Hospizdienst Syke

Organspende allgemeinverständlich

Organspenden sind in Deutschland immer noch ein Tabuthema. Wer sich informieren möchte, sollte am 19. September ins Syker Rathaus kommen. Dorthin lädt der Hospizdienst zur Podiumsdiskussion ein.
07.09.2019, 10:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing

Syke. „Organspende, die – Substantiv; das Spenden eines Organs oder Organteils für eine Transplantation.“ So nüchtern beschreibt der deutsche Duden einen medizinischen Vorgang. Ethisch, politisch, moralisch und emotional ist dieses Thema jedoch um Längen komplexer. Aus diesem Grund lädt der Hospizdienst Syke für Donnerstag, 19. September, zu einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema. Im Syker Rathaus informieren Fachleute aus den Bereichen Medizin, Politik, Recht und Seelsorge aus Sicht ihres Fachgebiets über Organspende und beantworten Fragen. Los geht es um 19.30 Uhr.

Die Podiumsdiskussion ist zweigeteilt, erklärt Jürgen Lohmeyer vom Hospizdienst Syke, der auch die Moderation der Diskussion übernehmen wird. „Im ersten Teil kommen die Fachleute zu Wort und erläutern aus der Sicht ihres jeweiligen Fachgebietes allgemeinverständlich das Thema Organspende“, sagt er. „Im zweiten Teil hat dann das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.“ Man habe sich bei diesem Verfahren die „Redezeit“ auf NDR Info als Vorbild genommen, erläutern Edeltraut Burkhardt und Jutta Wegg vom Hospizdienst die Vorgehensweise. Diese Fragen können die Zuhörer auch in der Pause aufschreiben und von Lohmeyer als Moderator vorlesen lassen. Damit wolle man auch zurückhaltenderen Menschen die Gelegenheit geben, ihre Fragen zu stellen. Fragen wie etwa „Soll ich per Gesetz zur Organspende verpflichtet werden?“ „Habe ich Anrecht auf eine Transplantation, wenn ich nicht selbst Organspender bin?“ oder auch die Frage, wann der Tod festgestellt wird und ob die Angehörigen das auch glauben können.

Auf dem Podium werden Platz nehmen: Dr. Uwe Kuhlmann, Leiter des Transplantationszentrums Bremen, Jan-Ole Lüers, Fachanwalt für Medizinrecht, Ingrid Schneider aus Hamburg, Politologin, die als Sachverständige für Bio- und Medizinethik in diversen Bundestagsausschüssen als beratendes Mitglied sitzt, Notfall- und Feuerwehrseelsorger Holger Tietz aus Leeste, der katholische Pfarrer Peter Grunwaldt und Karl-Heinz Meyer. Meyer hat vor sechs Jahren eine Lunge transplantiert bekommen und wird aus der Sicht eines Organempfängers über seine Erfahrungen sprechen. Wer an der Podiumsdiskussion teilnehmen möchte, wird gebeten, sich per E-Mail an juergen-lohmeyer@t-online.de oder unter der Rufnummer 0 42 42 / 23 61 anzumelden. „Aber auch spontan Entschlossene sind willkommen“, versichert Lohmeyer.

Der Hospizdienst Syke feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag (wir berichteten). Ehrenamtlich begleiten 19 Frauen und vier Männer sterbenskranke Menschen und ihre Familien und betreuen diese seelsorgerisch. Der runde Geburtstag wird am Sonntag, 22. September, mit einem regionalen Gottesdienst in der Michaelskirche in Heiligenfelde gefeiert. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr. Im Anschluss lädt der Hospizdienst zu einem lockeren Beisammensein mit Gesprächen bei Kaffee und Tee ein.

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