Neues Tattoo-Studio in Syke

„Liebe auf den ersten Stich“

Sie ist studierte Kommunikationsdesignerin, doch Maren Kindel hat ihr Herz ans Tätowieren verloren. Das war „Liebe auf den ersten Stich“. Am 1. September eröffnet sie ihr erstes eigenes Studio in Syke.
31.08.2020, 16:44
Lesedauer: 2 Min
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„Liebe auf den ersten Stich“
Von Micha Bustian
„Liebe auf den ersten Stich“

Es kann losgehen: Maren Kindel in ihrem Studio "Kamelschwester-Tattoo".

Michael Galian

Syke. Sie mag rosa. Ihre Haare sind rosa gefärbt, die Hocker haben eine rosa Sitzfläche, und die Wände in ihrem neuen Tattoo-Studio sind zum Teil rosa gestrichen. Zartrosa wohlgemerkt, nicht krachend pink. Die Farbe zieht sich quer durch den Raum im Gebäude Hauptstraße 56-58 in Syke. Dort eröffnet Maren Kindel an diesem Dienstag, 1. September, ihr neues Geschäft namens Kamelschwester-Tattoo. Ihr erstes wirklich eigenes Geschäft.

Maren Kindel zeichnet, seit sie zwölf Jahre alt ist. Sie hat Sozialassistentin gelernt, anschließend an der Kunstschule in Hamburg-Wandsbek Kommunikationsdesignerin studiert. Bis 2012, dann kam sie wieder nach Hause, nach Syke-Osterholz. Es war nicht einfach mit dem Beruf. Sie hätte als Freiberuflerin im Grafikdesign anfangen können, „aber das ist schwierig“, sagt die 33-Jährige. Eine Alternative wäre ein Job als Illustratorin gewesen. In dieser Funktion zeichnete sie Vorlagen für andere Tätowierer. Und ließ sich selbst tätowieren.

Sascha Puchler vom Barnstorfer Studio „Blood, Ink And Pain“ fragte Maren Kindel schließlich, ob sie nicht Lust hätte, selbst Hand an die Nadel zu legen. Sie hatte. „Am Anfang tätowiert man sich selbst, seine Freunde oder Kunsthaut“, schaut die Sykerin zurück. Tierische Pfotenabdrücke hat sie sich auf die eigenen Fußrücken gestochen. „Ich habe zwar eine Nadelphobie, aber ich lerne sehr gerne“, sagt sie. Maren Kindel und das Tätowieren, das war „Liebe auf den ersten Stich“. Sie zog weiter ins Studio 21 in Bassum, bezog dort einen freien Raum, um nicht mehr so weit fahren zu müssen. Knapp zwei Jahre sammelte Maren Kindel dort Erfahrung. Und jetzt – als logische Konsequenz – folgt der nächste Schritt, das eigene Studio in Syke.

Da sitzt sie nun, diese zierliche Person. Das Logo fehlt noch, natürlich in rosa. Und auch die Fenster sind nicht wie gewünscht beklebt. Doch das sollte bis zum 1. September noch klappen. Dann wird Maren Kindel ihr Studio unter Corona-Bedingungen öffnen. Werktäglich von 11 bis 12 Uhr ist Sprechstunde, dann wird erläutert, wie das gewünschte Tattoo entstehen kann. Von 12 bis 18 Uhr wird schließlich gestochen – so, wie vorher besprochen. Für beides müssen sich die Kunden vorher unter Telefon 01 73 / 4 61 07 95 anmelden.

„Eine Tätowierung ist Luxus“, ist sich Maren Kindel sicher. Es gebe drei Gründe, sich ein Tattoo stechen zu lassen: den emotionalen Grund wie eine Geburt oder ein Tod, den kosmetischen Grund zum Überdecken einer Narbe oder eines alten Tattoos sowie der Körperschmuck. Welcher es auch immer beim Kunden ist: Die 33-Jährige nimmt ihn ernst. Tätowierungen gibt es erst für Kunden ab 17 Jahren, und für die auch nur in Begleitung der Eltern. Vorab gibt es immer ein klärendes Gespräch, denn ein Tattoo, das bleibt für immer, „und ich will wissen, ob sie wissen, was sie tun“, erklärt Kindel. Im Notfall werde auch abgeraten. „Ich fühle mich verantwortlich. Da bin ich zu sehr Mutti.“

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