Tag der offenen Tür in Syke Massenauflauf wegen Polizeipräsenz

Scharen von Besuchern strömten am Sonntag in die Syker Innenstadt, um beim Tag der offenen Tür von Amtsgericht und Polizei dabei zu sein.
09.09.2018, 19:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Dorit Schlemermeyer

Syke. Tatorte waren der Alte Amtshof, der Edgar-Deichmann-Park, die Hauptstraße und die Waldstraße. Dort kam es zu regelrechten Massenaufläufen, und das trotz starker Polizeipräsenz. Oder wegen? Am Sonntag veranstalteten Polizei und Amtsgericht den ersten Tag der offenen Tür und lockten damit ganze Besucherscharen in die Innenstadt.

Seit Januar hatte sich ein Organisationsteam mit der Planung befasst und ein beeindruckendes Programm auf die Beine gestellt. "Das ist enorm, das hätten wir so nicht erwartet", brachten es Besucher auf den Punkt und erwarteten mit Spannung die Hundevorführungen im Edgar-Deichmann-Park – natürlich mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

So war der flüchtige Autodieb mit dick gepolsterter Schutzkleidung ausgestattet, als ihn der Polizeihund stellte – und das unter dem Applaus der Zuschauer, die sich in Dreierreihen um den Vorführungsplatz versammelt hatten. "Wir haben richtig Gänsehaut, mit so viel Resonanz haben wir nicht gerechnet", freute sich die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Diepholz, Sandra Franke. Sie weiter: "Das ist für uns eine tolle Gelegenheit, außerhalb unseres Dienstes entspannt mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen." So könne die Polizei ihre spannenden Facetten zeigen und Hemmschwellen abbauen. "Aber wir sind auch selbstkritisch", meinte Franke und verwies auf den Geschichtsvortrag, der sich mit der Rolle der Polizei in der Weimarer Republik beschäftigt.

Nach der Hundevorführung schlenderten etliche Besucher wieder entlang der zahlreichen Stände, die mithilfe vieler Kolleginnen und Kollegen, wie Hergen Rüscher, die vielfältigen Aufgaben der Polizei dokumentierten. Er gehört zur Spezialeinheit Umwelt und Gefahrengut, die zum Beispiel zum Einsatz kommt, wenn Wasser einer Biogasanlage in angrenzende Flüsse oder Teiche geflossen ist oder andere Gefahrenstoffe in die Umwelt gelangt sind. Ihm gegenüber hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihren Stand aufgebaut. Auf einem großen Plakat war zu lesen "Auch Mensch". Mit dieser Aktion machte die junge Gruppe der Gewerkschaft auf den erhöhten Straftatbestand gegen Polizeibeamte und -beamtinnen aufmerksam. "Früher war dieser Umstand ein eher gefühlter, aber mittlerweile gibt es wissenschaftliche Untersuchungen vom Neuen Forschungsinstitut Niedersachsen, die das belegen", erzählte Bernd Dreier, Kreisgruppenvorsitzender der GdP.

An einem anderen Stand ging es um Berufsberatung, denn natürlich spielt auch die Nachwuchswerbung an so einem Tag eine wichtige Rolle, wie Franke bestätigte. Der nächste Massenauflauf fand dann auf dem Parkplatz gegenüber der Kreissparkasse statt. Hier fanden Vorführungen der Pferdestaffel statt. "Pferde sind Fluchttiere, aber unsere dürfen natürlich nicht die Flucht antreten, werden darauf trainiert, ruhig zu bleiben bei ihrem Einsatz in einer Demonstration", erläuterte die Moderatorin. Eine rote und eine grüne Fahne, die direkt vor den Köpfen der beiden Pferde geschwenkt wurden und die trotzdem ruhig stehen blieben, konnten die Zuschauer vom guten Training überzeugen. Überraschend für manche sicher auch die Information, dass zum Dienst das Ausmisten der Ställe zählt.

Auf der anderen Seite des Parkplatzes lenkten zwei große blaue Einsatzfahrzeuge mit weißer Schrift die Aufmerksamkeit auf sich: Der SW4 (Sonderwagen) und der Wasserwerfer. Beide wurden auch von den neunjährigen Jungen Marcel und Tammo bestaunt, die sich vorstellen konnten, einmal Polizisten zu werden. Marcel stellte dafür aber eine Bedingung: "Wenn, dann nur mit Tammo."

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