Leitfaden

Leicht, fast transparent

Silvia Lauer-Schulz aus Syke ist von ganzem Herzen Künstlerin. Deshalb will sie mittelfristig keine Aquarellkurse mehr geben. Zu diesem Thema hat sie jetzt ein Buch veröffentlicht.
24.07.2017, 17:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Annika Schindler und Micha Bustian

Syke. Die Regale sind mit Büchern und Kunstwerken gefüllt. Der Aquarellmalkasten liegt neben der Staffellei, auf der ein großes Bild sofort ins Auge sticht. Daneben hält die Syker Künstlerin Silvia Lauer-Schulz stolz ihr erstes eigenes Buch in den Händen: „Wasser, Farben, Fantasie – Aquarellmalerei“. In dieser Malereitechnik gibt sie regelmäßig Volkshochschulkurse. Doch jetzt denkt sie daran, kürzerzutreten. „Und mein Wissen soll ja nicht verloren gehen, wenn ich keine Kurse mehr gebe.“

Malen ist die große Leidenschaft von Silvia Lauer-Schulz. Schon mit 16 Jahren hatte sie das Interesse daran entdeckt. Der Trierer Künstler Werner Persy war eine große Inspiration für Silvia Lauer-Schulz, bei ihm buchte sie ihren ersten Aquarellkurs. Obwohl die 58-Jährige ihr Fachabitur in Sozialpädagogik machte, dem eine Lehre als Fotografin nachschob, um schließlich noch eine Ausbildung zur Gärtnerin folgen zu lassen, blieb sie der Kunst immer treu. Sie malte, experimentierte, belegte weitere Kurse, zeichnete mit Bleistift. Und während eines einjährigen Aufenthaltes mit ihrem Mann in England lernte sie das Töpfern, woraufhin sie in der Nähe von Bitburg eine Töpferei aufmachte.

Nach der Geburt ihres ersten Kindes zog Familie Lauer-Schulz nach Bremen. Von dort aus ging es über Asendorf und Okel nach Syke, weil in der Großstadt der Garten zu klein war. Und weil „wir nicht mehr nur von Luft und Liebe leben“ wollten, begann Silvia Lauer-Schulz, Kurse zu geben. In dieser Zeit nahm sie an Aquarellkursen bei Haidelis Jacob-Kalähne teil, präsentierte ihre ersten Ausstellungen im Kreismuseum Syke und der Galerie Schweenen. Unter VHS-Leiterin Gisela Stumpenhusen begann sie, ihre eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Anfangs unterrichtete sie Fotografie, seit 1996 Aquarellmalerei. „Eine Gruppe hatte ich sogar zwölf Jahre lang.“ Das gebe es auch nicht allzu oft.

Mit Eifer erzählt sie von der Kunst des Aquarellmalens. Die Farben müssen leicht wirken, fast transparent, und durch das Licht würden die Farben noch mehr scheinen. „Auch das Papier ist entscheidend“, erklärt sie, die 300-Gramm-Papier bevorzugt, wenn sie ein Aquarell malt. Und es muss beachtet werden, genug Farbe zu nehmen, weil die Farben nach dem Trocknen sonst nicht mehr so kräftig wirken. Auch etwas Mut ist wichtig, um mit den Farben experimentieren zu können. Ein Bild mit Aquarellfarben zu malen, brauche Dynamik und Schnelligkeit. „Malt, probiert, experimentiert“, habe sie ihren Schützlingen ans Herz gelegt. Und es solle auch mal Material verschwendet werden. „So leicht ist das aber nicht“, warnt die Künstlerin. Aquarellmaler seien ein besonderer Schlag. „Sie haben keine Geduld.“

Auch die Persönlichkeit des Malers müsse laut Silvia Lauer-Schulz immer in seinem Werk wiederzuerkennen sein. Inspirationen für ihre Bilder findet Silvia Lauer-Schulz in der Natur, etwa beim Spazierengehen im Wald oder in ihrem Garten, wo sie auch Qigong-Stunden gibt. Im Gedächtnis kann sie die Motive auf ihre Weise nachmalen. Etwas, was der Wahl-Sykerin besonders gut am Malen gefällt: Es ist eine Handarbeit. Man brauche nur Wasser, Farbe und Papier und könne etwas Wunderbares erschaffen.

Diesem Wunderbaren möchte sich Silvia Lauer-Schulz künftig mehr widmen. Deshalb hat sie beschlossen, nach und nach weniger Kurse anzubieten. „Das kostet wirklich viel Zeit“, findet sie. Denn die Kunstkurse wollen ja auch vorbereitet sein. „Ganz wenige Künstler geben Aquarellkurse“, hat die Mutter zweier Kinder beobachtet. Sie selbst tut es seit nunmehr fast 25 Jahren. Und für den Fall ihres Ausstiegs hat sie dieses Büchlein geschrieben. Von leuchtenden Farben wird darin erzählt, von Bildaufbau, goldenem Schnitt, Komplementärfarben, Lasur und Verlaufstechnik.

Ihr Buch erklärt die Aquarellmalerei und gibt Tipps zum Malen. Ebenfalls geht Silvia Lauer-Schulz auf ihre eigenen Werke ein. Den Text hat sie selber geschrieben, und auch die Fotos hat sie selber gemacht. Erhältlich ist das Buch für 14,90 Euro bei der Buchhandlung Schüttert in Weyhe, Syke und Diepholz oder der Buchhandlung Leuwer in Bremen. Interessenten können auch gerne eine Anfrage per E-Mail an info@sls-atelier.de schicken.

„Malt, probiert, experimentiert.“ Silvia Lauer-Schulz, Künstlerin
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