Festkonzert Festkonzert mit Witterungsumschwüngen

Die Klassische Philharmonie Nordwest in Festkonzert begeisterte mit einem Festkonzert in Syke die Zuschauer. Das Orchester feierte damit sein 25-jährige Bestehen.
12.07.2021, 17:28
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss/dv

Syke. Auch wenn man am Ende im Regen, angegezogen mit dem roten Regenschutz der Kreissparkasse (KSK) Syke, das Gelände verließ – bis dahin war es auf alle Fälle knapp zwei Stunden lang ein musikalischer Genuss gewesen. Am späten Sonntagnachmittag konzertierte die Klassische Philharmonie Nordwest gemeinsam mit dem Cellosolisten Johannes Krebs open air im gut gefüllten – immer auf Abstand gemäß der aktuellen Coronaregulierung – Innenhof der KSK und verzauberte ihr Publikum. Ein Festkonzert war anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Orchesters angekündigt worden. Das Festliche, bis zur Pause noch ungetrübt von Wetterkapriolen, verwässerte dann leider zusehends im zweiten Teil.

Mit Augenzwinkern begrüßte Günter Günnemann, der Vorsitzende des Freundeskreises der Klassischen Philharmonie Nordwest, die mehr als 200 Gäste: „Wenn Sie sich gewundert haben, warum wir den Beginn verschoben hatten von 17 auf 18.30 Uhr, es war ja noch ein Regenguss abzuwarten zwischen 15 und 16 Uhr, also war es bei uns weise Voraussicht – nun wird es trocken bleiben, versprochen.“ Das klappte nicht so ganz, aber ebenfalls in weiser Voraussicht bekamen alle Zuhörer leichte rote Plastikjacken von der Sparkasse – für den Fall der Fälle. Die meisten hatten sich ohnehin mit Schirmen ausgestattet.

Für seine Musiker erklärte Dirigent Ulrich Semrau die unbeschreibliche Freude, endlich nach „harter Zeit“ wieder auf der Bühne stehen und spielen zu dürfen. Dafür hatte man vorgesorgt und eine extra große überdachte Bühne hingestellt. „Eine sehr gute Akustik“ versprach Semrau, denn sie hatten nachmittags dort schon geprobt. Und tatsächlich war es ein Hochgenuss, vor allem auch die Soli des Violoncello-Virtuosen in ihren Feinheiten zu hören. „Wir haben uns besondere Kompositionen ausgesucht, die durch ihre Leichtigkeit und Frische sehr gut in die Sommerzeit passen,“, sagte der Orchesterleiter. Im zweiten Teil versprach er angesichts des immer dunkler werdenden Himmels, dass es ja auch im Sommer donnern könne. Das komme schließlich auch in der Sinfonie Nr. 5 B-Dur von Franz Schubert vor. Leider konnten die begeisterten Zuhörer das nun nicht mehr ausgiebig genießen und würdigen. Eine Zugabe fiel ganz ins Wasser.    

Mit ausdrucksstarkem Vortrag, temperamentvollen Klängen und überzeugendem Können rissen die rund 30 Instrumentalisten des Kammerorchesters ihr Publikum mit. Schon der Auftakt, passenderweise die Ouvertüre zur Oper „Armida“ von Joseph Haydn, machte gute Laune. Mit einem weiteren Haydn Stück, dem Cellokonzert C-Dur in drei Sätzen, einem „Sahnestück für Krebs“, gewannen die Konzertierenden die Herzen der Besucher. Für umfassende Freude und strahlende Gesichter sorgte der Ausnahme-Cellist mit seinem sicherlich anstrengenden Programm letztlich vor allem mit Peter Tschaikowskis Rokoko-Variationen. Semrau bezeichnete es als „wunderbare Unterhaltungsmusik“. Zuhörer Wolfgang Griese aus Bruchhausen-Vilsen meinte: „Das ist absolute Spitze, eine enorme Freude, die Klassische Philharmonie wieder in der gewohnt ausgezeichneten Qualität zu erleben.“

Vielleicht sorgte die nach Semraus Dafürhalten zu Unrecht selten gehörte Sinfonie Nr. 5 B-Dur von Franz Schubert in vier Sätzen mit der versprochenen sommerlichen Frische für besagte sehr feuchte Frische. Auf alle Fälle waren die Kommentare auf dem Weg zu den Parkplätzen durchs Getröpfel hörbar begeistert: „Besonders dieses Draußen war toll!“

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