Jugendhaus Syke

Renovierung mit einem „Ja, aber“

Das Jugendhaus in Syke ist in die Jahre gekommen. Der Generationenausschuss befürwortet daher eine Sanierung des Obergeschosses, fragt sich aber auch, ob eine generelle Renovierung nicht günstiger wäre.
19.11.2020, 15:43
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing
Renovierung mit einem „Ja, aber“

Das Jugendhaus am Lindhof in Syke ist in die Jahre gekommen. Für eine Nutzung muss das Obergeschoss renoviert werden.

Michael Galian

Syke. Warum etwas halb machen, wenn man gleich das Ganze angehen könnte? Dieser Frage gingen die Mitglieder des Generationenausschusses der Stadt Syke am Mittwochabend nach. Dabei geht es um das Jugendhaus in Syke. Das Obergeschoss muss saniert werden, damit es wieder für die Jugendarbeit genutzt werden darf. Doch das Gebäude könnte auch in Gänze eine Generalüberholung vertragen, erfuhren die Ausschussmitglieder, sodass rasch die Frage im Raum stand, ob es nicht besser wäre, gleich das gesamte Gebäude zu renovieren.

Zum Hintergrund: Im Obergeschoss des Jugendhauses darf seit 2018 keine Jugendarbeit mehr stattfinden, weil es in der Nutzungsgenehmigung nur als Wohnung ausgewiesen ist. Für eine Änderung der Nutzungsgenehmigung ist eine Sanierung erforderlich. Gemäß des neuen Kinder- und Jugendarbeitskonzepts ist eine zeitnahe Nutzung des Obergeschosses jedoch erstrebenswert. So könnte das Angebot für die Jugend erweitert und die Räume im Obergeschoss auch unterschiedlichen Gruppen wie etwa der Volkshochschule oder Schulen zur Verfügung gestellt werden. Als Beispiel für eine künftige Nutzung nannte Claudia Prößler vom Fachbereich Bildung und Generationen der Stadt Syke etwa Sprachkurse.

Die Syker Mitarbeiter des Hochbauamtes hätten sich daher mit dem Brandschützer des Landkreises Diepholz beraten, welche Arbeiten unbedingt erforderlich wären, damit wenigstens eine begrenzte Anzahl Jugendlicher die Räume nutzen könnten, führte Claudia Prößler weiter aus. Zu den erforderlichen Arbeiten gehören unter anderem die Vernetzung der Rauchwarnanlage, die Erstellung eines Brandschutzkonzepts, der Einbau rauchdichter Türen, die Überarbeitung der Notbeleuchtung und der Notausgangstüren sowie eine Überprüfung der Elektrik. Die Kosten dafür summieren sich auf rund 100 000 Euro. Diese Summe soll laut Vorschlag der Verwaltung in den Haushalt 2021 eingestellt werden.

Erfolgt diese Sanierung können jedoch lediglich maximal zwölf Personen die Räumlichkeiten nutzen. Angesichts der Größe der Räume, die Platz für weit mehr Menschen bieten, erschien das den Ausschussmitglieder überdenkenswert. „Wie viel würde denn eine vollständige Ertüchtigung kosten, sodass das Obergeschoss wieder generell nutzbar ist“, hakte Mercedes Isabell Jagst (SPD) nach. „Ohne Gewähr“ liegt dafür die Schätzung bei etwa 200 000 Euro, teilte Claudia Prößler mit. „Das müsste der Baubereich noch einmal genauer klären.“

Geklärt werden soll auf Nachfrage des Generationenausschusses auch, was eine Renovierung des gesamten Jugendhauses kosten würde. Da dies in absehbarer Zeit erforderlich sei, erschien es Lars Heuer-Brockhoff (CDU) als sinnvoll, lieber gleich das Projekt in Gänze anzugehen, anstatt nun 100 000 Euro für Ertüchtigungen auszugeben, die bei einer Gesamt-Renovierung des Hauses dann vielleicht wieder hinfällig würden.

Auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Ralf Eggers (CDU) stimmten die Mitglieder der Beschlussvorlage für die Einstellung der 100 000 Euro in den Haushalt zu. Sie wurde jedoch um einen Sperrvermerk erweitert bis die Fragen nach den Kosten für die Gesamtbauarbeiten – unter Einbeziehung des jüngst ertüchtigten Spiekers – geklärt sind und man sich vielleicht auf eine Gesamtsanierung des Jugendhauses geeinigt hat. Diese könnte dann auch in unterschiedlichen Abschnitten erfolgen, war als Vorschlag noch zu hören.

Um den Nachwuchs drehte sich auch der abschließende Punkt der Tagesordnung. Nachdem der Stadtrat bereits im Dezember 2019 den Bau einer neuen Kindertagesstätte in Okel beschlossen hatte (wir berichteten), muss nun entschieden werden, ob die Stadt die Errichtung selbst in die Hand nimmt oder ein Investor den neuen Kindergarten baut und dann an die Stadt vermietet. „Uns drängelt das jetzt schon sehr“, bekannte Claudia Prößler mit Blick auf die Bedarfszahlen. Besonders im Syker Norden fehlen Plätze, die durch den Bau dieser Kita geschaffen werden sollen – am besten bis Sommer 2021. Die Verwaltung empfiehlt zudem, dass die Stadt selbst baut, in sogenannter Mobilbauweise. „Dann hätten wir auf unserem eigenen Grundstück immer die Möglichkeit zu erweitern“, führte Prößler aus. Und sollten die Kinderzahlen sinken, könnte das Gebäude dann anderweitig genutzt werden, etwa für kleine Wohnungen. Dem schlossen sich die Ausschussmitglieder an. Einstimmig befürworteten sie diese Vorgehensweise.

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