheint irgendwie eine Art Klassiker geworden zu sein.

Hätte "Hurz" eigentlich eine Chance, es in die Popolski-Show zu schaffen? Immerhin sind auch da "polnische" Künstler am Werke?

Da ist mir noch keine gute Geschichte zu eingefallen. Ich denke mal darüber nach, vielleicht kommt noch die entscheidende Idee.

Im Herbst gehen die "Popolskis" wieder auf Tour quer durch Deutschland. Hätte auch Stuhr eine Chance, einmal die Popolski-Show zu beherbergen?

Selbstverständlich! Wir träumen von einem großen Open-Air-Festival, an einem Sommerabend mitten in der Altstadt von Stuhr, wo wir auf einer Bühne die gesamte Stadt unterhalten dürfen.

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