Jugendarbeit

Neue Kräfte für einen neuen Geist

Das Team der Jugendarbeit in Syke hat Verstärkung erhalten. Friederike Frerichs, Vanessa Schwantje und Ingo Merker nehmen die Arbeit in den Jugendhäusern in Syke und Barrien auf.
30.07.2021, 15:14
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Neue Kräfte für einen neuen Geist
Von Sarah Essing
Neue Kräfte für einen neuen Geist

Friederike Frerichs und Ingo Merker freuen sich über ihre neue Wirkungsstätten: die Jugendhäuser in Syke und Barrien.

Michael Galian

Syke. "Ich möchte hier nicht mehr weg!", ist sich Ingo Merker sicher. Der Sozialarbeiter und Sozialpädagoge fühlt sich angekommen. Er ist einer von drei neuen Mitarbeitern für die Syker Jugendarbeit. Gemeinsam mit Friederike Frerichs und Vanessa Schwantje verstärkt er das Team. So hat es der Rat beschlossen, um das vorgestellte Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt umzusetzen (wir berichteten). Eine weitere Kraft wird am 1. Januar 2022 das Team vervollständigen. "Mit neuen Leuten wird ein neuer Geist hineingebracht", ist sich auch Bürgermeisterin Suse Laue sicher. 

Erste Gespräche, wie sich dieser "neue Geist" gestalten ließe, wurden bereits geführt, verrät Stadtjugendpfleger Abdelhafid Catruat. Dazu gehört auch, wie sich die Ziele des Konzeptes für die Kinder- und Jugendarbeit umsetzen lassen. So gab es bereits erste Änderungen, wie etwa bei der Einteilung der Räume im Jugendhaus. Die mobile Bühne etwa ist erstmal aus der Diele verschwunden. "Aber sie kann jederzeit wieder aufgebaut werden", versichert Catruat mit Blick auf Veranstaltungen – wenn diese wieder möglich sind. Doch damit ist in der Diele nun mehr Platz für Billardtische, Kicker und eine Tischtennisplatte. In Sitzecken können es sich die Besucher gemütlich machen. In Regalen stehen Bücher, Comics und Spiele bereit. "Hier kommen alle erstmal zusammen und können sich dann überlegen, was sie machen wollen", sagt Friederike Frerichs.

Das Büro soll ins ehemalige Internet-Café im Erdgeschoss ziehen und auch für das Balkonzimmer mit der Theke gibt es bereits Ideen. Ein Bewegungsraum zum Beispiel für Tanzgruppen wäre denkbar. Weitere Möglichkeiten eröffnen sich, wenn das Obergeschoss – wie nun vom Rat beschlossen – renoviert ist und ebenfalls genutzt werden darf. "Das Haus ist riesig und steckt voller Möglichkeiten", ist auch Friederike Frerichs von ihrer neuen Wirkungsstätte begeistert, vor allem vom Außenbereich. Das gebe es nicht so häufig, kann sie aus Erfahrung sagen.

Die 38-Jährige stammt ursprünglich aus Cloppenburg, ist in der Jugendarbeit tätig, seit sie 18 Jahre alt war und studierte soziale Arbeit in Vechta. Sie war immer in Jugendhäusern tätig, zuletzt in Erftstadt, berichtet sie. Nun wollte sie wieder zurück in Norden, näher zu ihrer Familie. Da kam die Stelle in Syke gerade richtig. "An meinem ersten Tag hier hatten wir ein volles Haus. Das hat mich sehr gefreut", sagt sie. In Nordrhein-Westfalen hatten die Jugendhäuser zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen. Den Trubel und das geschäftige Treiben, das normalerweise in Jugendhäusern herrsche, habe sie sehr vermisst, gesteht sie. "Hier dann die Geräusche wieder zu hören, das war schön."

Frerichs ist einzig und allein für die Jugendhäuser in Syke und Barrien zuständig. Anders Ingo Merker. Der Bruchhausen-Vilser ist bereits seit drei Jahren als Schulsozialarbeiter an der Luise-Chevalier-Grundschule tätig. Diese Halbzeitstelle wird er auch weiterhin ausfüllen. Ergänzend dazu übernimmt er nun aber auch Stunden in den Jugendhäusern der Hachestadt. Ähnlich wie seine Kollegin Vanessa Schwantje. Die 26-Jährige ist auch Sozialarbeiterin an der Realschule Syke.

Für den 53-Jährigen geht damit ein Wunsch in Erfüllung. Nach einer Ausbildung zum Tischler studierte er Sozialarbeit in Bremen. "Schon im Studium wollte ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten." Die Arbeit in einem Jugendhaus sei dabei immer sein Ziel gewesen. "Aber es ist gar nicht so einfach, da etwas zu finden."

Am Syker Jugendhaus schätzt Merker besonders, dass sich dort auch über die Jugendarbeit hinaus etwas tut. Die Fahrradwerkstatt, die Namenlosen Tage oder die Vater-Jungen-Gruppe nennt er als Beispiele für zahlreiche Aktivitäten, "auch generationenübergreifend". "Das Jugendhaus ist richtig lebendig", freut er sich, denn so soll es sein.

"Aber wir befinden uns momentan noch in der Findungsphase", betonen die zwei neuen Teammitglieder. "Wir müssen jetzt erstmal die Kinder und Jugendlichen kennenlernen, herausfinden, was sie wollen", sagt Friederike Frerichs und Ingo Merker ergänzt: "Wir wollen ihnen nicht einfach etwas vorsetzen."

Zur Sache

Die Jugendhäuser in Syke und Barrien

Auch die Öffnungszeiten der Jugendhäuser werden vom neuen Team ins Auge gefasst. Aktuell ist das Jugendhaus in Syke montags und mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet; das Jugendhaus in Barrien montags und dienstags von 16 bis 19 Uhr. "Es hat sich aber schon gezeigt,  dass der Bedarf eher in den Abendstunden liegt", sagt Abdelhafid Catruat. Deshalb sollen die Stunden nach den Sommerferien erweitert werden auf die Zeit von 15 bis 21 Uhr. Der Dienstag soll hingegen als Projekttag festen Gruppen vorbehalten bleiben. "Aber wir bleiben flexibel", sagt Catruat. Das heißt: Die Öffnungszeiten werden dem Bedarf angepasst. Damit das geschehen kann, müsse nun aber zunächst Kontinuität geschaffen werden. Das sei mit der Verstärkung des Teams möglich.

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