Fotowettbewerb

Na, das ist ja typisch

Was verbinden Sie mit Martfeld? Wenn Sie ticken, wie die meisten, dann wahrscheinlich die Fehsenfeldsche Mühle. Dabei hat der Ort noch so viel mehr typische Wahrzeichen.
01.08.2017, 16:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Dominik Albrecht
Na, das ist ja typisch

Typisch Martfeld: Auch Rainer Pape (l.) und Anton Bartling sind als Teil des HVV nicht aus Martfeld wegzudenken.

UDO MEISSNER

Martfeld. Der Eiffelturm in Frankreich, das Kolosseum in Rom, die Chinesische Mauer in Peking. Allesamt typische und imposante Wahrzeichen. Welch Ironie, dass das Wahrzeichen Martfelds sich dahingegen geradezu – typisch deutsch – schüchtern präsentiert und von der Straße nicht einmal zu erkennen ist: die Fehsenfeldsche Mühle. Dennoch finden sowohl Einwohner als auch Touristen immer wieder neue Winkel und Wege, die charakteristische Mühle abzulichten. Dabei gibt es noch so viel mehr, was typisch für Martfeld ist. Das findet auch der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) und motiviert Amateur-Fotografen dazu, Bilder zum Thema „Typisch Martfeld“ einzuschicken. Diese sollen Teil des Martfeldkalenders 2018 werden. 28 Motive sind bereits für den Wettbewerb eingegangen – und noch ist Zeit für weitere.

Schon 2017 hat der HVV anlässlich seines 40-jährigen Bestehens einen Kalender herausgegeben und damit eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Denn anno dazumal war es schon fast ein Brauch, dass der ortsansässige Apotheker Edwin Seebode den Martfeld-Kalender rausgebracht hat – stattliche 25 Jahre lang. Und das Unterfangen des HVV sollte keine Ausnahme bleiben. „ Schon bei dem Jubiläums-Kalender reifte in uns der Gedanke, was wir denn im nächsten Jahr machen könnten“, erinnert sich Anton Bartling, Vorsitzender des HVV. Und so geht der Fotowettbewerb in die zweite Runde.

Die Idee zum Thema sei während einer Vorstandssitzung gekommen. Typische Motive seien zum Beispiel Bauernhäuser mit ihren alten Türen gewesen. „Das wollten wir aber ein bisschen offener machen“, stand und steht für Peter Bartling fest. „Typisch Martfeld“ können Gebäude, Landschaften, Personen oder Situationen sein. Sehr beliebt sei dahingehend die Fehsenfeldsche Mühle als Motiv. „Davon sind schon etliche Fotos aus unterschiedlichen Positionen eingeschickt worden. Das fällt vielen einfach erst mal ein, weil es für einige der Ortskern ist“, weiß Anton Bartling. Wer seine Chancen also steigern möchte, in dem Kalender verewigt zu werden, sollte über den Tellerrand hinausschauen.

Die Veranstalter raten zur Experimentierfreudigkeit. Gut vorstellen könnte sich Peter Bartling beispielsweise ein Bild von August Wessel: „Der Bio-Bauer ist sehr aktiv im Heimatverein. Aber morgens sieht man ihn bei Wind und Wetter, wenn er die Zeitung austrägt. Er ist einfach typisch für das Leben in Martfeld.“ Dieser würde übrigens am ehesten den freitäglichen Wochenmarkt vor dem Köpp In ablichten. „Da sitzen immer viele Leute oder stehen am Stehtisch und es wird viel geschnackt“, weiß der Vorsitzende.

Dadurch entstehe eine kleine faszinierende Marktatmosphäre. Vereinsmitglied Rainer Pape wiederum schwingt sich gerne auf seinen Drahtesel und erkundet die abgelegenen Straßen Martfelds. Daher gilt sein Interesse auch mehr den Landschaften. „Abhängig von der Zeit sehen gleiche Stellen jedes Mal anders aus“, sagt Pape. Besonders angetan habe es ihm der Weg zum Alveser See mit den Feldern und Wiesen wie die Brandweide. So oder so gebe es viele Sachen, die selbst Martfeldern im Alltagstrott gar nicht richtig bewusst würden.

Noch bis Sonntag, 6. August, können Hobby-Fotografen jeweils bis zu drei Bilder an fotos@hvv-martfeld.de schicken. Die Auflösung sollte möglichst hoch sein, aber auch Handy-Fotos seien möglich. Wer sich spontan an dem Wettbewerb beteiligen möchte, sollte ein paar Dinge beachten. „Ganz wichtig: Querformat“, stellt Rainer Pape klar. Darüber hinaus sollte das Bild nicht nachträglich bearbeitet werden. „Das würde schon wieder in den professionellen Bereich gehen, und wir richten uns mehr an Fotoamateure“, merken die Veranstalter an. Dementsprechend müsse man sich nicht zwingend in die Finessen der Spiegelreflexkameras einlesen. „Für den Amateurbereich reicht die Automatik völlig aus“, beruhigt Rainer Pape.

Weil sich verschneite Motive in Martfeld bei den momentanen Temperaturen schwer ausfindig machen lassen, ist es des Weiteren auch möglich, alte Bilder einzusenden. Diese Ausnahme sei auch dem Umstand geschuldet, dass der Wettbewerb erst im Mai begann. „Wir wollten erst einmal sehen, ob die Idee überhaupt angenommen wird“, erklärt Anton Bartling. Darüber, welche Bilder es letzten Endes in den Kalender schaffen, entscheidet am 7. August eine dreiköpfige Jury. Die Produktion der Kalender soll zeitnah beginnen. „Wir möchten nicht erst eine Woche vor Weihnachten auf den Markt kommen, sondern schon Mitte September“, erklärt Bartling. So soll er spätestens zum Mühlentag am 8. Oktober erhältlich sein. Daneben liegt er aber auch bei den örtlichen Banken sowie der Apotheke und dem Toto-Lotto-Laden aus.

Aber ziehen Kalender in der digitalen Zeit noch Aufmerksamkeit? Klare Antwort der Organisatoren: kommt drauf an. „Bei jungen Menschen ist es sehr schwierig. Bei älteren geht es mehr um die Inhalte“, weiß Anton Bartling. Ein Kalender würde oft als Geschenk an Martfelder verschickt, die jetzt woanders leben. Was die Menschen nach dem Jahr mit den Kalendern machen, wissen die beiden Organisatoren nicht. Sie behalten die Kalender zumindest immer, wenn die Motive stimmen. Und wenn man sich sowieso nicht von seinem Kalender trennen kann, macht Rainer Pape noch auf einen nützlichen Nebeneffekt aufmerksam: „Man kann ja auch sieben Jahre warten. Dann hat man auch wieder die passenden Monate dabei.“

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