Nostalgiemuseum Okel Kleinste Bühne im Landkreis startet durch

Endlich wieder Bühnenprogramm vor echten Menschen, freuen sich Elke und Wolfgang Kaeding. Diesen Freitag, 9. Juli, startet der Auftakt zum Kultursommer des Nostalgiemuseums in Okel.
06.07.2021, 17:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss / dv

Syke-Okel. Große Freude herrscht bei Elke und Wolfgang Kaeding, den beiden Betreibern des kleinen Nostalgiemuseums in Okel. Der Grund ist natürlich die aktuelle entspannte Corona-Lage, also die lang ersehnten Erleichterungen für Kulturtreibende. „Endlich ist es soweit, und wir können mit unserer vermutlich kleinsten Bühne im Landkreis durchstarten – nach siebenmonatiger Zwangspause“, sagt Elke Kaeding. Es soll ein bunter Kultursommer werden, voller Lebensfreude und mit Musik- und Literaturveranstaltungen, die größtenteils hatten abgesagt und verschoben werden müssen.

Literatur gibt es denn auch gleich am kommenden Freitag, den 9. Juli, ab 19.30 Uhr mit einer Autorenlesung. Der Bremer Wilfried Stüven wird sein neues Buch „Welche Farbe hat die Wirklichkeit?“ vorstellen. Im Vorfeld lässt sich erfahren, dass der Schauplatz Bremen sei, auch ein bisschen Ostsee und dazu ein bisschen Krimi: „Protagonist Benno steht vor einem Scherbenhaufen, denn wenige Monate vor seinem 65. Geburtstag verlässt ihn seine Ehefrau Thora. In Travemünde trifft er auf die blinde Agnes. Ihre Frage ‚Welche Farbe hat die Wirklichkeit?’ soll zum Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Begegnung mit weitreichenden Folgen werden.“

Autor Stüven, Jahrgang 1953, hat zuvor bereits vier Bücher verfasst – siehe auch www.wilfried-stueven.de. Er ist seit 2010 im Ensemble der Speicherbühne Bremen aktiv; außerdem hat er bei verschiedenen Chor- und Filmprojekten mitgewirkt. Zuletzt hat er am sechsten griechisch-deutschen Lesefestival auf Kreta teilgenommen. Statt eines Eintrittspreises wird um eine stille Kollekte in den Hut gebeten.

Da die Kaedings mit großem Andrang rechnen und außerdem wegen der Hygieneregeln nicht so viele Besucher Platz finden können, wird Stüven eine ergänzende Lesung am Sonnabend, den 10. Juli, ab 15 Uhr anbieten. Unbedingt ist angeraten, sich vorher anzumelden unter Telefon 04242/1222.

Weitere Lesungen stehen im Programm, so am 23. Juli Markus Tönnishoff, am 12. August eine Benefizlesung mit einem Trio, das schon einmal vor Ort war. Es sollen – sofern nicht wieder ein Shutdown erfolgt – noch diverse Konzerte folgen. Außerdem kann man dort zurzeit eine etwas ungewöhnliche kleine Extra-Präsentation betrachten: „Erlesene Schätze – Faszination Sammeln“. Sie widmet sich der Sammelleidenschaft. Fotoapparate, Automodelle und Modelleisenbahnen finden sich, genauso wie Schönes aus Kristall und Porzellan. Des Weiteren sind auf der neu eingerichteten Kristalldiele Ölgemälde von Annaliese Kaeding (1926-2004) zu sehen. Es sei inspiriert von Motiven bekannter Worpsweder Künstler. Elke Kaeding erklärt dazu, man könne die Geschichte einer starken Frau erfahren, die durch verschiedene Krebserkrankungen die Liebe zur Malerei entdeckte. „Damit möchten wir Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation sind, Mut machen durchzuhalten.“

Und weil es dort so gemütlich sein kann, sowohl innen im Museum als auch draußen im Cafégarten „De Klönstuv“, werden zum Hörgenuss auch essbare Leckereien angeboten. Ein Verweilort zum Klönen, Genießen, Entspannen, Verabreden und Unterhalten, denn Elke Kaeding backt selbst. Jeden Sonntag zwischen 11 und 19 Uhr ist geöffnet.

Zur Sache

Historischen Treffpunkt erhalten

Im Nostalgie-Museum in Okel erwartet den Gast eine Ausstellung, die mit viel Liebe zum Detail arrangiert ist. Da kann man historische Automobile und Zweiräder in adäquater Kulisse sehen, Mode, Alltagsgegenstände des vergangenen Jahrhunderts und Okeler Heimatgeschichte. Das Museum befindet sich im Saal der ehemaligen Okeler Traditionsgaststätte Hüneke/Winkelmann auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern.

Seit 1888 werden hier schon besondere Momente des Lebens gefeiert. Zu den Exponaten erklären Elke und Wolfgang Kaeding: „Vom Hoch- und Dreirad aus dem Jahre 1880 über die wilden 1920er-Jahre bis hin zu kleinen nostalgischen Exponaten - bei uns gibt es immer wieder Neues zu entdecken." Die Eheleute weiter: „Wir betreiben das Museum mit Café in unserer Freizeit mit viel Herz. Mit unserem Engagement möchten wir diesen historischen Treffpunkt ,Bi'n Höker' erhalten.“ Dazu kommen kleine und große Exponate faszinierter Sammler.

Das Nostalgiemuseum befindet sich in Syke-Okel, Okeler Straße 10. Es sei aufgrund der corona-bedingten reduzierten Plätze eine rechtzeitige Anmeldung erforderlich, so die Inhaber. Dies gehe per Telefon unter 04242/1222 oder per E-Mail an info@nostalgie-museum-syke.de. Bei Verhinderung bitten die Veranstalter um unbedingte - auch kurzfristige - Absage, um weiteren Interessierten einen Platz anbieten zu können.

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