Kreismuseum Syke Kühe als Top-Models

Mit ihrer Kunstausstellung „Kühe & Co. – Tiere am Gartenzaun“ wirbt die Malerin Marion Wilk für mehr Wertschätzung von Hof- und Wildtieren. Vier Wochen lang sind ihre Bilder im Kreismuseum Syke zu sehen.
10.01.2020, 18:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto

Syke. Was passiert, wenn eine Künstlerin, Filmemacherin und Autorin, die jahrelang ausschließlich in Metropolen gelebt hat, nach Zeven aufs Land zieht? Sie fängt an, Kühe zu malen. So geschehen bei Marion Wilk, die 2013 ihren Wohnort von Hamburg in den Landkreis Rotenburg/Wümme verlegt hat.

Am Gartenzaun ihres neuen Anwesens schloss sie sofort Freundschaft mit den Kühen des benachbarten Landwirts. „Ich wusste bis dahin gar nicht, was das für spannende und schöne Tiere sind – und dass jede Kuh ihre ganz eigene Persönlichkeit hat“, sagt Wilk heute. Nachdem die Ex-Städterin die Kühe einige Zeit mit Äpfeln und Karotten versorgt hatte, wuchs der Wunsch in ihr, die Tiere auch zu malen.

So entstand im Laufe der Jahre Wilks „kuh.gallery“. Aus dieser Gemäldesammlung sind ab Sonntag, 12. Januar, 22 Bilder in der Ausstellung „Kühe & Co. – Tiere am Gartenzaun“ im Ackerbürgerhaus des Syker Kreismuseums zu sehen. Wilk ist nach eigener Aussage keine Schnellmalerin: Jedes Bild sei für sie ein Projekt, an dem sie Wochen, manchmal sogar Monate verbringe.

So achte sie auf die Körperspannung und -haltung der Tiere und den richtigen Blickwinkel, auch die geeignete Maltechnik und Farbpalette gelte es zu finden, berichtet die 58-jährige künstlerische Autodidaktin. Neben Acrylfarben kommen bei ihr auch Materialien wie Papier, Sand, Salz, Kaffee- oder Marmormehl zum Einsatz.

Kühe in allen Farben, Größen und Ausführungen sind noch immer die „Top-Models“, mit denen Wilk sich am liebsten beschäftigt. Mittlerweile hat die gebürtige Bremerin ihr Repertoire jedoch auch auf Schafe, Pferde und andere Hoftiere sowie heimische Wildtiere wie Rehe und Füchse ausgeweitet.

Mit ihrer Malerei möchte sie für eine stärkere Wahrnehmung und größere Wertschätzung gegenüber Hof- und Wildtieren werben: „Viele Wildtiere sind vom Aussterben bedroht, und auch bei den sogenannten ‚Nutztieren‘ müssen wir uns fragen, wann wir ihre Ausbeutung und ihr damit verbundenes Leid endlich beenden wollen“, so Wilk. Es sei höchste Zeit, dass wir unsere Sichtweise verändern und einen sensibleren Umgang mit all diesen Lebewesen finden, betont die Künstlerin.

„Kühe & Co. – Tiere am Gartenzaun“ ist Wilks neunte Einzelausstellung in ihrer „kuh.gallery“; zuvor hatte sie ihre Tiergemälde vorwiegend im Elbe-Weser-Raum präsentiert. Als Besonderheit im Syker Kreismuseum sind einzelne Bilder in ihrer Ausstellung erstmalig mit begleitenden Texten versehen – Sachinformationen, Gedichte, Steckbriefe und Lyrik aus Wilks Feder. „Mit den Texten möchte ich den Besuchern einen Mehrwert zu meinen Werken bieten“, erläutert die Malerin.

Die meisten der ausgestellten Bilder sind käuflich zu erwerben, außerdem bietet Wilk alle Gemälde auch als preiswertere Reproduktion an: „Schließlich möchte ich mit meinen Bildern für Freude im Alltag sorgen“, erklärt sie.

Museumsleiter Ralf Vogeding ist jedenfalls sehr angetan von Wilks Tiergemälden. „Als uns die Ausstellung angeboten wurde, haben wir nicht nicht lange gezögert und sofort zugegriffen“, sagt er. Die naturbezogenen Bilder würden sehr gut zum Museum am Krendel passen, ist Vogeding überzeugt.

Allerdings wird es keine feierliche Eröffnung der Ausstellung geben. „Darauf haben wir bewusst verzichtet, da ich als Künstlerin in Syke nicht so bekannt bin“, sagt Wilk und ergänzt: „Außerdem bin ich keine Freundin von Vernissagen mit Sekt und Geigenmusik.“

Das Kreismuseum Syke (Herrlichkeit 65) zeigt Marion Wilks Kunstausstellung „Kühe & Co. – Tiere am Gartenzaun“ im Ackerbürgerhaus für vier Wochen von Sonntag, 12. Januar, bis Sonntag, 9. Februar.

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