Heimatverein Martfeld Neuer Schwung für Mühlen-Motor

Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld bringen neuen Schwung in den Mühlrad-Motor, der seit den 1930er-Jahren in einem Seitenraum der Fehsenfeldschen Mühle steht, aber kaum in Betrieb war.
11.10.2016, 00:00
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Neuer Schwung für Mühlen-Motor
Von Micha Bustian

Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld bringen neuen Schwung in den Mühlrad-Motor, der seit den 1930er-Jahren in einem Seitenraum der Fehsenfeldschen Mühle steht, aber kaum in Betrieb war.

Das Schwungrad hatte keinen Schwung mehr, war am Motor festgegammelt. Literweise Öl und viel Geduld brachten es wieder in Schwung. So, wie es an Pfingsten 2017 mit dem ganzen Motor der Fall sein soll: Am Mühlentag soll der Deutz-Motor von 1904 wieder schnurren wie ein Kätzchen.

Nun darf man sich diesen Motor, der seit den 1930er-Jahren in einem Seitenraum der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld steht, nicht so vorstellen wie beispielsweise einen Automotor. Optisch hat er etwas von einem Trecker, nur, dass halt drei Räder fehlen. 21 Liter Hubraum, 16 Pferdestärken – damit sollte einst das Mühlrad angetrieben werden, wenn der Wind mal abflaute. „Es war ein Benzol-Motor, den die Besitzer zu einem Diesel umgebaut haben“, erläutert Rainer Paape. Auch die Pleuelstange sei verlängert worden, um eine höhere Kompression zu erreichen. „Aber letztlich war das Schwungrad zu schwach. Wir schätzen, dass der Motor keine 100 Stunden in Betrieb war.“

Er, Gräpel, gehört dem Ausschuss Mühlentechnik im HVV an. „Das Thema mit diesem alten Motor kam bei uns immer wieder hoch“, sagt er. Einiges an Teilen habe gefehlt, aber das fand sich im Laufe der Zeit fast alles wieder an. „In einem alten Schrank lagen einige Originalteile, das war eine feine Sache.“ Und was es nicht mehr gibt, das baut Ernst Meininger einfach nach. So wie kürzlich einen Zündkopf. „Das ist solide, greifbare Technik“, findet Ralf Gräpel. „Das hat vieles einfacher gemacht.“

Doch aller Anfang ist bekanntlich schwer. „Im Moment sind wir noch bei der Diagnose“, sagt Heinrich Gräpel. Heißt: „Wir probieren gerade, ob es sich lohnt, den Motor wieder in seinen Originalzustand zu versetzen.“ Wenn ja, wolle man für nächstes Jahr Fördergelder beantragen. In Anbetracht der Tatsache, dass nur 33 dieser Motoren hergestellt wurden, sollte es die Mühe wert sein. Wer weiß, wie wenige es davon noch gibt und wie viele von diesen Raritäten tatsächlich noch laufen.

Sollte der Deutz-Motor von 1904 tatsächlich wieder in Schwung kommen, wollen die vier Tüftler ihn anfangs nur zeigen, wenn er einfach läuft. Doch Heinrich Gräpel hat ein weiteres Ziel. „Wir wollen den Motor wieder mit dem Mahlgang verbinden und das Ganze dann wieder in Gang setzen“, schaut er nach vorne. „Das wäre besonders schön“, fügt er hinzu.

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