Karate Mattis Nahrmann wird als erster Syker überhaupt deutscher Meister

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin schnappte sich der Karateka von SKIP Syke in der Klasse Schüler B über 38 Kilogramm den Titel.
29.09.2021, 11:28
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Mattis Nahrmann wird als erster Syker überhaupt deutscher Meister
Von Nastassja Nadolska

Die Karateka des SKIP Syke sind wieder unterwegs gewesen – und das sehr erfolgreich. Sie haben zahlreiche Medaillen gesammelt. Nach langer Corona-Pause veranstaltete der Deutsche Karateverband die nationalen Meisterschaften der Leistungsklassen Erwachsene und Schüler (U12 und U14) in Berlin. Dabei brillierte vor allem Mattis Nahrmann, der als erster Syker überhaupt zu deutschen Meisterehren kam. Im Anschluss an diesen Coup reisten insgesamt sieben Athletinnen und Athleten aus Syke ins thüringische Waltershausen zum U21-Randori. Dort gab es einmal Gold und dreimal Silber für die SKIP-Aktiven.

Max Böttcher, Tom Heinze, Laura Bruns, Mattis Nahrmann und Nils Schmeling sind in die Bundeshauptstadt gereist und zeigten dort in ihren jeweiligen Klassen gute Leistungen – allen voran Mattis Nahrmann. Er dominierte seine Gewichtsklasse in der Kategorie Schüler B über 38 Kilogramm. Gegen Elias Janott ging er zunächst in Führung. Sein Gegner glich jedoch aus und ging kurzzeitig sogar in Führung. Kurz vor Schluss drehte der Syker mit einem sogenannten Ura-Mawashi-Geri, einen Kreisfußtritt mit der Sohle zum Kopf, den Kampf zu seinen Gunsten und gewann schlussendlich mit 6:3. Mit einem 5:0 und einem 6:0 in den anderen beiden Kämpfen zog der elfjährige Nahrmann ins Halbfinale ein. Dort traf der Okeler auf Anas Arbib, der mit einem Fußtritt zunächst mit drei Punkten in Führung ging. Nahrmann drehte daraufhin richtig auf, glich aus und siegte anschließend mit seinen "blitzschnellen und gut getimten Fäusten mit 8:3", berichtete sein Trainer Björn Strote. Das Finale gegen Mohammad Abo entwickelte sich zu einem spannenden Duell. Beide Karateka tasteten sich zunächst heran. Nahrmann nutzte eine Unaufmerksamkeit des Bochumers für einen Angriff und erzielte damit das kampfentscheidende 1:0. "Nach dem Abgrüßen brachen die Emotionen bei Mattis los, denn er hatte es geschafft, den ersten deutschen Meistertitel für den SKIP Syke zu erringen", sagte Strote voller Stolz.

Auch seine anderen Schützlinge mussten sich in Berlin nicht verstecken. Nils Schmeling startete in der Kategorie U14 über 49 Kilogramm und stand nach zwei erfolgreichen Begegnungen im Viertelfinale. Gegen Linus Jünemann erkämpfte er sich schnell eine 2:0-Führung, konnte diese trotz starken Einsatzes aber nicht halten und unterlag dem späteren Finalisten aus Thüringen am Ende mit 3:5. In der Trostrunde kämpfte sich der 13-Jährige bis zum Bronzekampf vor. Das kleine Finale verlor er jedoch gegen den erfahrenen Jahan Azadi aus Hamburg klar mit 0:5. "Trotzdem hat er als Newcomer einen sehr guten fünften Platz belegt", lobte der SKIP-Trainer. Teamkollegin Laura Bruns (U14 bis 38 Kilogramm) sowie Max Böttcher (bis 75 Kilogramm) starteten jeweils stark in ihren Klassen, schieden in der zweiten Runde jedoch sehr knapp aus. Tom Heinze (über 84 Kilogramm) zeigte ebenfalls einen engagierten Kampf, "verlor diesen jedoch denkbar ungünstig", bemerkte Strote.

Etliche Medaillen in Thüringen

In Waltershausen wurde währenddessen die U21-Randori ausgetragen. "Anders als bei der Deutschen Meisterschaft werden die Kämpfe nicht im K.o.-System, sondern in Round Robin, bei dem jeder gegen jeden kämpft, ausgetragen", erklärte Björn Strote das Verfahren. Dabei zeigte wieder mal der starke Mateo Späthe in der Klasse U16 bis 63 Kilogramm gute Leistungen und gewann seinen ersten Kampf gegen Michael Jakobi aus Bremerhaven locker mit 10:0. Im zweiten Kampf gegen Adrian Koch wurde es zwar knapper, dennoch gewann der Nationalkaderathlet mit 2:1. 6:0, 5:0 und 4:0 lauteten die weiteren Ergebnisse des Sykers, ehe er im Finale seinem Landeskaderkollegen Thorge Schmidt gegenübertrat. Späthe zeigte seine ganze Klasse, konterte den Fußtritt des Gifhorners, baute seinen Vorsprung mit schnellen und präzisen Fausttechnicken auf 3:0 aus und erhöhte kurz vor dem Ende mit einem Mawashi-Geri, ein Halbkreisfußtritt zum Körper, auf 5:0. Mit 32:1 Einzelpunkten und sechs Siegen zog der SKIP-Kämpfer ins Finale ein. Dort traf er erneut auf Adrian Koch. Lange Zeit blieb es spannend, ehe Späthe mit einem 4:3 am Ende als Sieger die Matte verließ. "Damit hat er das erste von drei Qualifikationsturnieren für die kommende Europameisterschaft im Februar 2022 gewonnen", betonte Strote.

Silber für Nahrmann

Nach seinem DM-Titel ging Mattis Nahrmann in der Kategorie U12 über 38 Kilogramm mit besonders viel Motivation an den Start. Nachdem sein erstes Duell unentschieden ausgegangen war, stellte der Okeler gegen Moritz Ballewski seine Fähigkeiten unter Beweis und siegte mit 8:0. Im darauffolgenden Kampf traf er mit Mohammed Abo auf seinen Finalgegner von der DM. Dieses Mal war der Bochumer mit seiner Technik etwas schneller und entschied den Vorrundenkampf für sich. Mit einem weiteren Sieg und einem Unentschieden zog Nahrmann ebenso ins Finale ein. Die Neuauflage des DM-Finales gegen Abo entschied sich kurz vor Schluss. Die Kampfrichter sprachen dem Bochumer den entschiedenen Punkt und damit den Sieg zu. "Silber ist ein hervorragendes Ergebnis für den Syker Nachwuchskämpfer", versicherte Strote.

Zwei weitere Silbermedaillen gab es für Max Böttcher und Tom Heinze (U21). Böttcher setzte sich in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm in einem starken Kampf gegen David Ilic aus Northeim mit 5:2 durch. Im Finale unterlag er Giang Nguyen aus Sachsen mit 0:3. Heinze kämpfte in der Schwergewichts-Klasse zunächst gegen Amjad Alatta und ging mit 10:2 vorzeitig als Sieger von der Matte. Gegen den Bundeskaderathleten Stanislav Littich lag Heinze im Finale lange in Führung, bevor er wegen erneuten Heraustretens disqualifiziert wurde.

Laura Bruns (U14 bis 38 Kilogramm), Nieke Bluhm (U10 bis 37 Kilogramm) und Tammo Bluhm (U14 bis 50 Kilogramm) setzten sich in ihren Kategorien nicht durch. "Mit vier Medaillen erzielten die SKIP-Kämpferinnen und -Kämpfer ein sehr gutes Ergebnis auf dem U21-Randori. Ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen in Hinblick auf die anstehenden Deutschen Meisterschaften für Mateo, Max und Tom im Oktober", resümierte ein zufriedener Björn Strote. 

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