Die Meller Künstlerin Silvia Zschockelt stellt ab Sonnabend im Café Alte Posthalterei in Syke aus

Ob’s wirklich zu den Polstern passt?

Syke. Silvia Zschockelt ist studierte Designerin. Und als solche achtet sie schon darauf, dass ihre Kunstwerke auch zum Interieur passen.
27.04.2017, 00:00
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Ob’s wirklich zu den Polstern passt?
Von Micha Bustian
Ob’s wirklich zu den Polstern passt?

Fast fertig: Silvia Zschokelt hat schon einige ihrer Werke im Café Alte Posthalterei aufgehängt. Weitere folgen bis zur Vernissage am Sonnabend.

Jonas Kako

Syke. Silvia Zschockelt ist studierte Designerin. Und als solche achtet sie schon darauf, dass ihre Kunstwerke auch zum Interieur passen. „Weiße Wände sind nichts für meine Arbeiten“, sagt die Frau aus Melle. Sie hänge ihre farbenfrohen Collagen lieber über das Sofa oder die Kommode. „Ich muss immer noch gucken, ob's zum Polster passt“, lacht sie. Wie gut ihr das gelungen ist, können Interessierte am Sonnabend, 29. April, ab 18 Uhr im Café Alte Posthalterei bewerten. Dann beginnt die Vernissage. Die Werke werden bis zum 2. Juli zu bestaunen sein.

Silvia Zschockelt ist durch eine Internetrecherche nach Syke gekommen. „Ich habe gegoogelt, wo ich außerhalb von Bielefeld und Melle noch ausstellen kann“, verrät sie. Sie sei auf der Suche gewesen nach einem Café, als sie virtuell über die Alte Posthalterei in Syke stolperte. Ein bisschen schmunzeln musste sie da schon, denn sie arbeitet in Melle ebenfalls in der Alten Posthalterei. „Ich betreue dort Ausstellungen. Die Alte Posthalterei ist das älteste Gebäude in Melle, gebaut im Jahre 1664.“ Entsprechend belustigt machte sie sich auf den Weg in die Hachestadt, um im Café Alte Posthalterei einen Kaffee zu trinken. Das Urteil war positiv. Es gefiel ihr.

Die Konsequenz: Silvia Zschockelt wandte sich per E-Mail an Johannes Huljus, den Vorsitzenden des Vereins Rund ums Syker Rathaus. Der gab die Anfrage weiter an Henning Greve und Elsa Töbelmann. „Wir sind ja so ein bisschen die Jury“, schmunzelt Greve. Und: „Die Bilder haben mir gleich gefallen. Sie müssen ja auch zum Cafébetrieb passen.“ Womit wir wieder bei den Polstern wären. „In einem Café kann man sich besser vorstellen, wie die Bilder bei einem Zuhause aussehen“, findet Zschockelt.

Ab Sonnabend können Interessierte und Besucher des Cafés zu den Öffnungszeiten die Collagen von Silvia Zschockelt sehen. Einen thematischen Schwerpunkt hat die Mellerin nicht gewählt. "In Cafés hänge ich gerne nach Farben sortiert", gibt sie zu. Das sei "ruhiger von der Optik". Natur, Tanz, Griechenland – alles durcheinander. "Collagierte Themen halt", urteilt Henning Greve. Zschockelt sucht selten nach Themen, sie findet sie. "Wenn ich eine Basis gefunden habe, klebe ich sie auf und mache mich an die Arbeit. Andere Bilder finden dann den Weg auf die Leinwand, den Rest macht sie mit Pinsel und Acrylfarbe.

Zu Kunst gekommen ist Silvia Zschockelt, weil sie als Designerin seit der Wirtschaftskrise „nicht mehr viel Geld verdienen kann“. Sie müsse sich seitdem „anderweitig kreativ betätigen“. Fünf Jobs vereint sie so. Neben der Kunst arbeitet sie noch im Museum, der Alten Posthalterei in Melle, an einer Waldorfschule sowie als Kursusleiterin in einem Kunstverein und einer Reha-Klinik.

Vor sechs, sieben Jahren hat Silvia Zschockelt ihre erste Ausstellung bestückt, „seitdem stelle ich permanent aus“. Etwa 100 Collagen hat sie mittlerweile erstellt. Rund ein Drittel davon ist ab Sonnabend im Café Alte Posthalterei und im Spieker aufgehängt. Wer mag, kann hingehen und schauen, ob sie zu den Polstern passen.

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