Badreinigung mal anders

Mit allen Wassern gewaschen

Ein Hallenbad bereitet nicht nur Freude, sondern auch Arbeit. In Barrien kümmern sich die Mitstreiter des Fördervereins um die Reinigung – ehrenamtlich. Warum die ganzen Herbstferien dafür nötig sind.
08.10.2017, 16:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Elfi Bultjer
Mit allen Wassern gewaschen

Schweißtreibende Arbeit: Auch unter dem Beckenboden wird klar Schiff gemacht. Je eine Stunde schrubben die Helfer alles sauber, ehe sie durch die nächsten Mitstreiter abgelöst werden.

Jonas Kako

Syke-Barrien. Der Förderverein Barrier Bad nutzt die Herbstferien intensiv für sein Hallenbad. „Für die Wartungs- und Reinigungsarbeiten der Schwimmhalle und Filteranlage haben wir die kompletten zwei Wochen der Herbstferien angesetzt. Ehrenamtlich helfen uns dabei rund 20 Personen. Das sind Leute aus den Schwimmsparten der Sportvereine, Mitglieder des DLRG Syke und Barrien und Mitglieder aus unserem Förderverein“, erzählte Peer Schmidt, der Vorsitzende des Vereins. Am Sonnabend waren sie mit den letzten Reinigungsarbeiten der Filteranlage beschäftigt, damit diese von einer Fachfirma gewartet und neu gefüllt werden kann.

Um das alte Hallenbad in Barrien vor der Schließung zu bewahren, gründete sich im Februar 2016 der Förderverein des Barrier Hallenbades. Mittlerweile hat der Verein 120 Mitglieder. „Mit seinem Hubboden in dem acht Meter breiten und fast 17 Meter langen Becken ist es ideal für Reha-Sport und die kleinen Schwimmanfänger“, findet der Verein. Zum 1. Januar 2017 übernahmen sie den Mietvertrag über das Hallenbad und damit viel Verantwortung und Arbeit.

Ein Hallenbad muss regelmäßig sehr gründlich gereinigt werden. Das ist etwas aufwendiger als ein Hausputz. Die erste Ferienwoche waren zwei Personen damit beschäftigt, die Hallenwände, den Boden um das Becken, den Beckenboden, die Materialschränke in der Schwimmhalle und das Material aus den Schränken zu reinigen. „Am ersten Tag wurden die Wände gereinigt. Dafür werden sie zuerst mit einem sauren Reiniger eingeweicht, dann wird mit Wasser unter Hochdruck das Reinigungsmittel wieder abgespült. Am nächsten Tag wurde mit dem Boden um das Becken ebenso verfahren und so weiter“, erklärte Schmidt den Ablauf. Am Sonnabend wurde der Hubboden des Schwimmbeckens ganz nach oben gefahren, um unter dem Beckenboden für zwei Helfer Platz zu schaffen, die dort fleißig den Rest des Beckens schrubbten. „Nach einer Stunde da unten ist man durchgeschwitzt. Dann machen die Nächsten weiter“, erzählte Peer Schmidt. „Die Schwimmmeister hatten unterdessen die Anlagen im Keller für die Wartung vorbereitet. Das heißt die Chlordosierer sowie das Überlaufbecken leeren und reinigen, die Umwälzpumpen öffnen und so weiter“, zählte Schmidt auf. Die Hydraulikstempel des Schwimmbeckens wurden auch gewartet. Das muss laut Schmidt einmal jährlich erledigt werden. „Vor circa zwölf Jahren wurde das letzte Mal das Filtermaterial des Wasserfilters ausgetauscht. Damals kam da ein Gemisch aus Kies und Aktivkohle rein. Der Kies war eckig und scharfkantig, damit der Schmutz daran haften kann. Mittlerweile ist der Kies abgeschliffen und leicht rund“, erklärte der Vorsitzende und zeigte einen beigen kleinen Kieselstein, den sie aus dem drei Kubikmeter großen Metallbehälter geholt hatten. Diesmal wird der Anlagenbehälter mit einer Schicht aus Kies, Sand und Aktivkohle gefüllt, die dann wahrscheinlich eine größere Filterleistung erbringen wird, als die alte Mischung. „Wir werden das nach einer Testphase mit den Schwimmmeistern besprechen. Vielleicht können dann mehr Schwimmer pro Stunde das Bad nutzen, als es aktuell möglich ist“, kündigte Schmidt an.

Am 23. Oktober soll das Hallenbad wieder öffnen. Wenn der Behälter der Filteranlage stark verrostet gewesen wäre, hätte dieser Termin laut Peer Schmidt nicht eingehalten werden können. Bei den ganzen Reinigungs- und Wartungsarbeiten konnte sich der Vereinsvorstand einen Überblick über den Zustand des Gebäudes und der Technik verschaffen. „Wir konnten etwas Vertrauen in das Hallenbad gewinnen. Es sind aber Schäden am Gebäude festgestellt worden, und es muss etwas gemacht werden“, darüber sind sich Peer Schmidt und die zweite Vorsitzende, Anja Maaß, einig. Was genau gemacht werden muss und welche Folgen das für den Badbetrieb haben wird, wird der Vorstand im November mit dem Bäderbeauftragten des Deutschen Schwimmverbands, Wolfgang Hein, besprechen. Peer Schmidt ist sicher: „Wir werden uns mit ihm beratschlagen, was wir machen können und das Ergebnis in der nächsten Jahreshauptversammlung mitteilen. Baumaßnahmen müssen aber auf jeden Fall geplant werden.“

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