Publikum gefällt die Darbietung der Münchner Schauspieler Nicht-kulinarischer "Opern-Eintopf" in der Kastanie

Von Karin Neukirchen-Stratmann
14.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Martfeld-Hollen. Die Münchner Schauspieler Manuela Scheller und Jürgen Wegscheider servierten am Freitagabend im Theater der Martfelder Kastanie einen ungewöhnlichen Eintopf. Wo sonst Kartoffeln, Pasta, Gemüse und Fleisch auf der Karte stehen, gab es diesmal vor kleinem Kreis einen "Opern-Eintopf".

Viele kennen es aus eigener Erfahrung: Man hört Operngesang und meistens versteht man nichts von dem, was Carreras, Pavarotti, Krauss oder Paul Potts uns so inbrünstig vorsingen. Manuela Scheller und Jürgen Wegscheider haben es sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern, und zwar auf witzige und amüsante Art und Weise.

Dabei standen auch bei ihnen die zentralen Themen fast aller Opern im Vordergrund: Liebe, Leid, Eifersucht und Tod - aber auch Freude, Hoffnung, Sehnsucht. Los ging es mit Jacques Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt." "Fangen wir mit der ersten Oper an", meinte Jürgen Wegscheider. "Ette", ergänzte Manuela Scheller. "Wie? Ette?", "Na, es ist eine Operette!"

Wer nun dachte, es wird an diesem Abend viel gesungen, der sah sich getäuscht. Die beiden Künstler sind eben in erster Linie Schauspieler, und so schlüpften sie abwechselnd in die verschiedenen Rollen der Operette. Dabei nutzten sie, stets am Tisch sitzend, einige wenige Requisiten, um in die Rolle von Orpheus, Eurydike, Pluto, Jupiter, Juno, Hans Styx und anderen Protagonisten der Operette zu schlüpfen.

Mal war es eine kronenähnliche Mütze und ein Glitzerzauberstab, der als Zepter aus Jürgen Wegscheider den Jupiter machte, oder eine blonde Perücke für die Rolle der Eurydike alias Manuela Scheller. Mit lediglich Sonnenbrillen verkleidet spielten beide die Rolle der "öffentlichen Meinung", die ihre, manchmal gepfefferten, Kommentare zur Operette abgaben, und dabei auch nicht den Bezug zur Wirklichkeit aus den Augen verloren.

"Scharfe Schäfer", "heiße Nymphen" und "Muskelprotze à la Brad Pitt oder Hugh Jackman" betraten, wenn auch nur in Gedanken, die Bühne. Und im Olymp herrschte derweil "tote Hose". Ob es denn so schwer sei, seiner Gattin treu zu bleiben, wollte Juno im Gespräch von ihrem Ehemann Jupiter wissen, woraufhin dieser nur weise erklärte: "Das hängt von den Umständen ab."

Auch bei "La Traviata", der vorgestellten Oper im zweiten Teil des Abends, sparten beide Schauspieler nicht mit Emotionen, und so bedankte sich das Publikum in der Martfelder Kastanie mit viel Applaus bei den beiden Akteuren.

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