Gemeinde Stuhr kauft weiteres Grundstück im Brinkumer Ortskern / Umgestaltung binnen fünf Jahren Monopoly-Strategie geht auf

Stuhr-Brinkum. Wenn es nach der Gemeinde Stuhr geht, soll der Brinkumer Ortskern schon in fünf Jahren ein neues Gesicht haben. Dafür hat die Kommune jetzt ein weiteres Grundstück erworben. Es handelt sich um den Bereich an der Bremer Straße, auf dem das Bauunternehmen Für Sie Bau ursprünglich sein Leuchtturmprojekt realisieren wollte. Der Gemeinde Stuhr gehören damit nun rund 15000 Quadratmeter an Grundstücken rund um den Brinkumer ZOB. Nun will sich die Verwaltung nach Investoren umsehen.
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Monopoly-Strategie geht auf
Von Claudia Ihmels

Stuhr-Brinkum. Wenn es nach der Gemeinde Stuhr geht, soll der Brinkumer Ortskern schon in fünf Jahren ein neues Gesicht haben. Dafür hat die Kommune jetzt ein weiteres Grundstück erworben. Es handelt sich um den Bereich an der Bremer Straße, auf dem das Bauunternehmen Für Sie Bau ursprünglich sein Leuchtturmprojekt realisieren wollte. Der Gemeinde Stuhr gehören damit nun rund 15000 Quadratmeter an Grundstücken rund um den Brinkumer ZOB. Nun will sich die Verwaltung nach Investoren umsehen.

Wenn es nach Bürgermeister Cord Bockhop geht, ist das Projekt Neugestaltung und Wiederbelebung des Brinkumer Ortskerns bis zur nächsten Kommunalwahl bereits abgeschlossen. "Inklusive Bauzeit", betont Bockhop auf Nachfrage. Die Gemeinde Stuhr habe in den vergangenen Jahren ein großes Wachstum hinter sich, jetzt müsse man noch ein qualitatives Wachstum hinbekommen.

Um den Ortskern Brinkum in ihrem Sinne umzugestalten und neu zu beleben, hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren kontinuierlich Grundstücke rund um den ZOB gekauft. "Es sind sonst zu viele Köche dabei, wir wollen das bündeln", so Bockhop. Im Jahr 2008 erwarb die Gemeinde Stuhr mit dem Kauf eines Grundstücks hinter dem ZOB das erste Grundstück. Darauf befindet sich heute ein Parkplatz. "Und der wird gut angenommen", sagt Jürgen Suling, Fachdienstleiter Bauverwaltung und Grundstücke im Rathaus. Im Juni 2011 folgte der Kauf des Peters-Hauses an der Syker Straße.

Auch an dem jetzt erworbenen Grundstück westlich der Bremer Straße war die Gemeinde nach eigenen Angaben schon länger dran. Es handelt sich um den Bereich, in dem heute unter anderem ein Eiscafé, eine Parfümerie und ein Friseursalon sowie ein Deko- und Modegeschäft befindet. Bürgermeister Bockhop gibt jedoch zu, dass es ihm vor einigen Jahren nicht gelungen ist, alle Eigentümer unter einen Hut zu bringen.

Anders Für Sie Bau: "Die drei Grundstückseigentümer haben Anfang 2006 Für Sie Bau notarielle Rechte eingetragen", sagt Jürgen Suling. Das Brinkumer Bauunternehmen wollte wie berichtet auf dem Grundstück sein sogenanntes Leuchtturmprojekt realisieren, bei dem auch das Mehrgenerationen-Wohnen eine große Rolle spielen sollte. Bockhop vermutet, dass besonders die Folgen der Finanzkrise den Erfolg des Vorhabens verhindert haben. "Mittlerweile hat Für Sie Bau aber bekanntermaßen Insolvenz angemeldet", sagt Suling. Die Rechte im Grundbuch seien damit auf den Insolvenzverwalter übergegangen. Die Gemeinde konnte sich diese Rechte übertragen lassen, die Grundstücke mittlerweile auch kaufen. "Das ist jetzt auch im Grundbuch eingetragen", so Suling.

Das neue Grundstück ist 5240 Quadratmeter groß. Östlich der Bremer und Syker Straße gehören der Gemeinde inklusive des Parkplatzes, des ZOB und des Peters-Grundstückes bereits 9787 Quadratmeter. Macht zusammen 15027 Quadratmeter. Zu den genauen Preisen für die Grundstücke wollen Bockhop und Suling keine Angaben machen. Nur so viel: Man habe sie auf der Basis des Richtwertes ermittelt, und der liege im Moment bei 155 Euro pro Quadratmeter. Nach dieser Rechnung dürften etwa 2,3 Millionen Euro aus der Gemeindekasse geflossen sein.

Die aktuellen Mieter hat die Gemeinde bereits über den Besitzerwechsel informiert. "Die Gemeinde steigt mit allen Rechten und Pflichten in die Mietverträge ein", betont der Bürgermeister. Im Moment habe man noch nicht vor, die Gebäude abzureißen, früher oder später aber schon. Sicherlich könnten die Geschäfte auch in die neuen Gebäude ziehen. Genaue Details gebe es aber noch nicht. Bockhop kann sich mehrstöckige Gebäude vorstellen, unten mit Geschäften und Gastronomie, oben mit Wohnungen und Büros. "Der Standort ist gut für Jung und Alt", findet der Bürgermeister.

Bei den Planungen werde auch das jüngst im Rat verabschiedete Zentren- und Einzelhandelskonzept eine Rolle spielen. Und auch, wenn die genauen Details letztendlich von einem Investor geplant werden müssen, ist sich der Bürgermeister sicher: "Als Eigentümer haben wir den größten Einfluss auf die Planungen." Er sei froh, dass die Strategie, nach und nach Grundstücke im Ortskern zu erwerben, nun aufgehe.

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