Ehrenamtliche Fahrradschrauber suchen nach neuer Bleibe für den Winter

Mit kaltem Hintern in der Werkstatt

Bassum. Seit April 2014 schrauben Peter Rodenberg und seine Mitstreiter in ihrer Freizeit an fremden Fahrrädern. Ihre Mission: Alte Drahtesel wieder einsatzbereit für den öffentlichen Straßenverkehr machen.
21.09.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Marie Lührs

Bassum. Seit April 2014 schrauben Peter Rodenberg und seine Mitstreiter in ihrer Freizeit an fremden Fahrrädern. Ihre Mission: Alte Drahtesel wieder einsatzbereit für den öffentlichen Straßenverkehr machen. Denn dann können sie gegen kleines Geld an die im Ort lebenden Flüchtlinge abgegeben werden.

Trotz eines Umzugs – die Werkstatt wechselte vom Mühlenweg in das alte Pastorenhaus – lief das ehrenamtliche Projekt weiter. Doch nun naht der Winter, und die Räumlichkeiten an der Querstraße sind für kalte Temperaturen nicht ausgelegt. Den einzigen beheizbaren Raum müssen die Helfer zudem bald räumen.

In einem einfachen, ungeheizten Anbau, der sich in zwei Räume teilt, lagern momentan die fertigen Räder. Wenn es regnet, würde hier auch geschraubt, erklärt Rodenberg. Bei Sonnenschein zöge es das Team meist an die frische Luft, denn dort sei auch deutlich mehr Platz, um mit den Rädern zu hantieren. Wie alt das Gebäude ist, zeigt sich daran, dass im hinteren Bereich noch ein Plumpsklo zu finden ist.

Mehr Abstellfläche gibt es im Pfarrhaus selbst. In einem Raum mit 1970er-Jahre-Charme, in dem laut Rodenberg früher Konfirmanden unterrichtet wurden, lagern inzwischen neben allerlei Utensilien für die Flüchtlingsunterbringung auch Fahrräder, deren Reparatur noch aussteht. Der Raum ist zwar beheizbar, aber „wir können nicht einfach alle Räder rausräumen, um hier zu reparieren“. Das sei umständlich und für den alten Teppichboden sicher zu viel. Außerdem: Die Räder müssen auch irgendwo hin – optimalerweise dahin, wo sie vor Wind und Wetter geschützt sind. Schließlich sollen sie nicht noch mehr Rost ansetzen.

„Wir sitzen dann mit kaltem Hintern in der Werkstatt“, erklärt Rodenberg. Und auch die Kunden, die auf ihr repariertes Fahrrad warten, stünden in der Kälte. Es würden also neue Räume gebraucht. Eine Werkstatt mit 40 beheizbaren Quadratmetern schwebt Rodenberg vor. Möglichst mit einem angeschlossenen Warteraum, denn „sonst stehen die Besucher im Weg herum“. Und zusätzlich werde natürlich eine wetterfeste Unterstellmöglichkeit für fertige und reparaturbedürftige Räder benötigt.

Das große Problem: Die Gruppe hat nur wenig Geld. Die Beträge, die durch den Verkauf der Räder eingenommen werden, fließen zu großen Teilen in Ersatzteile. „Wir könnten etwas für die laufenden Kosten zuschießen“, sagt Rodenberg, doch mehr sei nicht drin. Die Gruppe, die der Initiative „Willkommen in Bassum“ entstammt, ist nun also auf Hilfe angewiesen. Per E-Mail sind die Fahrradschrauber über pitrodenberg@web.de zu erreichen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+