Projekt ist nun abgeschlossen / Wanderer können im Friedeholz vergängliche Kunstobjekte entdecken

Kunst im Forst: Wald-Weg-Zeichen

Im Syker Friedeholz befinden sich mittlerweile sieben Kunstobjekte aus Holz. Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren sind zwar insgesamt noch mehr Skulpturen entstanden, aber einige sind schon nicht mehr dabei. Wegen des natürlichen Materials Holz haben Wind und Wetter dafür gesorgt, dass sie entweder stark verwittert sind und entfernt werden mussten oder sich gar in den biologischen Kreislauf eingefügt haben.
04.12.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss

Im Syker Friedeholz befinden sich mittlerweile sieben Kunstobjekte aus Holz. Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren sind zwar insgesamt noch mehr Skulpturen entstanden, aber einige sind schon nicht mehr dabei. Wegen des natürlichen Materials Holz haben Wind und Wetter dafür gesorgt, dass sie entweder stark verwittert sind und entfernt werden mussten oder sich gar in den biologischen Kreislauf eingefügt haben.

Syke. Kunst im Wald – wahrscheinlich keine so neue Idee, aber in Syke auf originelle Art und Weise umgesetzt. In regelmäßigen Abständen schaffen Bildhauer im Auftrag des Kreismuseums hölzerne Skulpturen, die an markanten Stellen im Friedeholz aufgestellt werden. So können Wanderer im Spannungsfeld zwischen Kunst und Natur im Syker Forst sowohl Natur erleben als auch die künstlerischen Umsetzungen mit dem Werkstoff Holz. Die Idee entstand 1999 bei einem gemeinsamen Projekt von Museumsleiter Ralf Vogeding und Louis Niebuhr, Bildhauer und Kunstpreisträger des Landkreises Diepholz. "Und dann begegnete ich Niebuhr ein Jahr später mit Säge im Wald bei der Bearbeitung eines mitgebrachten Buchenstammes", erinnert sich Vogeding. "Dort, wo heute der Hirsch von Reinhard Osiander im Wald gegenüber des Museums steht."

Daraus entstand die Vision, dass sich Spaziergänger den Naturraum Wald erwandern und die Verbindung zwischen Alltag und Kunst erfahren können. Wobei Veränderung ein wesentliches Merkmal des Kunstbereichs ist, schließlich ist der Ausstellungsort Wald in seinem Aussehen im Wechsel der Jahreszeiten auch ständiger Veränderung unterworfen. Der Prozess der Verwitterung und des Verfalls wurde von den Künstlern mit eingeplant.

Zwischen dem Kreismuseum mit seiner Sammlung historischer Gebäude und dem alten Vorwerk, einem herrschaftlichen Baukomplex aus dem 18. Jahrhundert, befinden sich heute sieben Objekte, wobei Figurengruppen als ein Objekt gezählt werden. Die Künstler sind in der Region meist bekannt, so wie Louis Niebuhr oder Detlef Voges, Ulrike Gölner oder Adam aus Martfeld, Pablo Hirndorf aus Warpe, Regine Hawellek, Eckard Wesche, Reinhard Osiander und Marcus Keuler.

Die Holzskulpturen der Wald-Weg-Zeichen, von denen drei im Laufe der Jahre entfernt werden mussten, entstanden auf ganz unterschiedliche Weise, immer waren es Auftragsarbeiten. Da gab es 2003 bei der ersten Straße der Kunst im Landkreis Diepholz fünf Bildhauer, die beim Vorwerk an ihren Objekten arbeiteten. Davon fand passenderweise "Roter Zweig" den Weg in den Wald. Auch Ausschreibungen für das Arbeitsprojekt Kunst im Wald fanden statt. So schuf der heimische Künstler Detlef Voges den "Märchenplatz". Über 20 farbige Figuren und Objekte bilden zusammen den Märchen- und Fantasieplatz, farbenfrohe und freundliche Gestalten scheinen ins Gespräch vertieft, betrachten ihre Umgebung und wecken die Neugier der Passanten.

Das letzte Kunstobjekt, das sich in diesem Jahr in die Wald-Weg-Zeichen einfügte, war der Waldtaucher von Marcus Keuler. Drei Wochen lang hatte der Bremer Bildhauer im Garten des Vorwerks, dem Zentrum für zeitgenössische Kunst, mit Kettensäge und anderen Werkzeugen an einem Douglasienstamm gearbeitet. Dabei entstand der Tiefsee-Taucher, der nun in der Nähe der Hügelgräber zu entdecken ist. "Für die Objekte nehmen wir mittlerweile nur noch Hartholz wie Eiche oder Douglasie, alles andere verfällt zu schnell", berichtet Vogeding. "Alle sind aus dem Forst vor der Haustür." Im Schnitt entsteht alle zwei Jahre ein neues Kunstwerk, immer mit Fördergeldern des Landschaftsverbands Weser-Hunte, des Landes Niedersachsen und der EWE-Stiftung.

Um den Weg auch für diejenigen erkennbar zu machen, die sich im Friedeholz nicht auskennen, wird gerade an Hinweisschildern sowie an der aktuellen Homepage gearbeitet. Dazu hat Museumsleiter Vogeding die Historikerin Doreen Küberling engagiert, die als Regialogin in ihrer Qualifizierung zur Kulturmarketingreferentin für acht Monate daran mitarbeitet. Außerdem finden regelmäßig Gästeführungen zu den Objekten statt.

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