Modellbau Metall zieht ihn an

Metallbaukästen haben es Heinrich Harms angetan. Seit seiner Kindheit baut der ehemalige Ingenieur Modelle aus der eigenen Fantasie. Er ist immer auf der Suche nach neuen Teilen und Ideen.
13.01.2015, 00:00
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Metall zieht ihn an
Von Eike Wienbarg

Metallbaukästen haben es Heinrich Harms angetan. Seit seiner Kindheit baut der ehemalige Ingenieur Modelle aus der eigenen Fantasie. Er ist immer auf der Suche nach neuen Teilen und Ideen.

Fein säuberlich geordnet liegen die Bauteile in einem Setzkasten in der Werkstatt von Heinrich Harms. „Ordnung muss sein“, sagt der Rentner, dessen liebstes Hobby der Modellbau ist. Seit der Kindheit ist der gebürtige Twistringer fasziniert vom Basteln. „Meinen ersten Baukasten habe ich mit acht Jahren von meinen Eltern bekommen“, erinnert sich Harms. „Sie haben ihn damals durch Tausch besorgt“, glaubt Heinrich Harms, denn „damals“ war noch vor der Währungsreform und sein erster Baukasten war noch Vorkriegsware.

An das erste Modell, das er gebaut hat, kann sich Harms nicht mehr genau erinnern. „Das ist schon über 60 Jahre her“, sagt Heinrich Harms mit einem Lachen. „Aber ich denke, es war ein kleiner Kran.“ Schon als kleiner Junge begann er damit, nicht mehr nach Vorlagen aus den Heften zu bauen und stattdessen eigene Modelle zu entwickeln. „Seit langem baue ich nur Modelle, die ich mir in meinem eigenen Kopf ausdenke“, sagt er.

Allerdings sollte es für Heinrich Harms nicht nur beim Basteln in der Freizeit bleiben. Nach seinen ersten Bauversuchen zu Hause entschied sich der 76-Jährige für den Maschinenbau als seine Profession. „Der Baukasten hat die Basis für meine Berufswahl gelegt“, sagt Harms. Nach einer Maschinenbaulehre bei den alten Atlas-Werken in Bremen ging er an die Ingenieursschule in der Hansestadt und studierte dort von 1963 bis 1966. Erste Arbeitsstelle war dann die Firma Vereinigte Flugtechnische Werke in Bremen. Dort arbeitete er 32 Jahre lang als Konstrukteur für den Flugzeugbau. Zwei Jahre lang war er in München in den Airbus-Werken tätig.

Während seines Arbeitslebens bastelte Heinrich Harms zu Hause an Modellen. „Immer mit unterschiedlicher Intensität“, berichtet er. Seit er im Jahr 2000 in Rente gegangen ist, hat er wieder ein wenig mehr Zeit dafür. So entstanden in den vergangenen Jahren zum Beispiel ein etwa drei Meter hoher Kran, der nun im Dachgeschoss des Hauses ein Platz gefunden hat. „Er ist schon ein wenig zu groß“, erklärt Heinrich Harms mit einem Augenzwinkern. Etwa 15 Kilogramm wiegt das Mammut-Projekt jetzt schon. Mehr als 1000 Teile und 1000 Schrauben sind darin verbaut. Hinzu kommen drei kleine Motoren, die dafür sorgen, dass der Kran schwenken, drehen und Lasten aufheben kann. „Daran habe ich ungefähr ein Jahr gearbeitet“, berichtet Harms.

Neben dem großen Kran steht ein Modellauto, das mehr als einen Meter lang ist. „Das ist ein Pick-up aus den 1930er-Jahren“, erklärt der Modellbauer. Auch das Auto soll in der nächsten Zeit Motoren erhalten. „Dann lässt es sich ein wenig rangieren.“ Das Chassis des Fahrzeugs ist so konstruiert, dass darauf verschiedene Aufsätze passen. „Als nächstes möchte ich darauf eine Limousine aufbauen“, sagt Harms.

Alle diese Modelle entspringen der Fantasie des Rentners. Nur manchmal setzt sich Harms an sein altes Reißbrett und konstruiert einige Dinge frei Hand. „80 Prozent passiert aber in meinem Kopf“, berichtet Harms. Um seinen Bedarf an Bauteilen zu decken, ist Harms auf Flohmärkten und im Internet unterwegs. Dort kauft er Restbestände auf. In seiner eigenen Werkstatt stellt er aber auch einige Bauteile her. So hat er elektrische Spulen selbst gebaut oder gebrauchte Teile neu lackiert.

Auch für die Zukunft hat der 76-Jährige noch einige Ideen auf Lager. So sitzt er gerade an dem Modell einer Ölmühle. „Ich könnte mir auch eine Windmühle oder eine Lokomotive vorstellen“, schwelgt der Rentner schon in den nächsten Plänen für sein Hobby.

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