Arbeitskreis 9. November informiert über „Weiße Busse“

„Rettung aus Hitlers Hölle“

Syke. Der Arbeitskreis 9. November in Syke veranstaltet anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht vom 8. auf den 9. November 1938 eine Gedenkveranstaltung im Ratssaal der Stadt Syke. Der ehemalige Syker Gymnasiast und freie Journalist Markus Flohr hält unter dem Titel "Rettung aus Hitlers Hölle" einen Vortrag über die humanitäre Rettungsaktion "Weiße Busse" des Grafen Folke Bernadotte am Ende des Zweiten Weltkriegs in Norddeutschland.
06.11.2012, 05:00
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Von Sta

Syke. Der Arbeitskreis 9. November in Syke veranstaltet anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht vom 8. auf den 9. November 1938 eine Gedenkveranstaltung im Ratssaal der Stadt Syke. Der ehemalige Syker Gymnasiast und freie Journalist Markus Flohr hält unter dem Titel "Rettung aus Hitlers Hölle" einen Vortrag über die humanitäre Rettungsaktion "Weiße Busse" des Grafen Folke Bernadotte am Ende des Zweiten Weltkriegs in Norddeutschland.

80 weiß gestrichene Busse fuhren im März 1945 von Schweden nach Deutschland. Ihr Ziel: Dänen und Norweger aus den deutschen Konzentrationslagern retten, berichtet der Arbeitskreis zum Hintergrund. Der Vize-Chef des Schwedischen Roten Kreuzes, Königsneffe Folke Bernadotte, hatte Heinrich Himmler die Erlaubnis abgetrotzt, die Nordeuropäer aus den Lagern zu befreien. "Es sollte die größte humanitäre Rettungsaktion während des Zweiten Weltkrieges werden: 17000 Menschen wurden nach Nordeuropa evakuiert", teilt der Arbeitskreis mit. "Die Schweden zahlten einen Preis für die Rettung: Sie übernahmen im KZ Neuengamme Gefangenentransporte für die SS und Folke Bernadotte versuchte, im Auftrag Heinrich Himmlers einen Separatfrieden mit Großbritannien und den USA auszuhandeln." Nach dem Krieg wurde Graf Bernadotte in Schweden erst zum Nationalhelden, dann zu einer kontroversen Figur und später zum tragischen Märtyrer.

Bis heute ist die Aktion "Weiße Busse" in Nordeuropa heiß diskutiert – in Deutschland dagegen eher unbekannt. Der Vortrag rekonstruiert den Ablauf des Hilfseinsatzes, er zeigt, wie abenteuerlich und waghalsig er war und er will zeigen, dass das, was als "Geschichte" gilt, immer auch eine Erzählung ist – ein Entwurf über die Vergangenheit.

Die Veranstaltung "Rettung aus Hitlers Hölle" findet von 20 bis 22 Uhr im Syker Rathaus statt. Der Eintritt ist frei.

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