Scherivan Göcmen Politisches Engagement als Herzensangelegenheit

Für Scherivan Göcmen hätte das Jahr 2021 nicht ereignisreicher sein können. Sie wurde zur stellvertretenden Ortsbürgermeisterin von Syke gewählt und ist auch im Stadtradt vertreten.
07.01.2022, 16:43
Lesedauer: 3 Min
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Politisches Engagement als Herzensangelegenheit
Von Dennis Glock

Syke. Hinter Scherivan Göcmen liegt ein ereignisreiches Jahr 2021. Die Jungpolitikerin wurde im November zur stellvertretenden Ortsbürgermeisterin von Syke gewählt und ist seit der Kommunalwahl zudem im Stadtrat vertreten. „Klar, das vergangene Jahr ist für mich ziemlich gut gelaufen. Doch darauf kann ich mich nicht ausruhen. Jetzt gilt es, die Ideen anzupacken und gemeinsam mit den anderen Parteien umzusetzen“, hat sich die 26-Jährige vorgenommen. So stellt sich Göcmen vor allem die Frage, wie es gelingen kann, Syke für Jung und Alt lebenswerter zu machen.

„Politik war eigentlich schon immer mein Ding“, sagt Scherivan Göcmen und erinnert sich an ihre Schulzeit zurück. Schon während des Unterrichts sei ihr aufgefallen, dass besonders die gesellschaftspolitischen Themen sie packen und bis heute interessieren. In ihrer Freizeit engagierte sie sich zudem schon als Teenager für zahlreiche ehrenamtliche Projekte. Dazu gehörte unter anderem die Unterstützung für Geflüchtete, die in Syke eintrafen. „Aufgrund meiner Sprachkenntnisse konnte ich den Menschen mit Übersetzungen helfen und ihnen so einen besseren Start in ihrer neuen Heimat ermöglichen“, erklärt sie. In besonderer Erinnerung ist Göcmen bis heute der 1. Oktober 2015 geblieben. An diesem Tag trat sie mit „voller Überzeugung“ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei. Und warum fiel die Wahl ausgerechnet auf die SPD? Darauf hat Göcmen eine klare Antwort: „Die Werte, die die SPD vertritt, passen einfach zu 100 Prozent zu mir. Dazu gehören Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität. Diese Werte haben mir meine Eltern schon in meiner Kindheit mit auf den Weg gegeben.“

Kontakt zu den Bürgern

Bereits in den vergangenen Jahren gab sich Göcmen stets bürgernah. Auf Wochenmärkten versuchte sie, mit den Syker Einwohnern in Kontakt zu kommen und für das Wahlprogramm ihrer Partei zu begeistern. „Da steckt schon viel Mühe und viel Arbeit dahinter“, gesteht Göcmen. Diese Arbeit habe sich nun aber gelohnt. Denn im September wurde sie bei den Kommunalwahlen sowohl in den Syker Ortsrat als auch in den Stadtrat gewählt, im Zuge der konstituierenden Sitzung des Syker Ortsrats dann auch zur stellvertretenden Ortsbürgermeisterin (wir berichteten). Zudem ist sie in den beiden Ausschüssen Soziales und Integration sowie Naherholung und Kultur vertreten. „Das ist schon ein sehr großer Erfolg, auf den ich wirklich stolz bin. Aktuell ist es natürlich viel Neues, was auf mich einprasselt. Von den älteren und erfahreneren Ratsmitgliedern erfahre ich aber immer wieder große Unterstützung – was gut tut“, sagt sie.

Insgesamt verspürt Scherivan Göcmen eine zunehmende Aufbruchstimmung bei den jüngeren Menschen in der Region. Das Interesse am politischen Geschehen rücke bei ihnen dementsprechend wieder weiter in den Vordergrund, was sie begrüßt. „Ich finde es wichtig, dass junge und gleichzeitig engagierte Leute mit guten Ideen die Möglichkeit bekommen, gehört zu werden und innerhalb der Parteien die Chance dazu bekommen. Dieser Austausch zwischen den Generationen stärkt das politische Handeln“, ist sie überzeugt.

Scherivan Göcmen ist in Syke aufgewachsen. Die politische Arbeit in ihrer Heimat ist daher eine echte Herzensangelegenheit für sie. „Ich bin relativ nah dran und sehe tagtäglich, wo es Verbesserungspotenzial gibt.“

Generationen zusammenbringen

Ganz oben auf der Agenda steht bei ihr die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Für den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum benötigen insbesondere einkommensschwache Haushalte, Alleinstehende mit geringem Einkommen und Familien mit mehreren Kindern Unterstützung. Besonders für Kinder und deren Zukunft ist das von immenser Bedeutung“, unterstreicht sie. Des Weiteren plädiert sie dafür, die Stadt Syke ein Stück weit familienfreundlicher zu machen. Erste Ansätze wären ihrer Meinung nach mehr Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, die die Eltern entlasten. Auch Orte, an denen mehrere Generationen zusammenkommen, hält Göcmen für essenziell: „Gerade ältere Menschen sind oft einsam. Das sieht man speziell jetzt in der Pandemie wieder. Durch Treffen zwischen Jung und Alt könnte man die Generationen in Syke wieder näher zusammenbringen.“

Wie die Vorschläge umsetzbar sind, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Für die nähere Zukunft plant Göcmen, in der Syker Politik so schnell wie möglich mit ihren eigenen Akzenten Fuß zu fassen und als Mensch weiter zu wachsen. Damit dies gelingt, geht sie am Abend vor einer Sitzung noch die jeweilige Tagesordnung durch und bereitet sich auf die anstehenden Themen vor. "Das ist natürlich intensiv und nimmt einen Großteil meiner Freizeit ein, doch ich mache das wirklich gerne", sagt sie mit einem Lächeln.

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