Wettlauf

Oke springt für kranke Mama ein und siegt

Vorjahres-Sieger Alexander Fürle hat seinen Titel beim Speedy-Wettlauf des Wettkampfes "Mensch gegen Maschine" in Bruchhausen-Vilsen verteidigt.
10.06.2018, 18:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch

Bruchhausen-Vilsen/Asendorf. Wir brauchen Regen, hieß es seit Wochen allenthalben. Aber am Tag des Wettlaufs von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf „Mensch gegen Maschine“, der am Sonntag zum dritten Mal ausgetragen wurde, hätte der Wettergott doch gut und gerne damit noch warten können. Die 116 Startläufer des 7,8 Kilometer AOK-Wettlaufs am Bahnhof in Vilsen fanden jedoch diese sanfte Berieselung besser als die tropische Hitze der Vortage. Auf die Frage woher man käme, lauteten die ersten Antworten: „Aus Hannover, Verden, Stuhr, Walsrode, Bremen.“ Zwei aus Wilhelmshaven meinten: „Wir sind eigentlich Ultraläufer, das ist eine Distanz länger als ein Marathonlauf, aber es hat uns im vorigen Jahr hier so gut gefallen, dass wir wieder dabei sein wollten.“

Aber es waren dann auch Vilser und Asendorfer auszumachen. Moderator Bernd Rebischke aus Hannover, Vizepräsident des Niedersächsischen Leichtathletikverbands, starte pünktlich um 11 Uhr den ersten Lauf. Jede Läuferin und jeder Läufer trug am Fuß ein Band mit einem Chip zur Zeitmessung nach dem Zieleinlauf. Lokführer Andreas Boye hatte Lok Hoya in Front und die Plettenberg am Schluss seines Zuges. Für eventuelle Notfälle standen die Ersthelfer des Deutschen Roten Kreuzes an der Strecke. „Heute wird wohl niemand kollabieren, wie es vielleicht bei der Wetterlage, die wir in letzter Zeit hatten, passiert wäre“, die Prognose. Auch bei der Feuerwehr hieß es: „Von Böschungsbränden bleiben wir an diesem Tag mit Sicherheit verschont.“

Sieger des Laufs in 33,30 Minuten wurde Niklas Leder vom TSV Süstedt, Zweiter Frank Weisgerber (34,33) Dritter Jens Schuler (35,32). Landrat Cord Bockhop, Schirmherr der Veranstaltung, und die Pressesprecherin der AOK Niedersachsen, Maike Jaschok, überreichten die Urkunden und Sachpreise. Als die siegreichen Damen in diesem ersten Lauf aufs Treppchen stiegen, war die Verwunderung groß. Statt Katharina Neumann aus Hamburg hatte ihr Sohn Oke in 38,13 Minuten den Sieg errungen. Er war mit Papa Gerd und dem sechsjährigen Bruder Erik angereist. „Mama ist krank geworden und wir wollten die Startnummer nicht verfallen lassen, da bin ich an ihrer Stelle damit gelaufen“, der Kommentar des Lütten. Stolz konnte er außerdem sein, zwei Plätze vor seinem Papa das Ziel erreicht zu haben. Zweite bei den Damen: Aurelia Taubner (40,18), Dritte Friederike Dumschat (40,23).

Rings um den Asendorfer Bahnhof gab es Gelegenheit zu essen, zu trinken, den Winchester-Line-Dancern bei ihrer Tanzvorführung zuzuschauen oder Lose für die Tombola zu kaufen mit Preisen der ortsansässigen Händler. 750 Meter ab Ortseingang galt es dann für die Kinder Richtung Bahnhof zu laufen. Inzwischen hatte der Regen aufgehört. Zuerst starteten die Jahrgänge der Altersgruppe 2005 bis 2009. Mit dabei wieder Oke Neumann, obwohl er schon den 7,8 Kilometerlauf in den Beinen hatte. Eine Minute später starteten die Zehn- bis Fünfzehnjährigen. Bei der Gesamtauswertung gab es ein wenig To­hu­wa­bo­hu mit den Altersgruppen. Es dauerte ziemlich lange bis die Ehrung startete. Oke sah sich als Dritter im Ziel, fand sich in der Bewertung dann aber auf Platz vier. Eine Medaille bekamen letztendlich alle Kinder. Die Novo-Nordisk-Staffelläufe und der Speedy-Wettlauf – Sieger wurde wie im Vorjahr Alexander Fürle in 28 Minuten vor Steffen Brümmer (29,44) und Björn Jüttner (30,38) – rundeten diesen sportlichen Tag ab.

Fürle nimmt übrigens demnächst an einem Rückwärts-Wettlauf teil. Das wäre vielleicht doch ein Gag für die hiesige Veranstaltung 2019.

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