Neue Kita in Okel Kinderbetreuung mit Tücken

Der Bau einer neuen Kita in Okel hat seine Tücken. Nach Verzögerungen durch gestiegene Kosten, brachte der Bau- und Umweltausschuss die Einrichtung nun erneut auf den Weg.
17.02.2022, 12:29
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Kinderbetreuung mit Tücken
Von Sarah Essing

Syke. "Wir sind sehr froh, dass es nun vorangeht und freuen uns auf den ersten Spatenstich." Mit diesen Worten fasste Okels Ortsbürgermeisterin Marlene Früchtenicht (FWG) die Gefühlslage im Syker Ortsteil zusammen. Dabei ging es natürlich um den Neubau der Kindertagesstätte, der sich aufgrund von Kostensteigerungen im Baugewerbe verzögert hatte (wir berichteten). Es musste nachgearbeitet werden. Im Zuge der Bau- und Umweltausschusssitzung am Mittwochabend wurde dies getan. Einstimmig empfahlen die Gremiumsmitglieder den Entwurf des Bebauungsplans und brachten den Auslegungsbeschluss auf den Weg. Sollte es keine Verzögerungen mehr geben, ist der Satzungsbeschluss für Mitte beziehungsweise Ende 2022 vorgesehen, sodass 2023 dann mit dem Bau begonnen werden soll. Dennoch bleibt die Planung von ausreichenden Plätzen für die Kinderbetreuung nicht ohne Tücken, wie sich im weiteren Verlauf der Sitzung zeigte.

Durch die Verzögerung bei diesem Neubau wird es mit Beginn des neuen Kindergartenjahrs im August 2022 nämlich zu Engpässen bei den Kita-Plätzen kommen. Da Eltern einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung haben, ist die Stadt Syke daher verpflichtet, für die Zeit bis zur Fertigstellung der neuen dreigruppigen Kita in Okel Ersatz anzubieten. Dabei kam ihr die Planung der Kreissparkasse Syke, ihre Filiale in Okel zu schließen (wir berichteten), zugute. In Übereinkunft mit der Kreissparkasse wird die Stadt Syke das Gebäude anmieten und umbauen, sodass dort eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen für Kinder ab drei Jahren eingerichtet werden kann.

Mit acht Ja-Stimmen und einer Ablehnung empfahl der Bau- und Umweltausschuss, das Gebäude anzumieten und den Umbau vorzunehmen. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf rund 280.000 Euro. Er soll zu Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August abgeschlossen sein. Dann wird auch erstmals die monatliche Miete in Höhe von 800 Euro fällig.

Die Summe für den Umbau stieß vor allem Reinhard Hansemann (FDP) auf. Mit Blick darauf, dass dies eine temporäre Einrichtung wäre, bezeichnete er die Kosten als "unseriös". Auch Karsten Bödeker (SPD) äußerte Bedenken, erklärte aber auch, dass diese Schaffung einer temporären Übergangslösung "alternativlos" sei. Dennoch habe er Zweifel, ob mit der vorgeschlagenen Nachnutzung der dann umgebauten Immobilie als sogenannte "Großtagespflegeeinrichtung" (eine Einrichtung, in der sich zwei bis drei Tagespflegepersonen zusammenschließen und weiter um Kinder kümmern können, Anmerkung der Redaktion) nicht nur versucht werde, die hohen Umbaukosten nachträglich zu rechtfertigen. Dazu teilte Bauamtsleiter Heinrich Sievers mit, dass es aufgrund der hohen Nachfrage nach Kinderbetreuung durchaus möglich sei, dass dieses "Provisorium" länger benötigt werde.

Das allerdings warf für Bödeker die Frage auf, ob die neue Kita in Okel dann nicht ohnehin zu klein geplant sei und ob es daher nicht sinnvoller sei, diese gleich größer zu bauen. Nach allen erfolgten Verzögerungen bei diesem Projekt wolle er keineswegs, dass die Planung abermals neu aufgerollt werde. Er bat jedoch "eindringlich" darum, dass dieses Thema auch in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Schule, Kita, Jugend und Sport besprochen werde. Eine Anregung, die seitens der Verwaltung aufgenommen wurde. Allerdings machte Sievers auch noch einmal deutlich, wie schwierig die Planung hinsichtlich der Vorhaltung ausreichender Plätze für die Kinderbetreuung generell ist. Der Bau von Kitas benötige Zeit und die Anzahl noch nicht geborener Kinder könne nun mal nur geschätzt werden. Er rief zudem in Erinnerung, dass mit jeder Ausweisung eines neuen Baugebiets auch die entsprechende Anpassung der Infrastruktur bedacht werden müsse.

Zur Sache

Zur neuen Kita in Okel soll es am Montag, 28. Februar, eine Informationsveranstaltung geben, kündigt Stine Hespenheide von der Stadtverwaltung an. Die Pläne werden ab 19 Uhr in einer virtuellen Sitzung vorgestellt und erläutert. Interessierte Bürger können sich bis zum Veranstaltungstag, 12 Uhr, dafür per E-Mail an sitzungsdienst@syke.de anmelden. Für die Teilnahme an der Informationsveranstaltung wird dann ein Link per E-Mail versandt. Dieser Link wird drei Minuten vor Sitzungsbeginn freigeschaltet.

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