Landkreis Diepholz Leester DRK-Wache soll nach Erichshof ziehen

Landkreis Diepholz. Die Leester Rettungswache zieht nach Erichshof um. Und Bruchhausen-Vilsen bekommt eine eigene. Diese und andere Vorschläge hat Jens-Christian Petri von der Firma Orgakom jetzt im Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit im Diepholzer Kreishaus präsentiert. Orgakom wurde vom Landkreis beauftragt, die Rettungsdienstsituation zwischen Stuhr und Lemförde zu analysieren. Im Landkreis ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) für den Rettungsdienst zuständig.
29.04.2010, 00:46
Lesedauer: 2 Min
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Leester DRK-Wache soll nach Erichshof ziehen
Von Christoph Starke

Landkreis Diepholz. Die Leester Rettungswache zieht nach Erichshof um. Und Bruchhausen-Vilsen bekommt eine eigene. Diese und andere Vorschläge hat Jens-Christian Petri von der Firma Orgakom jetzt im Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit im Diepholzer Kreishaus präsentiert. Orgakom wurde vom Landkreis beauftragt, die Rettungsdienstsituation zwischen Stuhr und Lemförde zu analysieren. Im Landkreis ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) für den Rettungsdienst zuständig.

Weiße Flecken zwischen Twistringen und Bruchhausen-Vilsen, weiße Flecken in den Regionen um Barnstorf und Wagenfeld, sahen die Ausschussmitglieder in der Power-Point-Präsentation von Jens-Christian Petri. In diesen Bereichen sei die Abdeckung der Notfallrettung noch verbesserungswürdig. 'In diesen Gebieten treten mit einer gewissen Häufung Überschreitungen der Hilfsfristen auf', erläuterte Petri. Die Hilfsfrist liegt bei 15 Minuten. Innerhalb dieser Zeitspanne soll der Rettungswagen beim Hilfesuchenden nach der Alarmierung eintreffen. Im Landkreis Diepholz liegt die Quote laut Orgakom bezogen auf Daten von 2008 bei 87,41 Prozent. Gefordert werden 95 Prozent. Aus den weißen Flecken lasse sich aber nicht ableiten, dass dort regelmäßig die Hilfsfristen überschritten werden.

Um eine bessere Abdeckung zu gewährleisten, schlägt Orgakom vor, die Wache in Leeste, die eh sanierungsbedürftig ist, nach Westen zu verlagern, zum Beispiel an die Bundesstraße 6 oder 322 bei Erichshof. Ein Standort in Erichshof sei vorteilhaft, um auch Stuhr besser versorgen zu können, außerdem sei Syke schneller erreichbar. Die westlichen und nordwestlichen Ortsteile Stuhrs könnten derzeit planerisch nämlich nur knapp hinreichend schnell erreicht werden. Vorgesehen ist dann auch, dass die Wache einen weiteren Rettungswagen bekommt. Weyhes Erster Gemeinderat Andreas Bovenschulte zeigte sich offen. 'Wir können mit beiden Standorten, Leeste oder Erichshof, leben.'

Zusätzlich empfiehlt Orgakom einen neuen Standort bei Bruchhausen-Vilsen. 'Allerdings nicht im Ortsbereich, sondern an der B6', teilte Petri mit. Insbesondere die Bereiche westlich der Bundesstraße könnten derzeit nicht abgedeckt werden. Auch die Hilfe aus den Nachbarlandkreisen Verden und Nienburg könnten das nicht kompensieren. 'Im Jahre 2009 wurde daher vom Landkreis Diepholz der zweite Rettungswagen in Bassum nach Bruchhausen-Vilsen verlegt', heißt es in der Analyse von Orgakom.

Weiter südlich könnten neue Standorte in Rehden und Drentwede entstehen. Mit dem Nachbarlandkreisen Minden-Lübbecke soll die Zusammenarbeit ausgebaut werden.

Nach Vorstellungen von Orgakom ist außerdem eine notärztliche Versorgung zentral in Neuenkirchen einzurichten für die bisherigen Standorte Bassum und Sulingen. Das 'ermöglicht infrastrukturell einen guten Zugang in alle Richtungen', sagte Petri. Der Hintergrund: Drei der vier Notarztstandorte sind an Krankenhäusern angesiedelt (Bassum, Sulingen und Diepholz). Die Häuser hätten aber zunehmend Probleme, Notärzte für den Rettungsdienst bereitzustellen. Andreas Callies, Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis, steht hinter den Empfehlungen von Orgakom: 'Im südlichen und westlichen Bereich werden die Hilfen deutlich schneller eintreffen.'

Die Ausschussmitglieder stellten sich einstimmig hinter die Ausführungen. Der Kreisausschuss wurde beauftragt, das Konzept gegenüber den Krankenkassen als Kostenträger durchzusetzen und die Kreispolitiker über den Verhandlungsstand zu informieren. Und wie werden die Kassen reagieren? Um den Hals gefallen seien sie ihm nach den ersten Gesprächen nicht, meinte Petri. 'Aber sie haben auch nicht mit einem ,Geht ja gar nicht? reagiert.'

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