Gebäude auf dem Barrier Friedhof hat neue Fenster und Türen / Konzert zur feierlichen Einweihung am Sonntag Neuer Glanz für die Kapelle

Syke-Barrien. Die Glocke schlägt gestern um 11.30 Uhr.
24.02.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Neuer Glanz für die Kapelle
Von Micha Bustian

Die Glocke schlägt gestern um 11.30 Uhr. Rechts vom Weg zur Barrier Friedhofskapelle führt ein Pastor einen Trauerzug zu einem Grab, im Hintergrund zupft eine ältere Dame Unkraut. In der Kapelle stehen die Stühle noch in Reih’ und Glied. Auf den grünen Sitzkissen liegen die Mappen mit den Liedtexten. Den Gang markiert ein abgewetzter Läufer auf rot geklinkertem Boden. So ganz taufrisch sieht das alles nicht aus. Kirchenvorstand Christa Carstens weiß es besser. „Es ist definitiv heller geworden hier drinnen“, sagt sie. Denn es wurden Fenster und Türen ausgetauscht.

Eine energetische Sanierung? „Nein, eine verfallstechnische Sanierung“, antwortet Christa Carstens. Die Holzfenster seien verrottet und zudem nicht mehr zu öffnen gewesen. Im bunten Bleiglasfenster hätten sich Lücken aufgetan, Scheiben seien geplatzt. Und unter der Eingangstür sei das Fundament abgesackt. Ohnehin, diese Tür. Braun, massiv, schwer. „Das war zu dunkel“, findet Christa Carstens. Vergangenheit, vorbei.

„Verfallstechnische Sanierung“

Acht neue Kunststofffenster lassen jetzt Licht in die Kapelle fluten, dazu hat die neue Tür – ebenfalls weiß gerahmt – noch ein Fenster. Das Plus, das Glanzlicht des Gebäudes ist allerdings das farbige Bleiglasfenster. Eine Firma aus Bremen, die auf solche Fenster spezialisiert ist, hat es, so Christa Carstens, ausgebaut, ein Provisorium in die entstandene Lücke gesetzt. „In sechs Wochen haben sie das Fenster in seine Einzelteile zerlegt, gereinigt und repariert“, erzählt die Dame aus dem Kirchenvorstand. „Sie haben sechs Leute gebraucht, um es wieder einzusetzen.“ In diesen sechs Wochen wurde die Kapelle mitnichten geschlossen. „Alle Trauernden wussten Bescheid und haben sehr verständnisvoll reagiert“, erklärt Christa Carstens. „Zum Glück waren in diesem Zeit nicht viele Beerdigungen.“

10 000 Euro hat die Gemeinde für das Gesamtpaket aus Fenstern und Tür hingelegt. „Wir haben das durch einen Kirchgeldbrief finanziert“, lässt Christa Carstens wissen. Das sei ein Brief an alle Gemeindemitglieder, in dem um Spenden gebeten werde. „Unser Wunsch war aber definiert.“ Die Spender konnten auswählen, ob sie für die Sanierung der Friedhofskapelle oder die Kirchenmusik spenden möchten.

Apropos Kirchenmusik: Die Sanierung soll am Sonntag, 28. Februar, zünftig gefeiert werden. Und wie könnte man das in einer Friedhofskapelle besser tun als mit einem Orgelkonzert? Dafür haben die Verantwortlichen den bekannten Organisten Dietrich Wimmer aus Bruchhausen-Vilsen gewonnen. Der wird ab 17 Uhr einige Stücke alter Meister spielen, darunter laut eigenen Angaben von Samuel Scheidt (1587-1654) den Hymnus „Da Jesus an dem Kreuze stund“ – „das dürfte gut zum Anlass passen“, meint Wimmer. Des Weiteren im Programm: der Orgelchoral „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ von Johann Sebastian Bach. „Dann denke ich“, fügt Dietrich Wimmer an, „einige Choralimprovisationen und auch freie Improvisationen zu spielen, darunter – wie schon angekündigt – ein Stück, bei dem ich mich von dem Fenster inspirieren lasse.“

Feier hin, Feier her: Die Arbeiten an der Barrier Friedhofskapelle sind noch nicht beendet. Eine weitere Tür müsse noch ersetzt werden, berichtet Christa Carstens, „und in diesem Jahr soll auch noch gestrichen werden“. Doch damit ist das Ende noch immer nicht erreicht. Denn: „Wir haben ein großes Problem.“ Schon mehrfach seien Beschwerden aus der Gemeinde gekommen, die Glocke der Kapelle sei zu laut. „Sie dröhnt den Trauernden in den Ohren“, weiß Christa Carstens. Ersatz sei aber „wahnsinnig teuer“, und es sei auch schwierig zu dämmen. „Niemand weiß, wie man das anstellt.“

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