Chorkonzert Proben für Amerika

Bevor es für ihn in die USA geht, trat der Kammerchor des Verdener Domgymnasiums in Vilsen auf.
19.02.2018, 17:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch

Bruchhausen-Vilsen. Am Sonntag stellte sich in der St. Cyriakuskirche in Bruchhausen-Vilsen der Kammerchor des Domgymnasiums Verden mit dem Konzertprogramm vor, das er auf seiner USA-Reise im März präsentieren will. Nach dieser Generalprobe, der noch ein Konzert in Verden folgt, werden die 40 Chormitglieder im Rahmen des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs mit Förderung der German American Partnership Organisation (GAPP) das in der Nähe von Chicago gelegene Grayslake mit der North Highschool besuchen. Im Sommer kommt der dortige Chor zu einem Gegenbesuch nach Verden.

Zu den außerordentlich vielfältigen Angeboten und Kursen des Domgymnasiums, allein in der Sparte Musik, gehört unter anderem der Chorgesang. Dass die jungen Leute zwischen dreizehn und 21 Jahren mit Begeisterung singen, zeigte sich in ihrer gekonnten und ihnen „auf den Leib geschriebenen“ Interpretation der einzelnen Stücke. Manche Sänger sind dem Chor auch nach Beendigung der Schulzeit treu. Von innig bis kraftvoll schallten die Stimmen bei Barockkomponist Thomas Tallis, bei Henry Purcells „Thou Knowest Lord“ oder dem vielstimmigen „Gloria“ aus der Messe „Missa brevis“ durch das Kirchenschiff, 1985 komponiert vom Norweger Knut Nystedt.

Unter der Leitung der Lehrerin für Musik und Deutsch, Vanessa Galli, kamen die Zuhörer in den Genuss besonderer Arrangements geistlicher und weltlicher Chorstücke. Dem zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen wurde mit „O magnum mysterium“, gesungen in lateinischer Sprache, und dem vertonten Rilke-Gedicht „Dirait or“ auf Französisch die Reverenz erwiesen. Der Komponist erhielt 2007 mit der National Medal of Arts die höchste Auszeichnung, die Künstlern von der amerikanischen Regierung verliehen wird.

Auf „When I Fall In Love“, natürlich auf Englisch, von Kirby Shaw folgte „Dat du min Leevsten büst“, das der Chor stimmlich speziell auf ihn zugeschnitten vortrug. Eine sehr innige Interpretation. Der Beifall des Publikums war danach besonders intensiv. Wechselseitig stellten die Schülerinnen und Schüler in kurzen Worten die Lieder, Choräle, Kantaten, Komponisten und Zusammenhänge zu den Stücken vor. Chorleiterin Vanessa Galli, gesundheitlich etwas gehandicapt, war die Stimme abhandengekommen, und sie hatte diese Ausführungen delegiert. Den kraftvollen Gesang der „Cantate domino“ von Jay Althouse begleitete Kirchenmusiker und Hauskantor Dietrich Wimmer auf dem Klavier. Kleine Pausen zum Atemholen gönnte er dem Chor mit spielerischen eigenen Variationen auf der Orgel zum plattdeutschen „Dat du min Leevsten büst“. Mit einem Geschenk bedankte sich der Chor bei ihm.

Leonard Cohens „Hallelujah“ gehörte ebenso zu den Highlights des Abends wie der anspruchsvolle Choral „Abendfriede“ des 1839 in Liechtenstein geborenen Komponisten und Musikpädagogen Josef Gabriel Rheinberger. Auf der Orgel begleitet von Dietrich Wimmer erklang die Kantate „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelsssohn Bartholdy, und in Stimme und Modulation sicher bewiesen die Verdener, dieses Konzert besucht zu haben, hatte sich gelohnt. Der Abend endete mit dem ganz schlicht vorgetragenen, dafür umso ergreifenderen „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius und Johann Abraham Peter Schulz.

Mit dem Wissen, was sie können, darf der Kammerchor am 7. März den Flug in die USA antreten und sicher sein, ihr Auftritt wird Anklang finden. Als zweite Lehrkraft begleitet Bernd Kleemann die Schüler bei ihrem dreiwöchigen Aufenthalt. Untergebracht sind sie in dieser Zeit bei Gastfamilien.

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