Mobilitätskonzept Mobilität für alle

Die erste Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr, Zivilschutz und Mobilität in diesem Jahr befasst sich mit dem Mobilitätskonzept. Das ist der Auftakt für die politische Diskussion zu diesem Thema.
17.01.2022, 17:39
Lesedauer: 4 Min
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Mobilität für alle
Von Sarah Essing

Syke. Das Mobilitätskonzept nimmt einen großen Teil der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr, Zivilschutz und Mobilität der Stadt Syke am Mittwoch, 19. Januar, ein. In Zusammenarbeit mit dem Büro Zacharias Verkehrsplanungen hat das Verkehrsplanungsbüro PGV-Alrutz aus Hannover ein Mobilitätskonzept für die Stadt erarbeitet (wir berichteten). Nach einem Jahr Erarbeitung sowie der Beteiligung von Bürgern wird es nun am Mittwoch, 19. Januar, erstmals in Gänze dem Ausschuss zur weiteren Diskussion vorgestellt, ist der Vorlage der Sitzung zu entnehmen.

Dies markiere den Auftakt der politischen Diskussionen auf dem Weg über die Ortsräte, den Fachausschuss und den Verwaltungsausschuss bis zur endgültigen Beschlussfassung im Rat, ist dort weiter zu lesen. Letzteres werde wohl im März geschehen. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal der Stadt Syke. Sie ist öffentlich, allerdings ist die Anzahl der Besucher aufgrund des Pandemie-Geschehens auf zehn beschränkt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Diese nimmt der Sitzungsdienst bis Mittwoch, 12 Uhr, unter der Rufnummer  0 42 42 / 16 46 55 entgegen.

Das erarbeitete Mobilitätskonzept konzentriert sich auf drei Bausteine: die Entwicklung des Radverkehrs beziehungsweise des Pendlerverkehrs mit dem Fahrrad, die Mobilität im ländlichen Raum inklusive der Möglichkeiten zur Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsarten sowie die Entwicklung der Verkehre in der Hauptstraße beziehungsweise im Innenstadtbereich.

Hinsichtlich der Entwicklung des Radverkehrs sei es mit Blick auf den Klimaschutz das Ziel gewesen, dass mehr Menschen das Fahrrad nutzen. Darüber hinaus sollten die Aspekte der Sicherheit im Straßenverkehr nicht vernachlässigt werden. Strecken für Radfahrende sollten daher verkehrssicher, durchgängig und gut befahrbar sein. Dazu schlägt das erarbeitete Konzept daher vor, dass ein flächendeckendes, attraktives und gut ausgebautes Radverkehrsnetz für die Gesamtstadt als Alternative zur Kfz-Nutzung geschaffen wird. Dabei sollten Ausbaustandards berücksichtigt werden, die den zukünftigen Radverkehr und die Entwicklung der E-Mobilität unterstützen. Das Radverkehrsnetz müsse stetig weiterentwickelt werden und soll einen Anspruch an optimalen Fahrkomfort und hohe Sicherheit für Radfahrende bieten. Das bedeute, dass der Radverkehr eine angemessene Berücksichtigung bei verkehrlichen und städtebaulichen Vorhaben erfährt, heißt es in der Vorlage weiter. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung seien zudem diverse Anregungen zur Verbesserung der Radinfrastruktur vorgeschlagen worden. Das Konzept schlägt daher vor, dass die Verwaltung eine Prioritätenliste für Arbeiten zur Verbesserung des Rad- und Pendlerverkehrs erstellt.

Davon unabhängig sollen bereits vorhandene Radrouten sicherer gemacht werden, indem unter anderem bei schmaleren Wirtschaftswegen die Seitenränder regelmäßig gemäht werden, um die Sicht zu verbessern und Ausweichmöglichkeiten zu schaffen.

Im Bereich der Mobilität im ländlichen Raum sollte besonders berücksichtigt werden, dass eine Aufrechterhaltung der Mobilität für alle Personengruppen erfolgen soll, unter besonderer Berücksichtigung älterer und nicht mobiler Menschen. Die Empfehlung des Mobilitätskonzeptes lautet daher, dass alle Bereiche des Radverkehrs und des Öffentlichen Personennahverkehrs vorrangig zu betrachten seien, ist der Vorlage zu diesem Tagesordnungspunkt zu entnehmen. Dabei sei auch die Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsarten zu betrachten, Mobilitätsstationen von denen es bereits einige gibt in Syke oder auch alternative Verkehrsangebot. So sei das Angebot des Bürgerbusses und des ÖPNV in Syke bereits ganz gut, könne aber auch noch – speziell im Süden der Stadt – ausgebaut werden. Dies sollte in Kooperation mit dem Zweckverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) geprüft werden. Zudem seien gut ausgebaute Haltestellen, eine attraktive Taktungen des Bus- und Bahnverkehrs oder auch Möglichkeiten von Haustür zur Haltestelle wünschenswert.

Eine weitere Handlungsempfehlung des erstellten Mobilitätskonzepts sei zudem die Etablierung eines Anrufsammeltaxis. Dies könnte Lücken im Liniennetz schließen. Dabei gebe es auch Möglichkeiten, Zuschüsse zu beantragen. Darüber hinaus wird noch die Einrichtung zum Bike-Sharing oder das Angebot eines freien Lastenrades angeregt. Als Beschlussvorschlag liegt die Prüfung dieser Anregungen vor.

Die Verkehrsregelung in der Hauptstraße und im Innenstadtbereich war bereits in den Sitzungen mit Beteiligung der Bürger der am intensivsten diskutierte Punkt (wir berichteten). Insbesondere die Beschilderung sei von vielen als "irritierend" aufgefasst worden und auch verkehrsrechtlich seien Ausweisungen zum Teil nicht haltbar, heißt es in der Vorlage zudem. Bei aller Unterschiedlichkeit in der bevorzugten Nutzung der Hauptstraße sei man sich bei dem Wunsch nach einer klaren Regelung einig. Das vorliegende Mobilitätskonzept schlägt daher nun vor, dass zum ersten die Beschilderung der Parkplätze verbessert wird. Der südliche Abschnitt vom Mühlendamm bis zur Einmündung der Straße Zum Hachepark wird als verkehrsberuhigter Bereich, Shared-Space, für alle Verkehrsarten ausgewiesen. Die derzeitige Einbahnregelung bis zur S-Kreuzung wird beibehalten. Zudem wird auch der nördliche Teil der Hauptstraße von der Einmündung der Plackenstraße bis zum Ernst-Boden-Platz als Shared-Space ausgewiesen. Für die Gestaltung des Bereichs von der Einmündung der Straße An der Volksbank bis zur Einmündung der Plackenstraße gibt es hingegen zwei Vorschläge. Diese sei davon abhängig, was mit Wessels Hotel geschieht, für das gerade die Planungen anlaufen. Dieser Bereich könnte zum zu einem Platz der Begegnung ohne Fahrzeugverkehr umgestaltet werden oder die Straße der Einbahnregelung vom Ernst-Boden-Platz bis zur Einmündung Plackenstraße wird bis zur Einmündung der Louise-Chevalier-Straße ausgeweitet und dauerhaft eingerichtet.

Zur Sache

Zwei Anträge

Zum dritten Punkt des zu besprechenden Mobilitätskonzepts, der Verkehrsregelung in der Hauptstraße und im Innenstadtbereich, liegen zwei Anträge vor. Die CDU-Fraktion im Syker Stadtrat hat die sofortige Aufhebung der provisorischen Sperrung der Hauptstraße in Höhe von Wessels Hotel beantragt. Sie will zur vorherigen Regelung zurück, bis der Rat eine endgültige Entscheidung bezüglich der Verkehrsführung getroffen hat (wir berichteten). Dem schließt sich die Grünen-Fraktion insofern an, dass auch sie die Sperrung beenden will. Damit einhergehen soll jedoch eine Sperrung der Hauptstraße ab Höhe der Straße Grevenweg und die Umkehrung der Verkehrsrichtung im unteren Teil, sodass der Grevenweg als "Einfahrt" genutzt wird. Die Grünen folgen damit den Vorschlägen im Mobilitätskonzept und begründen dies mit der Verringerung des Pkw-Verkehrs in der Hauptstraße, um die Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.

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