Projektvorstellung

Mit dem Bürgerauto zum Kaffeeklatsch

Die Freie Wählergemeinschaft hat ihr Konzept für ein Bürgerauto vorgestellt und will, dass im Dezember ein Verein gegründet wird.
13.10.2017, 16:28
Lesedauer: 2 Min
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Von Dorit Schlemermeyer
Mit dem Bürgerauto zum Kaffeeklatsch

Ehrgeiziges Projekt: Jochen Harries stellt den Plan für das Bürgerauto vor.

Janina Rahn

Syke-Heiligenfelde. In der Region Niedersachsen/Bremen wäre die Stadt Syke die erste, die das Bürgerauto einführt. Am Donnerstagabend wurde dafür die erste Hürde genommen, denn das neue Projekt hatte über 50 Bürger ins Dorfgemeinschaftshaus Heiligenfelde gelockt. Eingeladen hatte die Freie Wählergemeinschaft (FWG), die sich die Verwirklichung dieses Projektes auf die Fahnen geschrieben hat. Und das hat auch schon einen Namen: BASS, für Bürger-Auto Syker Süden.

Seit Mai beschäftigte sich die FWG mit der Umsetzung und konnte das an diesem Abend mit einem Vortrag dokumentieren. Jochen Harries zeigte mit einer Präsentation, wie weit die Überlegungen und Planungen fortgeschritten sind. „Unsere Überlegungen dazu waren, dass Bürger Bürger fahren, außerdem soll das Bürgerauto ehrenamtlich und umweltfreundlich sein“, beschrieb Wachendorfs Ortsbürgermeister die Ziele. Man habe sich gefragt, wo Bedarf bestehe, welche Fahrzeuge geeignet seien, wie gefahren werde und welche Fahrpreise möglich seien. Der demographische Wandel habe auch in ländlichen Regionen Auswirkungen. Mit der Abnahme von Mehrgenerationenhäusern sei die Zahl der Singlehaushalte von älteren Menschen gestiegen, die zwar gerne in ihren Häusern bleiben wollten, sich aber Grenzen ausgesetzt sähen, wenn ihre Mobilität nicht mehr gegeben sei.

„Bei Geburtstagen habe ich oft gehört, dass selbst der Weg zum Bürgerbus für einige nicht mehr leistbar ist“, so Harries. Deshalb habe man zuerst an eine Erweiterung des Erfolgsprojektes Bürgerbus gedacht, musste dann aber einsehen, dass die Gebiete zu zersiedelt seien. Gemeint war der Syker Süden mit den Orten Henstedt, Jardinghausen, Wachendorf und Heiligenfelde – mit zusammen fast 3000 Einwohner. „Die Fahrten des Bürgerautos werden sich ausschließlich aufs Stadtgebiet beschränken, also keine Arztfahrten nach Bremen, dadurch kommen wir auch nicht den Taxibetrieben ins Gehege und wir möchten wegen der Umweltfreundlichkeit ein E-Auto“, stellte Harries klar. Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr soll es im Einsatz sein und müsste einen Tag vorher bis 18 Uhr mit Zielangabe gebucht werden. Der Kunde würde vor der Haustür abgeholt und könnte beispielsweise zum Kaffeeklatsch nach Okel fahren. Als Fahrpreis stellt man sich 2,50 Euro vor.

„Dabei setzen wir auf ehrenamtliches Engagement, das ist hier ja auf dem Land immer noch ungebrochen, so dass wir hoffentlich genug Fahrer finden, Fahrdienstleiter, die die Fahrpläne machen, und auch genug Leute, die sich im neuen Verein BASS engagieren wollen“, so Harries. Wenn am 25. Oktober die politischen Weichen gestellt werden und am 16. November Beschlüsse gefasst seien, könne man im Dezember den Verein gründen. Ginge es nach den Wünschen der FWG, könnte das erste Bürger-Auto im Sommer starten. Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen: „Wie werden denn die Fahrer versicherungstechnisch abgesichert?“, lautete eine und wurde von Günter Brockhoff mit dem Hinweis auf die Unfallversicherung beantwortet. Ein anderer Gast machte sich Gedanken um die Haftung des Vorstandes des neuen Vereins. Eine Bürgerin regte an, die Schichten so zu legen, dass auchTeilzeitbeschäftigte sich als Fahrer betätigen könnten.

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