JFK-Konzert in Syker Kreissparkasse: Das Publikum lässt sich beim Spiel von Karl Seglem und dem Eple Trio davontragen

Jazzer öffnen wundersame Klangräume

Ein teilweise sprachloses Publikum haben Karl Seglem und seine Musiker am Sonnabend in der Syker Kreissparkasse hinterlassen. Dort gaben die Jazzer aus Norwegen ein Konzert und zogen die Zuhörer in ihren Bann. Seglem ist in der Szene kein Unbekannter, ist er doch Träger eines bedeutenden Musikpreises in Norwegen.
17.11.2014, 00:00
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Jazzer öffnen wundersame Klangräume

„Das war super, da fehlen einem fast die Worte.“ Das Publikum war begeister von Karl Seglem und seinen Musikern.

Udo Meissner

Ein teilweise sprachloses Publikum haben Karl Seglem und seine Musiker am Sonnabend in der Syker Kreissparkasse hinterlassen. Dort gaben die Jazzer aus Norwegen ein Konzert und zogen die Zuhörer in ihren Bann. Seglem ist in der Szene kein Unbekannter, ist er doch Träger eines bedeutenden Musikpreises in Norwegen.

„Er ist eine bekannte Größe in der norwegischen Musikszene“, stellte Gert Harthus von der Kulturinitiative Jazz Folk Klassik (JFK) den norwegischen Musiker Karl Seglem vor und vergaß auch nicht zu erwähnen, dass dieser Preisträger des Buddy ist. Dabei handele es sich um die höchste Auszeichnung im norwegischem Jazz. Warum der Künstler eine solche Wertschätzung in seinem Land erfährt, wurde mehr als deutlich während des Konzertes am Sonnabend im Saal der Syker Kreissparkasse, das JFK veranstaltete.

Denn von Anfang an zogen die vier Musiker das Publikum in ihren Bann, öffneten wundersame Klangräume und ließen viele Zuhörer mit geschlossenen Augen lauschen. Begleitet wurde Seglem vom Eple Trio: Andreas Ulvo am Piano, Jonas Howden Sjøvaag am Schlagzeug und an diesem Abend mit Roger Arntzen am Kontrabass. Ihr Zusammenspiel, ihr traumwandlerisches Vertrauen zueinander und ihre Spielfreude machten den Abend zu einem unvergesslichen Konzerterlebnis, das mit einer Komposition von ihrer CD „Norskjazz. no“ und perlenden Tönen von Ulvos Piano begann.

Als Seglems Tenorsaxofon mit wunderbar warmem Timbre einsetzte, der Bass dazu kam und Jonas Howden Sjøvaag ein schon fast klangloses Schlagzeug dazu spielte, öffnete sich für die Zuhörer das Tor zu einer anderen Welt und machte neugierig auf weitere Hörabenteuer. Und die wurden dann auch von den exzellenten Musikern mit ihrer nächsten Session geboten, die erst nach einer halben Stunde endete und Kompositionen von der aktuellen CD „Nyesongar.no“ geradezu zelebrierte. Dort war Weltmusik im besten Sinne zu hören, denn Seglem blieb nicht beim eher schwermütigem norwegischen Jazz, sondern machte Ausflüge in andere musikalische Kulturen wie die afrikanische, schaffte ungewöhnliche Rhythmen, setzte aber auch mal Dreivierteltakte. Bevor alles in einem furiosen Klangfinale endete, war auch noch mit dem Ziegenhorn ein in seinem Klang sehr archaisch anmutendes Instrument zu hören, das Seglem mit dem Mundstück eines Saxofons spielte.

„Norwegische Visionen“ lautete der Titel des Konzertes, und genau die vermittelten die virtuosen Musiker offensichtlich auch dem Publikum, denn in der Pause war mehrfach von Gästen zu hören, dass sie sich „wie in Norwegen“ gefühlt hätten. Und obwohl die Musik in kein gängiges Genre passte, erreichte sie bei den Zuhörern eine schon an Ergriffenheit grenzende Partizipation. „Ich habe einfach die Augen zugemacht und mich von der Musik tragen lassen“, brachte es eine Zuhörerin auf den Punkt. Und dieses Sich-davon-tragen-lassen setzte sich auch im zweiten Teil des Konzerts fort, denn es folgten Komposition aus ihrer mehrfach ausgezeichneten neuen CD „Norskjazz.no“, vom Meister Karl Seglem angekündigt.

Hingebungsvolle Zuhörer

Wieder sah man die Zuhörer mit geschlossenen Augen hingebungsvoll lauschen und sich weit in wundersame Klangräume forttragen lassen. Und wie im ersten Teil blieb kaum Zeit zum Applaudieren. Aber wenn die Lücke im Spiel da war, setzte geradezu frenetischer Applaus ein, begleitet von Beifallsrufen, die auch den bravourösen Schlussakkord mit dem Stück „Lull“ und einem beeindruckenden Solo von Karl Seglems belohnten.

Zwei Zugaben musste die Gruppe noch geben, dann durfte das Quartett die Bühne verlassen. „Das war super, da fehlen einem fast die Worte“, lautete der Schlusskommentar eines Konzertgastes.

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