Polizei bittet um Hinweise

Videos von Brandstiftung in Syker Restaurant veröffentlicht

Die Polizei bittet nach dem vorsätzlich gelegten Brand in dem Restaurant Martini in Syke nun um Mithilfe der Bevölkerung. Dazu hat sie zwei Videoaufnahmen aus dem Lokal veröffentlicht.
04.06.2020, 18:22
Lesedauer: 2 Min
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Videos von Brandstiftung in Syker Restaurant veröffentlicht
Von Esther Nöggerath
Videos von Brandstiftung in Syker Restaurant veröffentlicht

Die Polizei Oldenburg sucht nun mittels Videosequenzen nach den Brandstiftern, die am 13. Februar 2020 im Syker Restaurant Martini ein Feuer gelegt haben.

Polizeidirektion Oldenburg

Nach dem vorsätzlich gelegten Brand in dem Restaurant Martini an der Nienburger Straße in Syke im Februar dieses Jahres hofft die Polizeiinspektion Diepholz nun auf Mithilfe aus der Bevölkerung. Neben einer Belohnung, die für Hinweise ausgesetzt worden ist, hat die Polizei nun auch zwei Videosequenzen veröffentlicht, auf denen die beiden mutmaßlichen Brandstifter zu sehen sind.

Zum einen gibt es eine Videoaufnahme aus dem Innenraum des Restaurants, das zeigt, wie zwei Personen aus mitgeführten Kanistern Benzin in den Räumlichkeiten verteilen und anschließend durch ein Fenster das Gebäude wieder verlassen. Wie sie das Gebäude in Brand setzen, ist in dem Ausschnitt, der nun veröffentlicht worden ist, allerdings nicht mehr zu sehen. Die zweite Videoaufnahme ist im Außenbereich des Lokals am Nachmittag vor der Tat entstanden, als zwei Personen mit übergezogener Kapuze an dem Restaurant vorbeigingen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Verden hat das Amtsgericht Verden nun einen Beschluss zur Veröffentlichung der Bilder erlassen. „Die Polizei bittet alle Bürger, sich die beiden Videoaufnahmen anzuschauen und sich zu melden, wenn sie Personen in den Videos erkennen oder andere weiterführende Hinweise geben können“, heißt es seitens der Polizei.

Wie berichtet, war in dem Restaurant in der Nacht zum 13. Februar das Feuer ausgebrochen und hatte das Lokal fast vollständig zerstört. Die Täter waren zuvor durch ein Fenster in das Gebäude eingedrungen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich auch noch sechs Bewohner schlafend in ihren Wohnungen im Gebäude befunden. Ein Passant hatte damals gegen 3.20 Uhr zufällig das Feuer bemerkt und sofort die Bewohner sowie die Feuerwehr alarmiert, die mit einem Großaufgebot angerückt war. „Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass bei dem Brand niemand verletzt wurde“, betont die Polizei. Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung nach den Tätern, unter anderem mittels eines Hubschraubers, war damals negativ verlaufen.

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Der Schaden, der bei dem Brand entstanden war, wird auf mindestens 150 000 Euro beziffert. An der Außenwand sowie auf der Pflasterung vor dem Gebäude hatte die Polizei damals außerdem aufgesprühte Hakenkreuze und den Spruch „Ausländer raus“ entdeckt, weswegen sie von einem fremdenfeindlichen Hintergrund ausgegangen ist und auch der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen hat. In Syke war in Reaktion auf den Brand einige Tage später unter anderem eine Kundgebung gegen Rechts organisiert worden.

Derweil hatte die unmittelbar nach der Tat eingesetzte Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Diepholz die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen. Die Gruppe wertete in den vergangenen Wochen Spuren aus, vernahm Zeugen und überprüfte deren Aussagen. Nun erhoffen sich die Ermittler Unterstützung durch die Öffentlichkeitsfahndung.

Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme, hat eine Belohnung von 3000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der schweren Brandstiftung beitragen und zur Ermittlung des Täters beziehungsweise der Täter führen. „Wir hoffen, dass die ausgesetzte Belohnung dabei hilft, die Verursacher des Brandes zu finden“, sagt Kühme. Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtswegs entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für an der Straftat nicht beteiligte Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.


Die beiden Videosequenzen zur Brandstiftung sind online einsehbar. Hinweise dazu nimmt die Polizei telefonisch unter der Rufnummer 0 54 41 / 97 10 entgegen.

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