Jugenddiakon

Fürsprecher für den Nachwuchs

Am Nikolaustag wird der neue Jugenddiakon Sascha von Poeppinghausen in der Syker Christuskirche eingesegnet. Der 26-Jährige wird mit jeweils einer halben Stelle in Syke und Barrien aktiv sein.
03.12.2020, 16:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing

Syke. Der neue Diakon für die Kirchengemeinden in Syke und Barrien wird am Sonntag, 6. Dezember, in der Syker Christuskirche eingesegnet. Sascha von Poeppinghausen hat nach seinem Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit in Hannover sein Anerkennungsjahr im Kirchenkreis Diepholz absolviert. Nun wird er mit jeweils einer halben Stelle in beiden Gemeinden für die Jugendarbeit aktiv sein. Für den Gottesdienst sind alle Sitzplätze bereits belegt.

„Dass ich mit Menschen arbeiten will, weiß ich schon ewig“, sagt der gebürtige Meller. Bereits als Zwölfjähriger habe er in seinem früheren Kindergarten ausgeholfen, mit den Kindern dort gespielt und gebastelt, erinnert er sich. „Meine Eltern haben befürchtet, dass ich eher nerve“, sagt der 26-Jährige mit einem Schmunzeln. Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen, bestätigten ihm die dortigen Erzieherinnen. Die Arbeit mit den Kindern machte ihm damals schon Freude. Das lag wohl auch daran, wie er selbst aufgenommen wurde, als er mit neun Jahren das erste Mal zur Kirche kam. „Mein Vater sagte: Geh' da mal hin, das ist gut für dich.“ Eine Einschätzung, die er bald teilte. Er sei herzlich aufgenommen worden und die Gemeinschaft, die er dort fand, prägt ihn bis heute. „Gemeinschaft ist eins der höchsten Güter von Kirche“, ist er überzeugt.

Es folgte die „klassische Kirchenlaufbahn“, wie er selbst mit einem Augenzwinkern sagt: Konfirmandenunterricht – und nach der Konfirmation ist er selbst in der Jugendarbeit „durchgestartet“. Er begleitete Freizeiten, betreute Jugendgruppen – „Es gab Zeiten, in denen war ich häufiger in der Kirche als zu Hause“, lacht er.

Nach seinem Realschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Sozialassistenten, um anschließend Erzieher zu werden. „Das war superspannend, weil es so eine große Vielfalt gab“, sagt er. Denn neben seiner Tätigkeit in Kindertagesstätte und Krippe absolvierte er auch Praktika in einer Förderschule, einer Jungen-Wohngruppe und in der offenen Jugendarbeit. Dabei habe er viel gelernt. Genau so wie von den Diakonen, die ihn in seiner Jugend betreuten, sagt er. Bis heute könne er sich auf sie verlassen und gerade jetzt als Berufsanfänger auch immer um Hilfe bitten. Unter anderem bei der Umsetzung seiner Pädagogik. Er habe eine sehr klare Vorstellung davon, wo er pädagogisch hin will, sagt er. Bei ihm gebe es klare Regeln und Strukturen. „Das ist der Rahmen, in dem sich dann aber jeder frei entfalten kann“, sagt er. Dabei sieht er sich in erster Linie als Ansprechpartner für den Nachwuchs, und wenn nötig auch als Fürsprecher oder Anwalt, um die Wege zu gehen, die sie noch nicht leisten können. „Kinder und Jugendliche haben manchmal tolle Ideen, die muss man dann umsetzen, und zwar sofort, nicht erst in fünf Monaten“, ist er überzeugt. Das gelte für alle Jugendlichen, ob sie in der Kirche sind oder nicht. „Bei mir darf man sich mit Glauben beschäftigen, muss man aber nicht“, sagt er. Er möchte daher Ansprechpartner für alle Jugendlichen sein, nicht nur für diejenigen in der Kirche.

Auch wenn die natürlich erst mal im Vordergrund stehen, denn die Betreuung der Konfirmanden ist eine seiner Aufgaben in Syke und Barrien. Darüber hinaus soll er jedoch auch die Jugendarbeit generell stärken, etwa durch neue Projekte, die ins Leben gerufen werden. Eines hat er bereits umgesetzt: die Jugendandachten, die immer am letzten Mittwoch des Monats abwechselnd in Syke und Barrien angeboten werden. Dabei sieht er sich allerdings nicht als Alleinunterhalter, denn die Beteiligung der Jugendlichen ist ihm wichtig. Er steht ihnen gern zur Seite, denn eine Auseinandersetzung mit Glauben, mit Kirche sei ihm lieber, als wenn jemand nur da sitzt. „Mit Jugendlichen zu diskutieren, ist das Spannendste überhaupt“, findet von Poeppinghausen. Er ist überzeugt, dass die Sinnfragen ohnehin von allein kommen.

Ein weiteres Projekt steht im nächsten Sommer an: eine Freizeit nach Mecklenburg-Vorpommern. „Nur 300 Meter vom Strand“, schwärmt der neue Diakon. Anmeldungen dafür sind ab sofort möglich. Der dafür erforderliche Flyer liegt bald in den Gemeindehäusern aus, kündigt er an. Ansonsten können Interessenten auch gern mit ihm Kontakt aufnehmen – und zwar nicht nur, wenn es um die Freizeit geht. Er ist per E-Mail an sascha.vonpoeppinghausen@evlka.de oder unter der Rufnummer 01 57 / 35 72 97 56 erreichbar.

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